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Fallstudie .tk: Geschäftsmodell kostenlose Domains

Geschrieben am 21 August 2012 von Domainvermarkter-Magazin

zuerst veröffentlicht im Domainvermarkter-Magazin 07

Mit einer Million Neuregistrierungen pro Monat ist die länderspezifische Top-Level-Domain (ccTLD) .tk die am schnellsten wachsende Domainendung. Mitte April 2012 waren bereits 8,5 Millionen .tk-Domains registriert; damit ist die Länderkennung die drittgrößte TLD hinter .de und .com. Bleibt die Rate an Neuregistrierungen so hoch wie in den letzten Monaten, wird .tk die Top-Level-Domain .uk mit aktuell 10 Millionen registrierten Domains als zweitgrößte ccTLD in weniger als drei Monaten überholen. Ebenfalls wäre es möglich, dass .tk sogar demnächst die mit 15 Millionen registrierten Domains erfolgreichste ccTLd .de auf den zweiten Platz verweist. Wie kommt es zu einem derart rasanten Anstieg an Registrierungen einer Länder-Domain, die erst seit kurzem in den Domain Name Industry Briefs des Registrars Verisign Erwähnung findet? Durch ein Geschäftsmodell, das im Internet immer weitere Verbreitung findet: “free”.

.tk ist die ccTLD des kleinen Inselstaates Tokelau. Ähnlich wie Tonga (.to) oder Tuvalu (.tv) vermarktet der im Südpazifik gelegene Inselstaat seine Domains weltweit. Bei gerade einmal 1.500 Einwohnern gibt es für den Bedarf an .tk Domains auch nur wenig Potential in der eigenen Bevölkerung. Die Betreiberfirma Dot TK mit Sitz in London (UK) ist ein Beteiligungsunternehmen der Regierung von Tokelau, deren Kommunikationsfirma Teletok und der Privatfirma BV Dot TK. Die Regierung von Tokelau hat BV Dot TK das Exklusivrecht auf die Registrierungsverwaltung verliehen.

Das Geheimnis der ungewöhnlich hohen Anzahl an monatlichen Domain-Registrierungen dürfte in der kostenlosen Bereitstellung einer .tk- Domain für jedermann liegen. Interessenten können für einen Zeitraum von einem bis zu zwölf Monaten ohne Kosten eine Domain mit .tk-Endung registrieren, wenn sie sich an bestimmte Bedingungen halten. So darf eine Domain nicht für Domainparking benutzt werden und muss eine aktive Webseite beherbergen oder darauf weiterleiten. Pornografische und Gambling-Inhalte sind verboten und führen zu einer Deaktivierung der entsprechenden Domain, ebenso die Verbreitung von Spam, Malware und Viren über die registrierte Webseite. Laut einer Pressemitteilung von Dezember 2011 zielen diese Maßnahmen darauf ab, die ccTLD von Tokelau noch im Laufe dieses Jahres zu einer der sichersten Domainendungen überhaupt zu machen.

Läuft die Domain nach einem Jahr aus oder wird sie wegen Verstößen gegen die Auflagen gesperrt, fällt sie wieder an Dot TK zurück – es sei denn, der Registrant verlängert die Domain kostenpflichtig. Für die Registrierung einer .tk-Domain mit nur einem Buchstaben oder einer Nummer ist generell eine jährliche Gebühr von 2.500 $ fällig. Den meisten Umsatz macht Dot TK allerdings mit Domainparking – also genau der Methode, welche die Registry ihren Kunden strikt verbietet. Fällt eine Domain aus den oben erwähnten Gründen wieder an Dot TK zurück, wird so lange Werbung auf den entsprechenden Seiten geschaltet, bis sich ein neuer Interessent findet. Offenbar sehr erfolgreich: Einem Bericht von Michael Berkens (TheDomains.com) zufolge handelt es sich bei der .tk- Registry mittlerweile um die zweitgrößte Einnahmequelle von Tokelau. Etwa 45 Millionen Domains, die täglich 5 Millionen Besucher generieren, befinden sich im Besitz von Dot TK. Das Geschäftsmodell des Registrars ist simpel, aber effektiv: Wer eine .tk- Domain registriert, kommt zwar in den Genuss einer kostenlosen Domain, muss aber spätestens nach einem Jahr dafür zahlen, um sie weiter nutzen zu können. Zudem bietet nur der kostenpflichtige Premiumstatus Vorteile wie die Anzeige der Whois-Informationen und macht den Domainhalter auch zum Besitzer. In der Zeit, in der sich keine neuen Registranten finden, profitieren die von Dot TK geparkten Webseiten von bereits vorhandenem Traffic.

Über ein ähnliches Modell könnten sich in Zukunft auch Besitzer von neuen TLDs Gedanken machen. Sollten nicht genügend Domains unter der neuen TLDs verkauft werden, könnte man auf das .tk Modell der kostenlosen Registrierung einer eigenen Domain umsteigen.

Von Christian Gräff

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Generische Top-Level-Domains – Eine Übersicht

Geschrieben am 20 August 2012 von Domainvermarkter-Magazin

Im Jahr 1985 entschlossen sich die damaligen Verwaltungsinstitutionen des Internets, bestehend aus der Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA), der National Science Foundation (NSF) und weiteren US-Forschungseinrichtungen dazu, sieben gTLDs zu schaffen, von denen drei (.com, .net, .org) weitestgehend zur freien Registrierung von Domainnamen zur Verfügung stehen sollten. Vier weitere (.edu, .mil, .gov, .int) wurden mit besonderen Restriktionen belegt und sind somit nicht für Jedermann frei verfügbar.

Gemäß diesem Beschluss wurden folgende gTLDs ab 1985 neu eingeführt:

Ungesponserte TLDs
.com – (Einführung 1985)
Die gTLD-Endung .com steht für „commercial“ (gewerblich/geschäftlich). Eingeführt im Januar 1985, wurde die erste .com-Adresse (symbolics.com) im März 1985 registriert. Mit über 100 Millionen registrierten Domains ist die .com-Endung die mit großem Abstand meist registrierte TLD. Verwalter und Betreiber der .com-Adressen ist der Verisign Information Service mit Sitz im kalifornischen Mountain View, USA.

.net – (Einführung 1985)
.net hat die Bedeutung „network“ (Netzwerk) inne und steht seit Januar 1985 zur Registrierung zur Verfügung. Hinter .com ist .net mit 14.720.724 Domains die zweitpopulärste gTLD. Die Endung .net wird wie auch .com und .name von dem US-amerikanischen Verisign Information Service verwaltet und betrieben.

.org – (Einführung 1985)
Hinter der TLD .org verbirgt sich der Begriff „organization“ (Organisation). Die Endung .org zählt aktuell fast 10 Millionen Domains und ist somit die gTLD, die am dritt häufigsten registriert ist. Verwaltet und betrieben wird die .org-TLD von der Public Interest Registry (PIR) mit Sitz in Reston, Virginia, USA.

