Archive | TLD News

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nTLDs – ICANN verlängert Kommentierungs-Frist

Geschrieben am 13 August 2012 von Domainvermarkter02

Die ICANN hat die Frist, in der die Öffentlichkeit zu dem neuen Top-Level-Domains-Programm (nTLDs-Programm) Stellung nehmen kann, um 45 Tage verlängert. Bis einschließlich Mittwoch, den 26. September 2012 kann somit noch jeder seine Bedenken, Befürchtungen und Meinungen zu den einzelnen TLD-Bewerbungen bei der ICANN einreichen. 

Ursrünglich sollte die Frist zur öffentlichen Kommentierung der nTLD-Bewerbungen lediglich 60 Tage betragen, womit die am 13. Juni 2012 gestartete öffentliche Kommentierungsphase eigentlich am Sonntag, den 12.08.2012 enden sollte. Die ICANN begründet die Erweiterung dieses Zeitfensters mit zahlreichen Anfragen und Bitten von verschiedensten Seiten, daunter auch der US-Regierung, die sich ob der unerwarteten Masse der insgesamt 1.930 eingereichten nTLD-Bewerbungen um 1.409 verschiedenen Endungen, für eine Fristverlängerung ausgesprochen hatten. Eine genaue und faire Evaluation der eingreichten Bewerbungen, die für eine qualifizierte Kommentierung unabdingbar ist, sei ansonsten nicht möglich, so der allgemeine Grundtenor.

Decken tut sich die nun beschlossene Verlängerung der Kommentierungsfrist auch mit dem, für den Bewerbungsprozess des nTLD-Programms maßgeblichen, Applicant Guidebook der ICANN, in dem, für den Fall dass signifikant mehr nTLD-Bewerbungen als erwartet eingreicht werden, die Möglichkeit einer Fristverlängerung vorgesehen ist. Da anstelle der erwarteten 500 Bewerbungen nun 1.930 Bewerbungen um 1.409 nTLDs vorliegen, scheint die Verlägerung der Frist also nur konesquent und beinahe auch unumgänglich.

Bis zum Ende des eigentlich vorgesehen Zeitfensters am Sonntag, den 12.08.2012 wurden bei der ICANN bereits mehr als 5.500 Kommentare und Stellungnahmen mit Kritik und Anmerkungen zu einzelnen nTLD-Bewerbungen und Bewerbern eingreicht, deren Zahl sich nun wohl noch einmal deutlich erhöhen wird.

Somit dürfte sich auch das gesammte weitere Verfahren, an deren Ende dann die letztendliche Einführung der nTLDs stehen soll, nach Verlängerung der eigentlichen Bewerbungsphase sowie dem Abstand nehmen vom “digitalen Bogenschießen”, beides aufgrund technischer Pannen, zusätzlich hinauszögern.

Weitere Informationen finden sich auf der nTLD-Infosite (engl.) der ICANN.

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gesamtübersicht_TLD_Q1/2012

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Verisign: Über 233 Millionen registrierte Domains & stabiles Wachstum

Geschrieben am 19 Juli 2012 von Domainvermarkter02

Der Betreiber der Registries für .com- und .net-Domains, Verisign, hat jüngst seinen vierteljährlich erscheinenden Domain-Name-Industry-Bericht veröffentlicht, der stets einen aufschlussreichen Einblick über die aktuellen Bewegungen auf dem Domainmarkt gewährt. Auf Grundlage verschiedenster, statistischer und analytischer Methoden analysiert Verisign in seinem Domain-Name-Industry-Bericht die jüngsten Entwicklungen und Tendenzen in der Domain-Branche.

Der aktuell veröffentlichte Domain-Name-Industry-Bericht betrachtet das erste Quartal 2012 (Q1/2012) und wertet dieses, auch im Vergleich zu den zurückliegenden Quartalen, aus.

Der Bericht zeigt, dass sich der Domainmarkt weiterhin auf einem stetigen Wachstumskurs befindet. Mit Abschluss des ersten Quartals 2012 waren, alle Top-Level-Domains zusammengenommen, mehr als 233 Millionen Domainnamen registriert. So viele wie niemals zuvor. Dies entspricht im Vergleich zum vorausgegangen vierten Quartal 2011 einem Wachstum von 3,3 Prozent, was in absoluten Zahlen ausgedrückt einer Zunahme von 7,5 Millionen registrierter Domainnamen entspricht. Im Vergleich zum Vorjahr (Q1/2011) bedeutet dies ein Wachstum um 23 Millionen, beziehungsweise 11 Prozentpunkte.

stabiles Wachstum auf Niveau des Vorjahres

Mit Blick auf die Country Code Top-Level-Domains (ccTLDs) lässt sich sogar ein noch deutlicheres Wachstum attestieren. 94,9 Millionen ccTLDs waren bis Ende März registriert, was im Vergleich zu Q4/2011 einer Steigerung von 4,8 Prozent und im Jahresvergleich um 16,2 Prozent entspricht.

Auch .com- und .net-Domains konnten erneut zulegen, allerdings liegt ihre Wachstumsrate im Quartalsvergleich zu Q4/2011 sowie im Jahresvergleich zum vorangegangenen Jahr 2011, mit 2,5 und 13,2 Prozent unter der, der oben bezifferten ccTLDs. In absoluten Zahlen bedeutet dies, dass 116,7 Millionen Domains mit .com- und .net-Domains registriert waren.
Wobei die .com-Domains im Verlauf des vergangenen Quartals Q1/2012, die magische Marke von 100 Millionen registrierter .com-Domains brechen konnte.

Insgesamt wurden in dem betrachteten Zeitraum von Januar bis März diesen Jahres 8,9 Millionen .com- und .net-Domains neu registriert. Dies entspricht einer Steigerung von 7,7 % im Jahresvergleich und 13,2 % im Vergleich zu Q4/2011.

.de führt weiter die Top-Ten der ccTLDs an

Bei den ccTLDs machen weiterhin die zehn am häufigsten registrierten Domainendungen, der insgesamt mehr als 290 ccTLDs die zu einer Registrierung zur Verfügung stehen, rund 60 Prozent aller registrierten Domains dieser Gruppe aus.

Die deutsche ccTLD .de führt diese Rangfolge der am meist registrierten Länder-Code Domains nach Abschluss des ersten Quartals 2012 weiterhin, vor der ccTLD .uk (Großbritannien) und .tk, der Länder-Code Domain der zu Neuseeland gehörenden Zwergen-Insel im Pazifischen Ozean Tokelau, an. Da die hauptsächliche kostenlose Vergabe von .tk erklärt hier die Masse der Registrierungen. Auch auf den folgenden Plätzen der Top-Ten ccTLDs haben sich im Vergleich zum vierten Quartal 2011 nahezu keine Änderungen ergeben, außer das die Länderkennung Australiens (.au), die Italiens (.it) von Rang zehn der am häufigsten registrierten ccTLDs verdrängt hat.

In der Rangfolge aller TLDs belegt die deutsche .de-TLD mit knapp unter 15 Millionen registrierter Domains (Q1/2012) weiterhin den zweiten Rang nach .com- und vor .net-Domains. Es folgen die TLD-Endungen .uk (Großbritannien), .org, .info, .tk (Tokelau), .nl (Niederlande), .ru (Russische Föderation) sowie .eu (Europäische Union).

Insgesamt bleibt der Domainmarkt also stabil und bietet dank der soliden und gesunden Wachstumsraten Investoren interessante Möglichkeiten und Chancen, außerhalb der zur Zeit extrem unsicheren Finanzmärkte und wenig lukrativen, aber sicheren oder aber gut verzinsten, weil extrem riskanten Staatsanleihen, zu investieren.

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70 Bewerbungen für neue TLDs aus Deutschland

Geschrieben am 13 Juni 2012 von Christoph Grueneberg

ICANN hat die Bewerberliste für neue gTLDs bekanntgegeben. Insgesamt gibt es Bewerbungen für 1.930 neue Endungen, davon nur 70 aus Deutschland. Um 230 NewgTLDs gibt es mehr als einen Bewerber (insgesamt 751 Bewerbungen), so dass es 1.409 verschiedene Endungen geben könnte.

Die komplette Liste aller Bewerbungen findet sich hier: http://newgtlds.icann.org/en/program-status/application-results/strings-1200utc-13jun12-en

Die Liste der deutschen Bewerbungen ist teilweise sehr überraschend. Nur wenige der hier begehrten Endungen waren vorher bekannt. Eine .spiegel oder eine .lidl hatte vor der heutigen Bekanntgabe wohl keiner auf  Liste. Interessant, wer sich hingegen nicht beworben hat: Die Springer-Gruppe verzichtet auf .welt oder .bild, und .bmw findet keinen Mitbewerber in .daimler oder .mercedes.

Die Deutsche Vermögensberatungs AG (DVAG) scheint fest daran zu glauben, dass eine neue TLD auch beim Ranking hilft – denn für Domainexperten ist es ansonsten völlig unverständlich, warum diese sich mit .vermögensberatung und .vermögensberater u.a. um zwei reine Umlautbegriffe bewirbt. Ob der Gründer der DVAG Reinfried Pohl seine .pohl bekommt könnte spannend werden. Nachnamensdomains ohne überragender Bekanntheit könnten Namensrechte gleichnamiger Personen entgegenstehen. Aber Eitelkeit kennt ja bekanntlich keine Grenzen.

Ebenfalls interessant ist die ähnlich gelagerte Bewerbung für .schwarz (nach dem Gründer von Lidl), schließlich gehört schwarz.de einem kleinem Computerhaus und schwarz.com einer US-Firma.

Hier die komplette Liste aller deutschen gTLD-Bewerbungen:

Domainendung / TLD Bewerber
ACO ACO Severin Ahlmann GmbH & Co. KG
ADAC Allgemeiner Deutscher Automobil-Club e.V. (ADAC)
ALLFINANZ Allfinanz Deutsche Vermögensberatung Aktiengesellschaft
ALLFINANZBERATER Allfinanz Deutsche Vermögensberatung Aktiengesellschaft
ALLFINANZBERATUNG Allfinanz Deutsche Vermögensberatung Aktiengesellschaft
AUDI AUDI Aktiengesellschaft
BAUHAUS Werkhaus GmbH
BAYERN Bayern Connect GmbH
BERLIN dotBERLIN GmbH & Co. KG
BLANCO BLANCO GmbH + Co KG
BMW Bayerische Motoren Werke Aktiengesellschaft
BOEHRINGER Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG
BOSCH Robert Bosch GMBH
COLOGNE NetCologne Gesellschaft für Telekommunikation mbH
DEUTSCHEPOST Deutsche Post AG
DHL Deutsche Post AG
DVAG Deutsche Vermögensberatung Aktiengesellschaft DVAG
EDEKA EDEKA Verband kaufmännischer Genossenschaften e.V.
EMERCK Merck KGaA
EPOST Deutsche Post AG
FRESENIUS Fresenius Immobilien-Verwaltungs-GmbH
GEA GEA Group Aktiengesellschaft
GMBH TLDDOT GmbH
GMBH InterNetWire Web-Development GmbH
GMX 1&1 Mail & Media GmbH
HAMBURG Hamburg Top-Level-Domain GmbH
HIV dotHIV gemeinnuetziger e.V.
IFM ifm electronic gmbh
IMMO dotimmobilie GmbH
KOELN NetCologne Gesellschaft für Telekommunikation mbH
KSB KSB Aktiengesellschaft
LIDL Schwarz Domains und Services GmbH & Co. KG
LINDE Linde Aktiengesellschaft
LLC myLLC GmbH
LLP myLLP GmbH
LTD myLTD GmbH
MAIL 1&1 Mail & Media GmbH
MAN MAN SE
MED DocCheck AG
MERCK Merck KGaA
MINI Bayerische Motoren Werke Aktiengesellschaft
NRW Minds + Machines GmbH
OBI OBI Group Holding GmbH
ONL I-REGISTRY Ltd., Niederlassung Deutschland
ONLINE I-REGISTRY Ltd., Niederlassung Deutschland
POHL Deutsche Vermögensberatung Aktiengesellschaft DVAG
REISE dotreise GmbH
REXROTH Bosch Rexroth AG
RICH I-REGISTRY Ltd., Niederlassung Deutschland
RUHR regiodot GmbH & Co. KG
RWE RWE AG
SAARLAND dotSaarland GmbH
SAP SAP AG
SARL mySARL GmbH
SCHAEFFLER Schaeffler Technologies AG & Co. KG
SCHWARZ Schwarz Domains und Services GmbH & Co. KG
SCHWARZGROUP Schwarz Domains und Services GmbH & Co. KG
SEW SEW-EURODRIVE GmbH & Co KG
SPIEGEL SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG
SRL mySRL GmbH
STADA STADA Arzneimittel AG
TAXI Taxi Pay GmbH
TRUST Deutsche Post AG
TUI TUI AG
vermögensberater Deutsche Vermögensberatung Aktiengesellschaft DVAG
vermögensberatung Deutsche Vermögensberatung Aktiengesellschaft DVAG
VERSICHERUNG dotversicherung-registry GmbH
VIP I-REGISTRY Ltd., Niederlassung Deutschland
VIP Vipspace Enterprises LLC
WEB Schlund Technologies GmbH

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Welche Chancen haben nun die neuen TLDs im Einzelnen?

Geschrieben am 12 Juni 2012 von Domainvermarkter-Magazin

zuerst veröffentlicht im Domainvermarkter-Magazin 07

Die neuen TLDs kann man in drei Kategorien einteilen: Firmen/Marken-TLDs, regionale TLDs und sonstige TLDs. Jede dieser Gruppen hat unterschiedliche Zielsetzungen.

Firmen/Marken-TLDs
Gab es bisher zwar branchenspezifische Domainendungen wie .aero oder .travel, wird es nun erstmals Endungen geben, die einen Firmennamen oder eine Marke repräsentieren. Diese TLDs werden der Öffentlichkeit höchstwahrscheinlich nicht frei zur Verfügung stehen. Die Betreiber dürften kaum Interesse daran haben, einzelne Domains unter ihrer TLD an Dritte zu verkaufen. Dies gilt für Endungen wie beispielsweise .microsoft oder .bmw. Auch die kostenlose Abgabe im Rahmen von Marketingaktionen ist unwahrscheinlich, da immer die Gefahr besteht, dass der Firmen- oder Markenname leiden könnte. Daher werden diese Endungen nur geringe Auswirkungen auf den regulären Domainmarkt haben. Der Erfolg oder Misserfolg hängt völlig davon ab, was die Betreiber von „ihrer” TLD erwarten. Generell ist auch umstritten, ob eine eigene Marken-TLD überhaupt einen Vorteil gegenüber der .com-Domain einer Marke hat. Eine .marke ist als solche nicht aufrufbar, es müsste immer eine Domain wie info.marke aufgerufen werden – wobei derzeit noch keine Konvention unter den Usern besteht, welche Domain dies letztendlich sein wird.