TLD mit besonderen Restriktionen
.int – (Einführung 1988)
Die Endung .int steht für „international“. Verfügbar sind .int-Domains seit dem Jahr 1988; allerdings nur für internationale Organisationen, für welche .int exklusiv reserviert ist. Zuständig für Verwaltung und Betrieb der .int-Adressen ist die im kalifornischen Marina del Rey ansässige Internet Assigned Numbers Authority (IANA). Zu der genauen Anzahl registrierter .int-Domains liegen leider keine Daten vor.

Gesponserte TLDs (gem. DNS Erweiterungs-Beschluss 1985)
.edu – (Einführung 1985)
Die Domain-Endung .edu mit der Bedeutung „education“ (Bildung) ist für Bildungseinrichtungen auf der ganzen Welt vorgesehen. Seit dem Jahr 2001 benötigt jeder, der eine .edu-Adresse registrieren lassen will, eine Akkreditierung des US-Bildungsministeriums. Informationen zu der Gesamtzahl registrierter .edu-Domains liegen leider nicht vor. Sponsor von .edu ist EDUCASE, ein gemeinnütziger Verein, der seine Aufgabe darin sieht mehr Bildung durch die intelligente Nutzung von moderner Informations- und Kommunikationstechnologie zu fördern.

.mil – (Einführung 1985)
Die TLD .mil steht für „military“ (Militär) und ist ausschließlich US-Militär-Einrichtungen vorbehalten. Daten, wie viele Domains unter einer .mil-Endung registriert sind, stehen leider nicht zur Verfügung. Sponsor ist das US Department of Defense Network Information Center (US-Verteidigungsministerium).

.gov – (Einführung 1985)
.gov steht für „government“ (Regierung). Unter einer .gov können ausschließlich Organe und Institutionen der US-Regierung eine Domain registrieren. So hat beispielsweise jeder US-Bundesstaat seine eigene .gov-Adresse. Valide Zahlen, wie viel Domains unter einer .gov registriert sind, liegen leider nicht vor. Als Sponsor tritt die U.S. Government Entities (US-Regierungsbehörde) in Erscheinung.

Sukzessive Erweiterung des DNS ab 2000
Mit der wachsenden Bedeutung und der Rolle des Internets als das Medium der Zukunft wuchs auch der Bedarf an verfügbaren Web-Adressen (Domains), so dass sich die 1998 zu dem Zweck der Verwaltung des Internets gegründete ICANN in mehreren Schritten und mit den Jahren zu der Einführung weiterer, neuer uTLDs und sTLDs entschloss.

Ungesponserte TLDs seit 2000
.biz – (Einführung 2001)
Die TLD .biz hat die Bedeutung „business“ (geschäftlich/kaufmännisch). Eine .biz-Domain kann heute von nahezu jedem gelauncht werden, ohne dass besondere Voraussetzungen erfüllt werden müssen. Zuständig für Betrieb und Verwaltung der knapp 2,3 Millionen registrierten .biz-Adressen zeichnet sich das US-Unternehmen Neulevel, das sich zu 90 Prozent im Besitz der Neustar Inc. aus Sterling,  Virginia, USA befindet.

.info – (Einführung 2001)
Unter einer .info-TLD, was für „information“ steht, kann seit Mai 2001 jeder Interessent eine Domain registrieren. Nach der TLD .com ist die .info-Endung die zweite gTLD, die ohne Restriktionen für jeden zugänglich ist. Mit über 8 Millionen registrierten Domains ist .info die viert beliebteste gTLD. Betreiber und Verwalter von .info ist das irische Unternehmen Afilias mit Hauptsitz in Dublin.

.name – (Einführung 2001)
Die gTLD .name mit der entsprechenden Bedeutung kann seit Januar 2002 von allen Individuen registriert werden, die ihren Eigen-, Spitz- oder Künstlernamen nutzen wollen, um ihren Blog, ihr Unternehmen oder ihre Marke mit eben diesem Namen zu promoten. Zur Zeit liegen 235.000 Registrierungen einer .name-Domain vor. Betrieben und verwaltet wird .name von Verisign Information Service, Mountain View, Kalifornien, USA.

.pro – (Einführung 2004)
Die TLD .pro steht für „professionals“ (Profis) und ist speziellen Berufsgruppen und qualifizierten Fachkräften vorbehalten, die sich durch ein entsprechendes Zertifikat auszeichnen können. Seit Juni 2004 stehen .pro-Domains zur Registrierung zur Verfügung. Die ca. 125.000 Domains, die unter einer .pro registriert sind, werden von einer Tochter der Afilias Ltd., der RegistryPro mit Sitz in Vancouver, British Columbia, Kanada, verwaltet und betrieben.

Gesponserte TLDs seit 2000
.museum – (Einführung 2001)
Unter einer .museum können Museen, (Kunst-)Ausstellungen und Berufsgruppen mit Branchenbezug eine Domain registrieren. Durchgesetzt hat sich die Endung .museum jedoch nicht, wovon die gerade einmal 439 registrierten .museum-Domains zeugen. Sponsor ist die extra zu diesem Zweck von dem International Council of Museums (ICOM) gegründete Museum Domain Management Association (MuseDoma).

.coop – (Einführung 2001)
.coop meint „cooperatives“ (Genossenschaften) und ist folglich vorgesehen für genossenschaftliche Service-Angebote, die sich den Grundsätzen der International Co-operative Alliance (ICA) verpflichtet fühlen. Seit Januar 2002 können entsprechende Genossenschaften eine Domain unter der Endung .coop registrieren, wovon allerdings bislang lediglich ca. 10.000 mal Gebrauch gemacht wurde. Als Sponsor der .coop tritt die DotCooperation LLC, eine Tochter der National Cooperative Business Association (branchenübergreifende Organisation von Genossenschaften in den USA) in Erscheinung, in deren Auftrag die Midcounties Co-operative Limited (Gallows Hill, UK) als Registry fungiert.

.aero – (Einführung 2002)
Unter der TLD .aero, was für „aeronautics“ (Luftfahrt) steht, können seit März 2002 Unternehmen, Vereine und Organisationen eine Domain registrieren, die aus dem Bereich der Luftfahrt oder einer damit in direkter Verbindung stehenden Branche wie beispielsweise Fluggesellschaften, Flughäfen oder Reiseveranstaltern stammen und die .aero-Adresse nutzen wollen, um Informations- und Service-Angebote verfügbar zu machen. Mit 7.693 registrierten Domains ist die .aero-TLD eher eine Randerscheinung im DNS. Sponsor ist die in Belgien als genossenschaftliche Vereinigung gegründete Société Internationale de Télécommunication Aéronautiques (SITA), die ihre mehr als 700 Mitglieder aus den Bereichen der Luftfahrt und Touristik sowie Logistik mit Datenverarbeitungs- und Kommunikationsdiensten versorgt.