Regionen TLDs
Zu den begehrtesten neuen TLDs gehören TLDs mit einem örtlichen Bezug. In Deutschland sind es Städte, die Endungen wie .berlin oder .koeln unterstützen, aber auch Bundesländer, die Bewerbungen für .bayern oder .nrw ermöglichen. Welche davon am Ende echten Publikumserfolg haben wird, bleibt abzuwarten. So dürfte eine .nrw wohl weniger Anklang als eine .bayern finden. Werden sich viele Privatpersonen oder Firmen finden, die Wert darauf legen, eine Adresse mit .nrw zu besitzen? In NRW definiert man sich immer noch über Gebiete wie Westfalen, Lippe, das Ruhrgebiet oder Rheinland. Gerade als Werbung für örtliche Betriebe ist das Bundesland NRW zu unscharf, um etwa etwas sinnvolles unter einer cafes.nrw projektieren zu können. Eine scharf abgegrenzte Domain wie .berlin oder .koeln kann da schon eher auf Zuspruch der lokalen Wirtschaft hoffen. Auch der Wirtschaftsraum in diesen Millionenstädten sollte ausreichend sein, um eine eigene TLD tragen zu können. Kategoriebegriffe wie hotels.berlin oder rundfahrten.hamburg könnten neuen Schwung ins immer noch schwierige lokale Webseitenprojektgeschäft bringen. Allerdings sollte man das Potential nicht überschätzen: Wenn es bisher unter projekt-stadtname.de schwierig war, zahlende Kunden für Onlineeinträge zu gewinnen, so muss man fragen, warum dies nun unter projekt.stadtname leichter gehen sollte. Gerade bei solchen örtlichen Branchenverzeichnissen ist die Konkurrenz hart: Nicht nur die Gelben Seiten sind hier immer noch eine Macht. Auch Google hat in den vergangenen Jahren manchen Projektbetreiber hart aus seinen Träumen erwachen lassen. Denn die wichtigsten Suchergebnisse bei Google, z.B. nach Handwerkern oder Hotels, werden auf den ersten Plätzen mit eigenen Daten von Google bestückt. Viele Geschäftsmodelle, die auf den ersten Blick prima unter einer Städte-TLD-Domain funktionieren könnten, scheitern leider am Realitätscheck.

Einmischung aus der Politik?
Zudem wird gerade bei den Regionen-TLDs öffentlicher und politischer Druck eine große Rolle spielen. Beispielhaft sei hier die TLD .bayern genannt, die im Bayerischen Landtag schon vor Einführung unter kritischer Beobachtung steht. (Siehe hierzu auch den Artikel “.bayern: Domainvergabe per Versteigerung?” auf Seite 11 im Magazin)
Der Druck, es von Handwerkerinnungen bis hin zu vielen Vereinen und Parteien allen Interessenverbänden recht zu machen, ist hoch. Wenn aber die Domainnamen nicht nach rein ökonomischen, sondern nach politischen Interessen vergeben werden sollten, mindert dies den Wert der Domains. Ein wirklich freier Markt entsteht nur dann, wenn Domainnamen ohne Diskriminierung vergeben werden. Zumindest dürfte aber in Deutschland das langfristige Überleben der Regional-TLDs gesichert sein: Eine einmal eingeführte TLD wird wohl niemals von einem Bürgermeister oder Ministerpräsidenten wieder aufgeben werden. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Stadtwerke neben defizitären Verkehrsbetrieben auch noch eine lokale Registry subventionieren werden. Eines Tages bekommt vielleicht jeder Kunde der örtlichen Versorger mit dem Stromanschluss eine kostenlose Domain dazu.

Sonstige kommerzielle TLDs
Wenig erstaunlich gibt es gerade um Endungen mit rein kommerziellem Potential reichlich Bewerbungen. Dabei werden Domainnamen unter .shop sicherlich zu den begehrtesten gehören, bergen diese doch hohes kommerzielles Potential. Ein Blick in die Domainstatistik zeigt, welche Suffixe, also Endungen von .de-Domains (Quelle: Erhebung aus eigenem Datenbestand) zu den beliebtesten gehören: online, immobilien, service, design, shop, info, consulting, deutschland, forum, reisen.
International sind dies laut einer Analyse von Lean Domain Search die Suffixe online, web, media, world, net, group, blog, shop, book, store. Generell wird es aber für jede neue kommerzielle TLD sehr schwierig werden, denn die Erfahrungen mit .info oder .biz lassen erwarten, dass es mühsam sein wird, neue Endungen bekannt und beliebt zu machen, besonders wenn sie nahezu austauschbar sind. Eine .online oder .web hat wenig Alleinstellungsmerkmale, wogegen eine .blog für große Bloghoster wie blogger.com eine lohnende Investition sein könnte. Es könnte bei den Geschäftsmodellen auch durchaus Überraschungen geben: Wenn eine .shop gleichzeitig eine Shoplösung mit anbietet, dann ergeben sich ganz andere Entwicklungen als bei einem reinem Domainverkauf.

Es bleibt also abzuwarten, mit welchen Konzepten die neuen TLDs an den Start gehen werden. Klassische Landrush-Situationen so wie bei .info oder auch bei .eu wird es nicht bei jeder Endung geben. Daneben gibt es noch TLDs, die besondere Zielgruppen umwerben, letztendlich aber auch ihren Betrieb aus den Registrierungsgebühren bestreiten müssen. Es bleibt abzuwarten, ob eine .gay wirklich funktioniert oder ob eine .green nicht am ewigen Tropf staatlich subventionierter Organisationen hängen wird.

Von Christoph Grüneberg

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Neue TLDs aus Sicht der Domaininvestoren

Geschrieben am 12 Juni 2012 von Domainvermarkter-Magazin

zuerst veröffentlicht im Domainvermarkter-Magazin 07

Nach dem Abschluss der ersten Bewerbungsphase sieht es so aus, als würde es zukünftig über 1000 neue Top-Level-Domains geben.

Doch wie erfolgreich können diese neuen Domainendungen aus kommerzieller Sicht werden? Wird bei 1000 neuen Endungen jede neue TLD ein Selbstläufer und gleichzeitig für den Betreiber eine Lizenz zum Gelddrucken? In den vergangenen Monaten wurde suggeriert, dass selbst mit absoluten Nischen-TLDs wie einer .versicherung Geld zu verdienen sei. Im Zweifelsfall wurde dann das Argument eines nahezu automatisch besseren Google Rankings bemüht. (Mehr hierzu im Artikel “Google: Keine Ranking-Vorteile für neue TLDs”)

Der Erfolg oder Misserfolg einer neuen TLD lässt sich nicht mit Sicherheit voraussagen. Viel hängt von den Marketingbemühungen der Betreiber ab. Der Launch der kolumbianischen Länderdomain .co hat aber gezeigt, wie mit immensem Werbeaufwand ein Hype um eine Endung geschaffen wird und sich die Investitionen der Betreiber schon ab dem ersten Jahr rechnen können. Ähnliches gilt für Endungen wie .asia oder .info, die über häufige Promoaktionen beständig hohe Registrierungszahlen halten können. Wie sieht es aber aus, wenn nun auf einen Schlag hunderte neue TLDs hinzukommen? Wer gehört dann zu den Gewinnern und Verlierern?

Kampf um Aufmerksamkeit
Wurden seit dem Start des Domainnamensraumes mit den Länderendungen und den generischen Domains nur wenige neue TLDs zugelassen, steht nun eine Vervielfachung des bisherigen Namensraumes bevor. Dies wird es vielen Betreibern erschweren, ihre neue TLD mit nur wenig Aufwand zu promoten. Bei den bisherigen Neueinführungen wurden besonders die Domaininvestoren kräftig umworben. Kaum ein Domainermeeting, bei dem nicht .co eine Party geschmissen hätte oder .tel und .asia als Sponsoren auftraten. Die Domainliveauktionen auf der Traffic-Konferenz wurden genutzt, um begehrte Keywords unter .me oder .mobi zu versteigern. Bekannte Domainer wie Frank Schilling (.xxx Paketkauf) oder Rick Schwartz (flowers.mobi) wurden als Leadinvestoren gewonnen. Zwar wurde nicht immer den bei Auktionen erzielten Verkaufspreisen getraut, aber viele Domainer öffneten bei Neueinführungen ihre Geldbörsen. Wer wollte nicht beim möglichen “nächsten großen Ding” dabei sein?

Budgetfragen
Andrew Alleman hat in seinem Blog die Frage gestellt, wie groß denn der Gesamtmarkt für Investitionen in neue TLDs bei Domainern sein könnte. Wenn bisher jährlich 10 Millionen Dollar bei TLD-Neueinführungen zur Verfügung stünden, wie würde sich dann dieses Budget auf hunderte neuer Domainendungen verteilen? Zudem garantieren Erfahrungen aus den bisherigen TLD-Neueinführungen nicht unbedingt das Bestehen einer immer noch gleich hohen Investitionsbereitschaft. Die Einnahmen aus den Domainparkingprogrammen haben seit 2008 stark abgenommen. Damit steht aktuell nicht so viel Cash zum Investieren zur Verfügung, wie sich das die nTLD-Betreiber vielleicht gerne wünschen. Nicht wenige Domainer haben selbst hohe Summen in Firmen investiert, die sich um die Zulassung neuer TLDs bewerben. Als Domaininvestor muss man sich grundsätzlich die Frage stellen, wie sich der Erwerb von Domainnamen unter den nTLDs kurz- oder langfristig refinanzieren lässt. Es ist nicht zu erwarten, dass die Domains mit nTLDs Type-in-Traffic haben werden. Woher soll dieser auch kommen? Selbst halbwegs bekannte Endungen wie .info oder .biz haben bisher so gut wie keinen natürlichen Traffic (Type-ins) von Besuchern. Eine ausreichende Refinanzierung über Domainparking scheidet bei neuen TLDs also zumindest für Domainer aus. Was nicht heißt, dass für den Eigentümer einer TLD das Parking durchaus ein Geschäftsmodell sein kann, so wie wir es in dieser Magazinausgabe anhand .tk berichten.

Jeder Euro oder Dollar, der für eine Domain unter einer neuen TLD von einem Investor ausgegeben wird, wird zuerst einmal totes Kapital sein. Es gibt keine laufenden Einnahmen, sondern nur ständig neue Kosten durch die Registrierungsgebühren. Gewinn wird nur bei einem Exit, also einem Domainverkauf erzielt. Die Registrierungskosten für die nTLDs werden kaum geringer sein als die für eine .com oder eine .info. Gleichzeitig wird es für Domaininvestoren schwierig werden, ihre Domains an den Endkunden zu bringen: Dieser wird dann ebenfalls die Auswahl unter hunderten gleichwertiger generischer Domains haben.

Dilemma der Registries
Aber es ist ja auch generell nicht gut für eine neue TLD, wenn die besten Domains in die Hände der Investoren wandern. Wenn alle guten Domains nur ein Verkaufsschild haben, statt projektiert zu werden, wird sich die TLD nie im Bewusstsein der Öffentlichkeit verankern können. Es droht das Schicksal einer .biz, die es nie schaffte, ausreichend „echte“ Projekte unter ihrer Endung zum Start zu bringen. Andere Endungen wie .mobi versuchten mit Wettbewerben wenigstens einige ihrer besten Domains gut projektiert zu bekommen. Es wird für die neuen Registries auf jeden Fall schwierig, hier den richtigen Spagat zu finden. Die etablierten Endungen haben den Vorteil, dass es über bald 20 Jahre ein natürliches Wachstum gegeben hat. Die besten Keyworddomains wurden meist zügig projektiert. Dies wird in Zukunft bei kaum einer neuen Endung funktionieren. Ohne schlüssiges Konzept der Domainvermarktung droht vielen Endungen das schnelle Vergessen.