.travel – (Einführung 2005)
Mit .travel (Reise) wurde im Oktober 2005 eine spezielle TLD für Unternehmen und Anbieter der Reisebranche (Reiseanbieter, Reisebüros, Fluganbieter, etc.) verfügbar gemacht. Registriert wurden seitdem 26.115 .travel-Domains. Gesponsert wird .travel von der Non-Profit Organisation The Travel Partnership Corporation (TTPC), welche die Interessen von 124 Reise-Fachverbänden aus neun Branchen und 73 Ländern vertritt.

.tel – (Einführung 2005)
Die TLD .tel steht für „telecommunication“ (Telekommunikation) und ist seit März 2009 als TLD verfügbar. .tel-Domains ermöglichen durch die Verwendung von NAPTR (Naming Authority Pointer ) und TXT records eine einfache, standardisierte und  automatisierte Speicherung sowie Veröffentlichung von Kontaktdaten. Von einer .tel-Domain und deren Möglichkeiten wird bislang 281.451 mal Gebrauch gemacht. Sponsor von .tel ist das britische Unternehmen Telnic Limited, welches im Jahr 2000 zum Zweck der .tel-Vermarktung gegründet wurde.

.cat – (Einführung 2005)
Mit .cat hat die „Autonome Gemeinschaft Katalonien” (Principat de Catalunya) im Nordosten Spaniens eine eigene TLD erhalten, unter welcher seit Februar 2006 eine Domain registriert werden kann, was bislang 52.103 mal geschah. Allerdings stehen .cat-Adressen nur für Inhalte in katalanischer Sprache oder mit einem Bezug auf die katalanische Kultur zur Verfügung. Gesponsert wird die sTLD .cat von Fundació puntCAT, einer gemeinnützigen Vereinigung mit Sitz in der katalanischen Hauptstadt Barcelona, die sich dem Erhalt und Schutz der katalanischen Kultur und Sprache verschrieben hat.

.jobs – (Einführung 2005)
Die TLD .jobs wurde ins Leben gerufen, um für Unternehmen und Arbeitgeber eine Plattform zu schaffen, auf der Stellenangebote promotet und geeignete Arbeitskräfte akquiriert werden können. Die Endung .jobs ist daher ausschließlich Unternehmen mit Stellenangeboten vorbehalten. Die Möglichkeit, eine .jobs-Domain zu registrieren, besteht seit Dezember 2005 und wurde bisher 41.413 mal genutzt. Sponsor ist die Employ Media LLC (Cleveland, Ohio, USA), eine Tochter der Society for Human Resource Management (SHRM), der weltweit größten Personal-Management-Vereinigung mit Mitgliedern in über 100 Ländern.

.mobi – (Einführung 2005)
.mobi wurde als spezielle TLD für Dienste ins Leben gerufen, welche die Nutzung von mobilen Endgeräten explizit unterstützen und auf diesem Wege zur besseren Orientierung der User beitragen. Möglich ist eine Registrierung einer .mobi-Domain seit dem Jahr 2006. Seitdem wurden bereits 1.016.562 .mobi-Adressen registriert. Mit der MTLD Top Level Comain Limited (dotmobi) ist eine Tochter des irischen Registrars Afilias Ltd. Sponsor der TLD .mobi. Gegründet und unterstützt von zahlreichen namhaften Unternehmen der Mobilfunk- sowie Telekommunikationsbranche (Telekom, Vodafone, Google, Nokia, Microsoft, etc.) und in enger Zusammenarbeit mit dem World Wide Web Consortium (W3C), fungiert dotmobil als wichtige Schnittstelle zwischen reinen Internetdiensten und denen der Mobilfunk-Industrie.

.asia – (Einführung 2006)
Die TLD .asia steht für die ICANN-Region Asien/Australien/Pazifik und ist entsprechend für Personen als auch Unternehmen gedacht, welche in dieser Region ansässig sind. Seit Oktober 2007 sind .asia-Domains verfügbar, wovon bislang 196.553 mal Gebrauch gemacht wurde. Sponsor ist die DotAsia Organisation, eine mitgliederbasierte Non-Profit Organisation mit Sitz in Hongkong, die sich als Vertretung der Internet Communities in Asien, Australien und den Pazifikstaaten sieht.

.xxx – (Einführung 2011)
Nachdem die Bewerbung zur Einführung einer .xxx -TLD, unter welcher Webseiten mit „pornographischen Inhalten“ registriert werden können, sowohl im Jahr 2000 als auch im Jahr 2004 scheiterte, erteilte die ICANN nach jahrelangem Hin und Her der ICM Registry im März 2011 den Zuschlag für den Betrieb von .xxx als sTLD. Seit September 2011 können .xxx-Domains von Unternehmen der Porno-Branche registriert werden. Sponsor der neu eingeführten .xxx-Endung ist die International Foundation for Online Responsibility (IFFOR) mit Sitz in Washington D.C., USA, die explizit zu diesem Zweck als Non-Profit Organisation gegründet wurde.

.post – (Anfang August 2012)
Mit der TLD .post („postal“) wurde bereits im Jahr 2009 eine eigene TLD speziell für Post-, Logistikdienstleister und anverwandte Organisationen beschlossen. In der Root-Zone eingetragen und somit Verfügbar ist .post allerdings erst seit wenigen Tagen (Anfang August 2012).  Sponsor der geplanten TLD .post ist die Universal Postal Union (Weltpostverein), eine Institution mit Sitz im schweizerischen Bern, die den reibungslosen, weltweiten Brief- und Postverkehr durch das Einführen von Rahmenbedingungen und internationalen Standards regelt.

Besuchen Sie auch unser Special zu den New gTLDs

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Steigende .com-Gebühren: Mehr Preisdruck durch neue TLDs?

Geschrieben am 16 August 2012 von Domainvermarkter-Magazin

zuerst veröffentlicht im Domainvermarkter-Magazin 07

Ende März veröffentlichte ICANN einen Entwurf für die Verlängerung des Vertrags mit Verisign über den Betrieb der Top-Level-Domain .COM. Wie der derzeit gültige Vertrag sieht der Entwurf vor, dass die Registrierungsstelle die Gebühren, die sie den Registraren in Rechnung stellt, innerhalb eines Zeitraums von 6 Jahren bis zu vier Mal erhöhen darf. Die Preise können dabei jedes Mal um bis zu 7 Prozent steigen.

Da die Preisgestaltung zwischen Verisign und dem US-Handels- sowie dem US-Wirtschaftsministerium ausgehandelt wurde, sind diese und andere Bestimmungen des Vertrags nicht Gegenstand des verlängerten Vertrags zwischen ICANN und Verisign. Vielmehr betont ICANN, dass „If the .com pricing provisions were to be changed to be similar to the other large gTLDs then that would most likely allow Verisign to raise prices by 10% per year in each of the six years of the agreement, as in the .biz, .info, .net, and .org agreements.“ Neustar, die Registrierungsstelle für .BIZ-Domains, hat von diesem Recht bereits Gebrauch gemacht und zum 1. Februar 2012 die Registrierungspreise um 7,5 Prozent auf 7,85 US-Dollar angehoben.