Von Christoph Grüneberg

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.bayern: Domainvergabe per Versteigerung?

Geschrieben am 16 April 2012 von Domainvermarkter02

Der Bewerber der neuen Top-Level-Domain (nTLD) .bayern plant die Versteigerung von besonders begehrten Domains. Dies geht aus einem Interview des Bayrischen Rundfunks (BR) mit dem Geschäftsführer der Bayern Connect GmbH hervor, welche die .bayern-TLD mit Lizenz des Freistaats Bayern betreiben will.

Im Interview äusserte Bayern Connect Geschäftsführers Caspar von Veltheim, dass man plane „einzelne Domains unterhalb von .bayern, also zum Beispiel hotel.bayern, (…) im Falle mehrerer Bewerber “diskriminierungsfrei” zu vergeben – indem man sie versteigere“.

Die Bayern Connect GmbH ist eine Tochter der international tätigen und an der Londoner Börse notierten Holding-Gesellschaft TLDH, die sich mit weiteren Tochtergesellschaften auch um die Vergabe für Rom, Berlin und New York bemüht. Hier findet sich mit Peter Dengate ein Ex-ICANN CEO an der Spitze der Holding, was zumindest für ausreichend Know-How spricht.

Grüne üben Kritik

Kritik am Ausschreibungsverfahren und der Gewinnerfirma kommt von  der Grünen-Landtags-Abgeordneten Ulrike Gote. Sie findet bereits das Ausschreibungsverfahren der bayrischen Staatsregierung “wenig transparent”. Dass die Bayern Connect GmbH eine Tochter der TLDH Holding ist, die ihren Sitz auf den als Steuerparadies geltenden Jungferninseln hat, sorgt bei ihr für weiteres Unverständnis und Befürchtungen, die .bayern könnte bald weiterverkauft werden.

Lediglich ein Konkurrent bei Ausschreibung um .bayern

Um Betreiber von .bayern zu werden musste sich die Bayern Connect GmbH im Rahmen der Ausschreibung der bayrischen Staatsregierung gegen lediglich einen Mitbewerber, dem dotbayern e.V., durchsetzten. Nach Aussagen des im Bayerischen Finanzministerium für IT-Angelegenheiten zuständigen Staatssekretär, Franz-Josef Pschierer, habe Bayern Connect ein vielfaches an Gewinnbeteiligungen angeboten wie die Konkurrenz dotBayern e.V. und somit letztendlich das Rennen gemacht.

Landesregierung hat sich Eingriffsrechte zusichern lassen

Fragen werfen allerdings Meldungen auf, dass sich der Freistaat Bayern umfangreiche Mitspracherechte bei der Vergabe von Domainnamen unter .bayern gesichert hat. So wolle man keine “missbräuchliche Verwendung des Landesnamens zulassen” (heise.de).

Der Betreiber Caspar von Veltheim bestätigt: “Oberste Entscheidungsinstanz für die Zuteilung von .bayern-Subdomänen bleibt aber der Freistaat Bayern” (br.de).

In der Antwort auf die Anfrage der Grünen zu .bayern im Landtag von Bayern wird das Staatsministeriums konkret; demnach wird vertraglich folgendes mit dem Betreiber geregelt:

  •  Zuteilung von Second Level Domains
  • Vermeidung plagiierender Domains
  • Kennzeichenschutz
  • Schutz bestimmter Gattungsbegriffe
  • Unterbindung von Rechtsverletzungen
  • Gewährleistung des Datenschutzes
  • Preise der Second Level Domains
  • Einrichtung eines Beirats
  • Sperrlisten
  • Einhaltung der Registrierungsrichtlinien

Dies lässt Raum für Spekulationen: Wird es in dem CSU-regiertem Bayern keine Erotikdomains wie “verficktes.bayern” geben? Wie werden die “Schwarzen Listen” bestimmt, die bestimmte Begriffe von der Registrierung ausschließen? Oder muss man damit rechnen, das bereits registrierte Domainnamen nachträglich gelöscht werden?

Offensichtlich legt man im Gegensatz zur Denic die Verantwortung für die Domainanmen stark in die Hände der Betreiber. Während die Denic nur bei offenkundigen Rechtsverletzungen angehalten ist Domainnamen zu löschen, wird unter .bayern die Frage was “plagiierende Domains” und  Kennzeichenrechtsverletzungen sind in die Hand der Betreiber gelegt.

Noch weitgehender dürfte sich der Punkt “Unterbindung von Rechtsverletzungen” auswirken: Damit könnten Eingriffe gemeint sein, wenn es um Inhalte von unter .bayern-Domains hinterlegten Webseiten geht.

 

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Neue TLDs: Indexierung bei Google mit Verzögerung?

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Neue TLDs: Indexierung bei Google mit Verzögerung?

Geschrieben am 22 März 2012 von Domainvermarkter03

Domainnamen unter neuen TLDs werden wohl nur mit Verzögerung von Suchmaschinen wie Google in die Suchergebnisse aufgenommen werden. Dies liegt daran, dass Google als auch andere Suchmaschinen eine gewisse Zeit benötigen werden um herauszufinden, wie neue TLDs indexiert werden können. So zumindest lautet der Tenor einer Video Botschaft von Google-Techniker Matt Cutts, der auch jüngst  einer angeblichen (automatischen) Bevorzugung neuer Top-Level-Domains in den Rankings der Suchmaschinen widersprach.

Nun informiert Matt Cutts im Videochannel von persönlich darüber, wie Google die neuen Domainendungen behandeln werde. Die Suchmaschine verfolge unabhängig von der Domainendung immer das Ziel, ihren Usern passende Ergebnisse zu liefern, müsse sich aber erst auf die neuen TLDs einstellen, so Cutts. Mit seinem Video gab er die Antwort auf die Frage “Wie wird Google neue TLDs , bei denen z.B. für Unternehmen jede beliebige Top-Level-Domain wie www.portfolio.mycompanyname möglich ist, bezüglich des Einflusses auf Platzierung und Pagerank behandeln?”. Die Frage hatte der User RobertvH aus München an die Google Webmaster Zentrale gerichtet.

Cutts’ Antwort: “Wir hatten bereits Hunderte verschieden TLDs, und wir machen einen guten Job damit, sie [bei Google] zu indexieren. Wir möchten die besten Suchergebnisse wiedergeben. Und wenn sich das beste Ergebnis auf einer speziellen TLD befindet, dann ist es logisch, zu erwarten, dass wir es ermöglichen, das unserer Meinung nach beste Ergebnis zu zeigen. Wenn Sie also “Transformers 9″ drehen und die Domain transformers9.movie oder eine ähnliche kaufen möchten, ist es realistisch, zu erwarten, dass Google versuchen wird, die Resultate dazu zu finden, zu crawlen und sie dann als Ergebnisse den Usern zu zeigen.
Es wird eine Übergangsphase geben, in der wir lernen und herausfinden müssen, welche die validen Top-Level-Domains und welche die [Second-Level-] Domains auf dieser Domain sind. Wir werden das noch untersuchen müssen. Doch es ist definitiv der Fall, dass wir schon immer die besten Resultate an die User zurückgeben wollten, und genau das versuchen wir – egal, ob es sich um eine .com, eine .de oder .whatever handelt.”

Mit seiner letzten Aussage widerspricht der Google-Techniker erneut der angeblich automatisch höheren bzw. besseren Platzierung der neuen gegenüber alten TLDs wie .com. Dies wird von im Umfeld der Neue-TLDs-Industrie immer wieder als wichtiges Argument für die Einführung neuer Endungen genannt.

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Rangfolge der ccTLDs

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Über 225 Millionen registrierte Domains

Geschrieben am 13 März 2012 von Domainvermarkter02

Versign, Betreiber der Registries für .com sowie .net, hat seinen vierteljährlich erscheinenden  Domain-Name-Industry-Bericht veröffentlicht. Verisign anlysiert die Entwicklung in der Domain-Branche auf Basis verschiedenster statistischer und analytischer Methoden.

Betrachtet und ausgewertet wird in dem aktuellen Domain-Name-Industry-Bericht das vierte Quartal 2011 (Q4/2011).Gesamtregistrierungen aller TLDs bis Ende 2011

Demnach heißt es, dass bis zum Ende des letzten Quartals in 2011, insgesamt mehr als 225 Millionen Domainnamen, bei allen Top-Level-Domains (TLDs) zusammengenommen, registriert waren. Im Vergleich zum dritten Quartal 2011 (Q3/2011) entspricht dies einem Wachstum von 2,7 Prozent. In absoluten Zahlen bedeutet dies eine Zunahme um 5,9 Millionen. Zieht man das Vorjahresquartal (Q3/2010) als Vergleichswert heran, so zeigt sich, dass die Zahl der registrierten Domains binnen eines Jahres um mehr als 20,4 Millionen angestiegen ist. – Ein Plus von gut zehn Prozent!

Insgesamt konnten im vergangen Jahr nahezu alle TLDs zulegen. So konnte die Zahl der länderbezogenen Top-Level-Domains (ccTLDs) die 90 Millionen-Marke knacken. Insgesamt 90,6 Millionen registrierte Domains können hier mit Ablauf von Q4/2011 gezählt werden. Dies bedeutet eine Steigerung von 4,2 Prozent gegenüber Q3/2011. Im Jahresvergleich ist dies ein Zuwachs von 13,2 Prozent.

.de bei ccTLDs weiter spitze!

Weiterhin machen die zehn wichtigsten der über 290 ccTLD-Endungen die es gibt rund 60 Prozent aller Registrierungen aus. Aus den Reihen der 20 größten ccTLDs konnten die ccTLDs von Polen (.pl), Schweden (.se), Tokelau (.tk) sowie der russischen Föderation (.ru) im Quartalsvergleich um jeweils mehr als vier ccTLDs Übersicht 2011Prozent zulegen, während .com- und .net-TLDs in Q4/2011 zwar weiter, auf eine Gesamtzahl von 113,8 Millionen Domainnamen, wachsen konnte, aber mit einem Wachstum von lediglich zwei Prozent bei der Gegenüberstellung von Q3/2011 und Q4/2011, unter dem allgemeinen Durchschnitt (4,2 %) liegt. Auch im Jahresvergleich blieben .com und .net mit einer Wachstumsrate von acht Prozent unter dem Gesamtdurchschnittswert aller TLDs (10 %).

In der Reihenfolge der wichtigsten ccTLDs hat sich im Vergleich zum Vorquartal Q3/2011 nichts verändert. Hier führt weiterhin .de (Deutschland) die Rangliste an. Auf den weiteren Plätzen folgen .uk (Großbritannien), .tk (Tokelau), .nl (Niederlande) sowie .ru (Russische Föderation).