Status quo
7,85 US-Dollar verlangt derzeit auch Verisign für eine .COM-Domain. Nimmt das Unternehmen sein Recht wahr, die Preise in Übereinstimmung mit dem Vertrag vier Mal zu erhöhen, müssen Registrare bereits 2016, spätestens jedoch 2018, über 10 US-Dollar pro Domain bezahlen.
„Das Steigen der Preise ist nicht schön: übertrieben tiefe und dann stetig steigende Preise sind eine Form von absichtlicher Täuschung der Kunden. Aber für eine nicht-spekulative Nutzung von Domains sind die Preiserhöhungen absolut unwichtig“, sagt Werner Straub, Vorstandsmitglied von CORE Internet Council of Registrars.

Zusätzlich zu den turnusmäßigen Erhöhungen kann Verisign die Preise ebenfalls dann anheben, wenn dem Unternehmen Kosten aufgrund von Investitionen in die technische Infrastruktur entstehen. Die Ergänzung des Vertrags betreffen beispielsweise technische Aspekte wie die Verpflichtung der Registry, künftig auch IPv6- Adressen, DNSSEC oder Internationalized Domain Names zu unterstützen.

Ausblick
Einige Branchenexperten gehen davon aus, dass die Einführung neuer Top- Level-Domains die etablierten Registrybetreiber unter stärkeren Rechtfertigungsdruck setzt. Wenn neue allgemein verfügbare TLD-Domains den Registraren für deutlich geringere Gebühren angeboten werden, stellt sich die Frage, warum diese bei den bestehenden TLDs so hoch sind.

Andererseits könnten sich die Anbieter der neuen TLDs an der Preisgestaltung der etablierten TLDs orientieren. Hierbei könnten sie bei ICANN offene Türen einrennen. Denn die Organisation weist bereits anlässlich der Verlängerung mit Verisign darauf hin, dass für neue TLDs oder Community-TLDs wie .asia, .cat, .jobs, .mobi, .post, .pro, .tel, .travel oder .xxx keine Kontrolle der Registrierungspreise in den Betreiberverträgen enthalten sind.

„Die neuen Registries stehen unter einem gewaltigen Druck, die aufgewendeten finanziellen Mittel für die Bewerbung und für Investoren wieder einzuspielen“, sagt Andreas Schreiner, Geschäftsführer der InterNetWire Communications GmbH. „Daher ist zumindest in den nächsten zwei bis drei Jahren mit vergleichbaren Domainpreisen wie bei .COM und .NET zu rechnen. Ein Preisdumping wird es vorerst nicht geben.“

Werner Straub ergänzt: „Ich glaube, dass die meisten neuen TLDs deutlich höhere Preise verlangen werden, im Durchschnitt mitunter bis zum 10-fachen Preis einer .com-Domain, und dass sie im Endeffekt trotzdem billiger und nützlicher sein werden.“ Denn, so Straub, sorgten vergleichsweise hohe Registrierungskosten eher dafür, dass die Domains nicht in erster Linie aus spekulativen Gründen registriert würden, sondern für die Nutzung durch die „normalen Domaininhaber“.

Von Matthias Maier, info@textstudio.info

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Google: Keine Ranking-Vorteile für neue TLDs

Geschrieben am 15 August 2012 von Domainvermarkter-Magazin

zuerst veröffentlicht im Domainvermarkter-Magazin 07

Eine gute Domain alleine nützt wenig, wenn man nicht gleichzeitig auch weit oben in den Ergebnissen von Suchmaschinen zu finden ist. Und so wundert es nicht, dass im Kampf um Interessenten für die neuen TLDs auch mit dem Versprechen einer automatisch hohen Suchmaschinenplatzierung geworben wird.

So erklärte Adrian Kinderis, CEO von ARI Registry Services, dass Google automatisch Webseiten mit neuen Domainendungen gegenüber äquivalenten .com Domains favorisieren würde: “Will a new TLD web address automatically be favoured by Google over a .com equivalent?Quite simply, yes it will.” Wenig überraschend: ARI Registry Services begleitet Firmen bei der aktuellen Vergabe von neuen TLDs.

Auch die dotversicherung-registry GmbH, die sich „stellvertretend für alle versicherungsaffinen Unternehmen um die Einführung der TLD .versicherung bewerben“ möchte, erklärt in einem Beitrag auf ihrer offiziellen Homepage: „Die Top-Level-Domain .versicherung teilt nicht nur Verbrauchern, sondern auch Suchmaschinen ganz automatisch Ihre Branchenzugehörigkeit mit.“ Darauf basierend geht dotversicherung-registry davon aus, „dass die neuen TLDs, zu denen .versicherung gehört, von den Suchmaschinen entsprechend positiv eingestuft werden und ihren Inhabern damit einen langfristigen und strategischen Wettbewerbsvorteil bei der Neukundengewinnung bieten.“

Die angeblich bessere Platzierung der neuen TLDs in Suchmaschinen wird auch von der dotreise GmbH, die sich für die Schaffung und Etablierung der Top-Level-Domain .reise” einsetzt, in den Vordergrund gerückt. So informiert Geschäftsführer Axel Schwiersch potentielle Interessenten: „Reise” gehöre zu den am häufigsten gesuchten Begriffen im Netz, „durch die Übereinstimmung von Suchbegriff und Top-Level-Bereich der Domain erkennen Suchmaschinen automatisch die hohe Relevanz der Domain“, und: „.reise-Domains sind daher ideal geeignet, wenn eine Top-Platzierung in Suchmaschinen angestrebt wird.“

Was ist wirklich dran? – Google nimmt Stellung
Leider bleibt im Faktencheck nicht viel von diesen vollmundigen Werbeaussagen übrig. Suchmaschinentechnisch scheinen Domains unter zukünftigen TLDs sogar eher von Nachteil zu sein. So hat Matt Cutts, der bekannte SEO-Spezialist bei Google, den Aussagen, dass neue Top-Level-Domains von der Suchmaschine im Ranking bevorzugt behandelt würden, widersprochen:

„Das ist einfach nicht wahr, und als Techniker im Google Search Quality Team muss ich dieses Missverständnis widerlegen. Google hat eine Menge Erfahrung darin, relevante Webseiten zu platzieren, unabhängig von ihrer Top-Level-Domain. Google wird versuchen, neue TLDs angemessen einzustufen, doch erwarten Sie nicht, dass eine neue TLD irgendeine anfängliche Bevorzugung gegenüber .com erfahren wird, und ich würde auch nicht darauf wetten, dass das langfristig passieren wird. Wenn Sie eine komplett neue TLD aus anderen Gründen registrieren lassen möchten, ist das Ihre Entscheidung, doch sollten Sie eine neue TLD nicht in dem Irrglauben registrieren, dass Sie in den Suchmaschinen-Rankings auf irgendeine Art einen Schub erfahren werden.“

Und wenige Tage später legte Matt Cutts in einer Videobotschaft zum Thema sogar noch einmal nach.
In seinem Video gab er die Antwort auf die Frage „Wie wird Google neue TLDs , bei denen z.B. für Unternehmen jede beliebige Top-Level-Domain wie www.portfolio.myCompanyName möglich ist, bezüglich des Einflusses auf Platzierung und Pagerank behandeln?“. Gerichtet hatte die Frage der User RobertvH aus München an die Google Webmaster Zentrale gerichtet.

Weiterhin nur das [mutmaßlich] Beste für den User 
Cutts`Antwort:

„Wir hatten bereits Hunderte verschiedene TLDs, und wir machen einen guten Job damit, sie [bei Google] zu indexieren. Wir möchten die besten Suchergebnisse wiedergeben. Und wenn sich das beste Ergebnis auf einer speziellen TLD befindet, dann ist es logisch, zu erwarten, dass wir es ermöglichen, das unserer Meinung nach beste Ergebnis zu zeigen. Wenn Sie also „Transformers 9“ drehen und die Domain transformers9.movie oder eine ähnliche kaufen möchten, ist es realistisch zu erwarten, dass Google versuchen wird, die Resultate dazu zu finden, zu crawlen und sie dann als Ergebnisse den Usern zu zeigen.
Es wird eine Übergangsphase geben, in der wir lernen und herausfinden müssen, welche die validen Top-Level-Domains und welche die [Second-Level-] Domains auf dieser Domain sind. Wir werden das noch untersuchen müssen. Doch es ist definitiv der Fall, dass wir schon immer die besten Resultate an die User zurückgeben wollten, und genau das versuchen wir – egal, ob es sich um eine.com, eine .de oder .whatever handelt.“

Wir halten fest: Domainnamen unter neuen TLDs werden wohl nur mit Verzögerung von Suchmaschinen wie Google in die Suchergebnisse aufgenommen und dann auch nicht bevorzugt.

Von Pascal Lacaille

 

Besuchen Sie auch unser Special zu den New gTLDs

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nTLDs – ICANN verlängert Kommentierungs-Frist

Geschrieben am 13 August 2012 von Domainvermarkter02

Die ICANN hat die Frist, in der die Öffentlichkeit zu dem neuen Top-Level-Domains-Programm (nTLDs-Programm) Stellung nehmen kann, um 45 Tage verlängert. Bis einschließlich Mittwoch, den 26. September 2012 kann somit noch jeder seine Bedenken, Befürchtungen und Meinungen zu den einzelnen TLD-Bewerbungen bei der ICANN einreichen. 

Ursrünglich sollte die Frist zur öffentlichen Kommentierung der nTLD-Bewerbungen lediglich 60 Tage betragen, womit die am 13. Juni 2012 gestartete öffentliche Kommentierungsphase eigentlich am Sonntag, den 12.08.2012 enden sollte. Die ICANN begründet die Erweiterung dieses Zeitfensters mit zahlreichen Anfragen und Bitten von verschiedensten Seiten, daunter auch der US-Regierung, die sich ob der unerwarteten Masse der insgesamt 1.930 eingereichten nTLD-Bewerbungen um 1.409 verschiedenen Endungen, für eine Fristverlängerung ausgesprochen hatten. Eine genaue und faire Evaluation der eingreichten Bewerbungen, die für eine qualifizierte Kommentierung unabdingbar ist, sei ansonsten nicht möglich, so der allgemeine Grundtenor.

Decken tut sich die nun beschlossene Verlängerung der Kommentierungsfrist auch mit dem, für den Bewerbungsprozess des nTLD-Programms maßgeblichen, Applicant Guidebook der ICANN, in dem, für den Fall dass signifikant mehr nTLD-Bewerbungen als erwartet eingreicht werden, die Möglichkeit einer Fristverlängerung vorgesehen ist. Da anstelle der erwarteten 500 Bewerbungen nun 1.930 Bewerbungen um 1.409 nTLDs vorliegen, scheint die Verlägerung der Frist also nur konesquent und beinahe auch unumgänglich.

Bis zum Ende des eigentlich vorgesehen Zeitfensters am Sonntag, den 12.08.2012 wurden bei der ICANN bereits mehr als 5.500 Kommentare und Stellungnahmen mit Kritik und Anmerkungen zu einzelnen nTLD-Bewerbungen und Bewerbern eingreicht, deren Zahl sich nun wohl noch einmal deutlich erhöhen wird.

Somit dürfte sich auch das gesammte weitere Verfahren, an deren Ende dann die letztendliche Einführung der nTLDs stehen soll, nach Verlängerung der eigentlichen Bewerbungsphase sowie dem Abstand nehmen vom “digitalen Bogenschießen”, beides aufgrund technischer Pannen, zusätzlich hinauszögern.

Weitere Informationen finden sich auf der nTLD-Infosite (engl.) der ICANN.

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gesamtübersicht_TLD_Q1/2012

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Verisign: Über 233 Millionen registrierte Domains & stabiles Wachstum

Geschrieben am 19 Juli 2012 von Domainvermarkter02

Der Betreiber der Registries für .com- und .net-Domains, Verisign, hat jüngst seinen vierteljährlich erscheinenden Domain-Name-Industry-Bericht veröffentlicht, der stets einen aufschlussreichen Einblick über die aktuellen Bewegungen auf dem Domainmarkt gewährt. Auf Grundlage verschiedenster, statistischer und analytischer Methoden analysiert Verisign in seinem Domain-Name-Industry-Bericht die jüngsten Entwicklungen und Tendenzen in der Domain-Branche.

Der aktuell veröffentlichte Domain-Name-Industry-Bericht betrachtet das erste Quartal 2012 (Q1/2012) und wertet dieses, auch im Vergleich zu den zurückliegenden Quartalen, aus.

Der Bericht zeigt, dass sich der Domainmarkt weiterhin auf einem stetigen Wachstumskurs befindet. Mit Abschluss des ersten Quartals 2012 waren, alle Top-Level-Domains zusammengenommen, mehr als 233 Millionen Domainnamen registriert. So viele wie niemals zuvor. Dies entspricht im Vergleich zum vorausgegangen vierten Quartal 2011 einem Wachstum von 3,3 Prozent, was in absoluten Zahlen ausgedrückt einer Zunahme von 7,5 Millionen registrierter Domainnamen entspricht. Im Vergleich zum Vorjahr (Q1/2011) bedeutet dies ein Wachstum um 23 Millionen, beziehungsweise 11 Prozentpunkte.

stabiles Wachstum auf Niveau des Vorjahres

Mit Blick auf die Country Code Top-Level-Domains (ccTLDs) lässt sich sogar ein noch deutlicheres Wachstum attestieren. 94,9 Millionen ccTLDs waren bis Ende März registriert, was im Vergleich zu Q4/2011 einer Steigerung von 4,8 Prozent und im Jahresvergleich um 16,2 Prozent entspricht.

Auch .com- und .net-Domains konnten erneut zulegen, allerdings liegt ihre Wachstumsrate im Quartalsvergleich zu Q4/2011 sowie im Jahresvergleich zum vorangegangenen Jahr 2011, mit 2,5 und 13,2 Prozent unter der, der oben bezifferten ccTLDs. In absoluten Zahlen bedeutet dies, dass 116,7 Millionen Domains mit .com- und .net-Domains registriert waren.
Wobei die .com-Domains im Verlauf des vergangenen Quartals Q1/2012, die magische Marke von 100 Millionen registrierter .com-Domains brechen konnte.

Insgesamt wurden in dem betrachteten Zeitraum von Januar bis März diesen Jahres 8,9 Millionen .com- und .net-Domains neu registriert. Dies entspricht einer Steigerung von 7,7 % im Jahresvergleich und 13,2 % im Vergleich zu Q4/2011.

.de führt weiter die Top-Ten der ccTLDs an

Bei den ccTLDs machen weiterhin die zehn am häufigsten registrierten Domainendungen, der insgesamt mehr als 290 ccTLDs die zu einer Registrierung zur Verfügung stehen, rund 60 Prozent aller registrierten Domains dieser Gruppe aus.

Die deutsche ccTLD .de führt diese Rangfolge der am meist registrierten Länder-Code Domains nach Abschluss des ersten Quartals 2012 weiterhin, vor der ccTLD .uk (Großbritannien) und .tk, der Länder-Code Domain der zu Neuseeland gehörenden Zwergen-Insel im Pazifischen Ozean Tokelau, an. Da die hauptsächliche kostenlose Vergabe von .tk erklärt hier die Masse der Registrierungen. Auch auf den folgenden Plätzen der Top-Ten ccTLDs haben sich im Vergleich zum vierten Quartal 2011 nahezu keine Änderungen ergeben, außer das die Länderkennung Australiens (.au), die Italiens (.it) von Rang zehn der am häufigsten registrierten ccTLDs verdrängt hat.

In der Rangfolge aller TLDs belegt die deutsche .de-TLD mit knapp unter 15 Millionen registrierter Domains (Q1/2012) weiterhin den zweiten Rang nach .com- und vor .net-Domains. Es folgen die TLD-Endungen .uk (Großbritannien), .org, .info, .tk (Tokelau), .nl (Niederlande), .ru (Russische Föderation) sowie .eu (Europäische Union).

Insgesamt bleibt der Domainmarkt also stabil und bietet dank der soliden und gesunden Wachstumsraten Investoren interessante Möglichkeiten und Chancen, außerhalb der zur Zeit extrem unsicheren Finanzmärkte und wenig lukrativen, aber sicheren oder aber gut verzinsten, weil extrem riskanten Staatsanleihen, zu investieren.

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Technische Probleme: „Digitales Bogenschießen“ gestoppt!

Geschrieben am 25 Juni 2012 von Domainvermarkter02

Das umstrittene „digitale Bogenschießen“, das die ICANN zur Ermittlung einer Bearbeitungsreihenfolge der Bewerbungen um die neuen generischen Top-Level-Domains (NewgTLDs) aus der Taufe gehoben hat, ist vorerst gestoppt. Erneut sind es technische Probleme die die ICANN dazu zwingen den Prozess auf unbestimmte Dauer auszusetzen. Seit dem 23. Juni ist das System nun abgeschaltet; Eine Registrierung ist derzeit nicht mehr möglich.

Wann das ohnehin viel kritisierte Verfahren des „Digital Archery“ (wir berichteten) fortgesetzt wird, ist noch nicht bekannt. Und auch ob es überhaupt weitergeht, scheint nun mehr als fraglich. Branchenkenner gehen von einem endgültigen Scheitern und einem Zurückrudern der ICANN in Sachen “Digital Archery” aus.

In einer Presseerklärung versucht die ICANN die aktuellen Probleme zu beschreiben und nimmt Stellung zu den erneuten technischen Problemen:

Der wichtigste Grund (Anmerk. der Redaktion: für die Aussetzung des Systems) ist, dass Bewerber davon berichteten, dass der Zeitstempel des Systems, aus noch ungeklärten Gründen, unerwartete, falsche Ergebnisse liefert. Unabhängige Analysten konnten dies bestätigen.

Wie genau es zu den Varianzen bei der Ausstellung des Zeitstempels kommt, ist derweil noch vollkommen unklar. Klar scheint nur, dass der Fehler irgendwo im eigenen technischen System begründet liegt.
Wahrscheinlich scheint einigen ICANN-Analysten eine unzureichende Netzwerklatenz (beanspruchte Zeit einer Datenübertragung zwischen Rechnern innerhalb eines Netzwerkes), andere sehen die Probleme eher in einer fehlerhaften Reaktion des Zeitstempel-Systems unter verschiedenen Ausgangsumständen als Ursache. Genaueres prüfen Experten aktuell.

Geringe Akzeptanz des Verfahrens – wie es weitergeht ist fraglich
Eigentlich sollte das Zeitfenster zur Registrierung und Abholung des Zeitstempels zum 28. Juni geschlossen werden. Bis zur Aussetzung des Systems am 23. Juni, hatten sich jedoch erst 20 Prozent der Bewerber um eine der NewgTLDs registriert und sich ihren, für das „digitale Bogenschießen“ zwingende erforderlichen, Zeitstempel abgeholt. Dies spricht für die geringe Akzeptanz auf die das Verfahren des „Digital Archery“ in der Branche gestoßen ist, und dafür, dass nach den nun vorliegenden technischen Schwierigkeiten, möglicherweise ganz von dem Schießen mit dem digitalen Bogen Abstand genommen wird. Dies ist bislang aber nicht mehr als eine Vermutung. Wie, wann und ob es überhaupt weiter geht mit dem digitalen Bogenschießen, dazu äußerte sich die ICANN noch nicht. Der weitere Evaluierungsprozess in Sachen NewgTLDs soll aber fortgesetzt werden wie geplant.

Technische Panne der Grund für Salazar-Rücktritt?
Diese erneute, peinliche technische Panne im Einführungsprozess der NewgTLDs, lässt den überraschenden Rücktritt von Michal Salazar, der am späten Donnerstag Abend via Pressemitteilung vermeldet wurde, in einem ganz neuen Licht erscheinen. Salazar zeichnete sich bei der ICANN hauptverantwortlich für das NewgTLDs-Programm. Die Vermutung liegt nahe, das Salazar nun persönliche Konsequenezen aus dem neuerlichen, technischen Fauxpas gezogen hat. Eine Begründung für den überraschenden Rücktritt Salazars, kurz bevor das jahrelang unter seiner Feder geplante NewgTLD-Programm endlich zum Abschluss gebracht wird, wurde nicht gegeben. Die zeitliche Nähe zu dem Bekanntwerden der aktuellen “Zeitstempelprobleme”, unterfüttert jedoch die Vermutung, dass der Rücktritt im direkten Zusammenhang mit den neuerlichen technischen Problemen liegt. Mit diesen muss sich ab sofort Kurt Pritz auseinandersetzten, der die Federführung über das NewgTLDs-Programm, zumindest solange bis die Position neu besetzt wird, kommisarisch übernommen hat.

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70 Bewerbungen für neue TLDs aus Deutschland

Geschrieben am 13 Juni 2012 von Christoph Grueneberg

ICANN hat die Bewerberliste für neue gTLDs bekanntgegeben. Insgesamt gibt es Bewerbungen für 1.930 neue Endungen, davon nur 70 aus Deutschland. Um 230 NewgTLDs gibt es mehr als einen Bewerber (insgesamt 751 Bewerbungen), so dass es 1.409 verschiedene Endungen geben könnte.

Die komplette Liste aller Bewerbungen findet sich hier: http://newgtlds.icann.org/en/program-status/application-results/strings-1200utc-13jun12-en

Die Liste der deutschen Bewerbungen ist teilweise sehr überraschend. Nur wenige der hier begehrten Endungen waren vorher bekannt. Eine .spiegel oder eine .lidl hatte vor der heutigen Bekanntgabe wohl keiner auf  Liste. Interessant, wer sich hingegen nicht beworben hat: Die Springer-Gruppe verzichtet auf .welt oder .bild, und .bmw findet keinen Mitbewerber in .daimler oder .mercedes.

Die Deutsche Vermögensberatungs AG (DVAG) scheint fest daran zu glauben, dass eine neue TLD auch beim Ranking hilft – denn für Domainexperten ist es ansonsten völlig unverständlich, warum diese sich mit .vermögensberatung und .vermögensberater u.a. um zwei reine Umlautbegriffe bewirbt. Ob der Gründer der DVAG Reinfried Pohl seine .pohl bekommt könnte spannend werden. Nachnamensdomains ohne überragender Bekanntheit könnten Namensrechte gleichnamiger Personen entgegenstehen. Aber Eitelkeit kennt ja bekanntlich keine Grenzen.

Ebenfalls interessant ist die ähnlich gelagerte Bewerbung für .schwarz (nach dem Gründer von Lidl), schließlich gehört schwarz.de einem kleinem Computerhaus und schwarz.com einer US-Firma.

Hier die komplette Liste aller deutschen gTLD-Bewerbungen:

Domainendung / TLD Bewerber
ACO ACO Severin Ahlmann GmbH & Co. KG
ADAC Allgemeiner Deutscher Automobil-Club e.V. (ADAC)
ALLFINANZ Allfinanz Deutsche Vermögensberatung Aktiengesellschaft
ALLFINANZBERATER Allfinanz Deutsche Vermögensberatung Aktiengesellschaft
ALLFINANZBERATUNG Allfinanz Deutsche Vermögensberatung Aktiengesellschaft
AUDI AUDI Aktiengesellschaft
BAUHAUS Werkhaus GmbH
BAYERN Bayern Connect GmbH
BERLIN dotBERLIN GmbH & Co. KG
BLANCO BLANCO GmbH + Co KG
BMW Bayerische Motoren Werke Aktiengesellschaft
BOEHRINGER Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG
BOSCH Robert Bosch GMBH
COLOGNE NetCologne Gesellschaft für Telekommunikation mbH
DEUTSCHEPOST Deutsche Post AG
DHL Deutsche Post AG
DVAG Deutsche Vermögensberatung Aktiengesellschaft DVAG
EDEKA EDEKA Verband kaufmännischer Genossenschaften e.V.
EMERCK Merck KGaA
EPOST Deutsche Post AG
FRESENIUS Fresenius Immobilien-Verwaltungs-GmbH
GEA GEA Group Aktiengesellschaft
GMBH TLDDOT GmbH
GMBH InterNetWire Web-Development GmbH
GMX 1&1 Mail & Media GmbH
HAMBURG Hamburg Top-Level-Domain GmbH
HIV dotHIV gemeinnuetziger e.V.
IFM ifm electronic gmbh
IMMO dotimmobilie GmbH
KOELN NetCologne Gesellschaft für Telekommunikation mbH
KSB KSB Aktiengesellschaft
LIDL Schwarz Domains und Services GmbH & Co. KG
LINDE Linde Aktiengesellschaft
LLC myLLC GmbH
LLP myLLP GmbH
LTD myLTD GmbH
MAIL 1&1 Mail & Media GmbH
MAN MAN SE
MED DocCheck AG
MERCK Merck KGaA
MINI Bayerische Motoren Werke Aktiengesellschaft
NRW Minds + Machines GmbH
OBI OBI Group Holding GmbH
ONL I-REGISTRY Ltd., Niederlassung Deutschland
ONLINE I-REGISTRY Ltd., Niederlassung Deutschland
POHL Deutsche Vermögensberatung Aktiengesellschaft DVAG
REISE dotreise GmbH
REXROTH Bosch Rexroth AG
RICH I-REGISTRY Ltd., Niederlassung Deutschland
RUHR regiodot GmbH & Co. KG
RWE RWE AG
SAARLAND dotSaarland GmbH
SAP SAP AG
SARL mySARL GmbH
SCHAEFFLER Schaeffler Technologies AG & Co. KG
SCHWARZ Schwarz Domains und Services GmbH & Co. KG
SCHWARZGROUP Schwarz Domains und Services GmbH & Co. KG
SEW SEW-EURODRIVE GmbH & Co KG
SPIEGEL SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG
SRL mySRL GmbH
STADA STADA Arzneimittel AG
TAXI Taxi Pay GmbH
TRUST Deutsche Post AG
TUI TUI AG
vermögensberater Deutsche Vermögensberatung Aktiengesellschaft DVAG
vermögensberatung Deutsche Vermögensberatung Aktiengesellschaft DVAG
VERSICHERUNG dotversicherung-registry GmbH
VIP I-REGISTRY Ltd., Niederlassung Deutschland
VIP Vipspace Enterprises LLC
WEB Schlund Technologies GmbH

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Neue gTLDs: Aufschwung für den Domainmarkt?

Geschrieben am 13 Juni 2012 von Domainvermarkter-Magazin

zuerst veröffentlicht im Domainvermarkter-Magazin 07

Ist es nun aber so, dass gerade bei Domainern die Einführung neuer TLDs abgelehnt wird, weil sie um ihre mühsam erworbenen Pfründe fürchten? Nur die wenigsten Domainer gehen davon aus, dass Domainnamen unter .com oder den Länderdomains wie .de an Wert verlieren werden. Im Gegenteil! Schon in den vergangenen Jahren hat sich immer wieder gezeigt, dass Projekte, die unter Alternativendungen wie .net oder .org begannen, irgendwann auch die dazugehörige .com benötigten.

Viel wichtiger aber ist die neue mediale Aufmerksamkeit, die jetzt schon mit der Einführung neuer TLDs auf den Domainmarkt gerichtet wird. Gerade die regionalen und lokalen Endungen werden das Thema Domainhandel zum allabendlichen Stammtischgespräch werden lassen. Man muss sich nur die Diskussionen über die Fragen ausmalen, wer die besten Domainnamen bekommen darf, wie diese genau verteilt werden und was eine einzelne Domain am Ende kosten wird. Dies birgt genügend Stoff für die Medien.

Mehr mediale Aufmerksamkeit
Wer sich an die Begleitumstände bei der Einführung der letzten .de Kurzdomains erinnern kann, der wird ahnen können wie es zugehen wird, wenn nun eine komplett neue Vergabe von Domainnamen ansteht. Alle Probleme, die in den vergangenen Jahren in dem langsam gewachsenen .de Namensraum entstanden und mühsam gelöst worden sind, werden dann geballt auf einmal auftreten. Im Gegensatz zu reinen generischen TLDs wie .shop birgt eine Stadtdomain wie .berlin viel Konfliktpotential.

Die Diskussionen um den Wert von Domainnamen werden mit Sicherheit dazu führen, dass der Domainhandel an sich mehr Bekanntheit erfährt. Und wünschen sich das nicht alle Domainer schon seit langem?

Von Christoph Grüneberg

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Die Hintergründe für die neuen TLDs

Geschrieben am 13 Juni 2012 von Domainvermarkter-Magazin

zuerst veröffentlicht im Domainvermarkter-Magazin 07

Aus ökonomischer Sicht ist die Entscheidung der ICANN, hunderte oder gar tausende neuer Domainendungen gleichzeitig einzuführen, unsinnig. Politisch mag dies ein Befreiungsschlag sein, muss so doch kein TLD-Bewerber jahrelange Lobbyarbeit betreiben (Dotberlin) oder die Gerichte bemühen (dotxxx), um zu der begehrten eigenen Endung zu kommen. Gleichzeitig wird aber der Wert einer eigenen TLD geschmälert und damit auch das langfristige wirtschaftliche Überleben vieler neuer generischer TLDs in Frage gestellt. Die ICANN begründet die Einführung der neuen TLDs mit Innovation und Wettbewerb.

Mehr Wettbewerb und Innovationen?
Aber hält dieses Argument einer kritischen Betrachtung stand? Kein Autohersteller käme auf die Idee, mit einem Schlag 100 neue Modelle zu präsentieren und zu glauben, es wären gleichzeitig genügend Käufer da. Das Drucken von mehr Geldscheinen führt schließlich auch nicht zu mehr Vermögen, sondern zu Inflation und Bankrott.

Letztendlich, da wird die ICANN Recht behalten, wird die New-TLD-Lawine zu einem gnadenlosen Wettbewerb der neuen Registries um die Domain-Besteller führen. Ob dies dem Domainkunden wirklich nutzt, darf bezweifelt werden. Wenn es wirklich um mehr Wettbewerb ginge, dann müsste die ICANN zuerst die .com Verträge modifizieren: Hier führt das Monopol durch Verisign zu ständig steigenden Preisen. Und das, obwohl nach allen Regeln der Economies of Scale die Registrierungsgebühren sinken müssten und andere TLD-Betreiber wie die DENIC zeigen, dass man weit wirtschaftlicher arbeiten kann.

Cui bono?
Wie kam es also zu der Entscheidung, so viele neue TLDs einzuführen? Bei der ICANN, welche für die Entscheidung der Vergabe neuer TLDs zuständig ist, sind die eigentlichen Domainnutzer nicht oder nur marginal vertreten. Wurde bei der ICANN die öffentliche Wahl für Vertreter der Nutzerschaft 2003 abgeschafft, hat es eine solche bei der DENIC in Deutschland noch nie gegeben. Dabei wäre es technisch keine Schwierigkeit, jedem Domaininhaber eine Stimme zu geben und damit auch eine repräsentative Wahl der Domaininhaber stattfinden zu lassen. Aber der normale Internetnutzer spielt bei der ICANN keine Rolle.

Wer alles profitiert
Die ICANN-Treffen werden dominiert von Lobbyisten, unterwegs in eigener Sache oder als Vertreter von Registraren und Registries. Nur wer hauptberuflich von der ICANN oder deren Arbeit direkt profitiert, kann es sich leisten, die zahlreichen weltweiten Treffen zu besuchen. Daran ändern auch Stipendien nichts, werden diese doch für jedes Treffen neu vergeben. So sind es natürlich Mitglieder aus diesem Umfeld der ICANN, die bereits jetzt kräftig an der Einführung neuer TLDs verdienen. Sowohl Registrare als auch Registries stellen sich als Berater und Technikpartner für die neuen TLDs zur Verfügung. Auch wenn die ICANN selbst gemeinnützig ist, so ist doch klar, dass die Akteure der ICANN ebenfalls von den zusätzlichen Einnahmen profitieren. Denn Geld, welches für die Bewerbung um die nTLDs und Betriebsabgaben an die ICANN fließt, muss auch wieder irgendwo ausgegeben werden. So werden sich entweder die Gehälter und Aufwandsentschädigungen erhöhen oder es muss schlicht mehr Personal eingestellt werden – wahrscheinlich sogar beides.

Die ICANN selbst macht sich zudem unentbehrlich, denn eine Organisation, die nicht nur wenige gTLDs kontrollieren muss (die Länder-TLDs sind zum größten Teil unabhängig), sondern nun gleich hunderte Endungen betreut, macht sich unersetzlich. Selbst wenn 50% der neu eingeführten Endungen wieder vom Markt verschwinden, bleiben hunderte, die weiterhin verwaltet und kontrolliert werden müssen.

Peter Dengate Thrush war Vorsitzender der ICANN und in dieser Funktion maßgeblich an der im Juni 2011 erteilten Genehmigung des Programms zur Einführung neuer gTLDs beteiligt. Nach erfolgreicher Durchsetzung des nTLD-Programmes verließ er im Juni 2011 ICANN, um im Juli 2011 als Aufsichtsratsvorsitzender der Top Level Domain Holdings Limited (TLDH) anzuheuern. Die TLDH bewirbt sich zusammen mit der Tochterfirma Minds + Machines um zahlreiche nTLDs.

Von Christoph Grüneberg

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