Rangfolge der ccTLDsAuch in der Rangfolge aller TLDs (ccTLDs inklusive generische TLDs) hat sich gegenüber Q3/2011 keine Veränderung ergeben. Den Platz an der Sonne belegt weiterhin .com, gefolgt von.de, .net und .uk. Erst dahinter können sich .org sowie .info einreihen, aber immerhin noch vor den aufstrebenden .tk-, .nl- und .ru-Endungen.

Insgesamt zeigt der Bericht, dass die Domain-Branche, ungeachtet eines schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes, geprägt durch Wirtschafts-, Finanz- und Staatenkrisen, in seinem Wachstum unbeschädigt bleibt und sich als stabiler Wachstumsgarant präsentiert.

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Neue TLDs: Skepsis bei DAX-Unternehmen überwiegt

Geschrieben am 24 Januar 2012 von Domainvermarkter03

Laut einem Bericht der Wirtschaftswoche stößt die Einführung neuer Top Level Domains (TLDs) bei den deutschen DAX-Unternehmen auf wenig Interesse. Mit Linde, RWE und SAP bewerben sich nur drei große Konzerne um neue Domain-Endungen, während Unternehmen wie die Allianz, BASF, Beiersdorf, Lufthansa, Metro und Munich Re auf eine Bewerbung verzichten.

Der Konzern SAP, der sich um die Endung .sap bewirbt, verspricht sich von einer eigenen Domainendung neue Chancen im Marketing. Linde hofft, mit einer eigenen Adressendung schneller in Suchmaschinen gefunden und eindeutig identifiziert werden zu können. Zudem könne mit einer neuen Endung auch auf die jeweilige Landes-Website weitergeleitet werden.

Die Erweiterung des Adressraums im Internet, mit der nahezu jede Endung möglich wird, steht kurz bevor. Die dreimonatige Bewerbungsphase startete am 12. Januar. Die zuständige Behörde ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) verlangt einmalig 185.000 $ von den Bewerbern. Bei diesen Kosten wird es jedoch nicht bleiben: Markenrechtler Thorsten Troge von der Anwaltskanzlei TaylorWessing rechnet mit einem Mindestaufwand von einer Million Euro im ersten Jahr – Kosten, die vielen DAX-Unternehmen zu hoch sind.

Zweifel bei Siemens und BASF

Während Siemens bekannt gibt, dass das System mit den bestehenden Domainendungen funktioniere und Nutzen und Aufwand in keinem Verhältnis zueinander stünden, zweifelt BASF an dem dauerhaften Durchsetzungsvermögen der neuen Endungen.

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Widerstand gegen NewTLDs organisiert sich neu

Geschrieben am 14 November 2011 von Domainvermarkter03

87 amerikanische und internationale Wirtschaftsverbände und Unternehmen haben sich zu einer Gruppe namens Coalition For Responsible Domain Oversight (CRIDO) zusammengeschlossen, um gegen die neuen Top Level Domains der ICANN vorzugehen. Angeführt wird die Gruppe von der Association Of National Advertisers (ANA), die sich vor wenigen Monaten bereits deutlich gegen die New TLD-Offensive der ICANN ausgesprochen hatte und seitdem nach Unterstützung sucht, die sie nun offenbar gefunden hat.

CRIDO hat es sich laut einer offiziellen Pressemitteilung zur Aufgabe gemacht, das Programm der ICANN aggressiv zu bekämpfen. Als Gründe für das Vorgehen gegen die neuen TLDs gibt die Gruppe die „äußerst fehlerhafte Begründung, enorme Kosten und Nachteile für Markeneigentümer, die Wahrscheinlichkeit für räuberische Cyber-Attacken gegenüber Konsumenten und das Scheitern, im Sinne des öffentlichen Interesses zu handeln“, an.

Die Möglichkeit, praktisch jedes Wort als Top Level Domain benutzen zu können, würde sowohl Markeneigentümer als auch kleine Unternehmen, Konsumenten und Wohltätigkeitsorganisationen unter Druck setzen, neue TLDs zu kaufen und schützen. Bob Liodice, Präsident und CEO der ANA, sagte: „Große globale Unternehmen, die von der CRIDO repräsentiert werden, sehen einen immensen Schaden für ihre Auftraggeber, Konsumenten und Wirtschaft voraus. Wir bitten die ICANN inständig darum, ihre Bemühungen, das schlecht durchdachte, ungewollte und zerstörerische Programm auf den Weg zu bringen, abzubrechen“.

CRIDO befürchtet einen erheblichen Vertrauensverlust in Internettransaktionen, falls die ICANN ihr Programm fortführt. Außerdem werden unnötige Ausgaben in Milliardenhöhe befürchtet, die besser in Produktverbesserungen, Investitionsaufwendungen und der Schaffung neuer Jobs aufgehoben wären.

Neben 47 meist amerikanischen Wirtschafts- und Handelsverbänden gehören der CRIDO 40 Unternehmen mit namhaften Marken wie Coca-Cola, Burger King, Kellogg, Dell, General Electric, Nestlé und Samsung an. Alle 87 Mitglieder haben eine Petition an das Department Of Commerce (DOC), den Aufseher der ICANN in der amerikanischen Regierung, unterzeichnet, um einen Stopp des neuen TLD-Programms zu erwirken.

Der bekannte Domainer Rick Schwartz gab in einem Kommentar bekannt, dass er die CRIDO-Gruppe unterstütze: Die neuen TLDs seien „nicht das, was gebraucht wird. Es ist eine Geldmacherei der ICANN und wird von Registraren unterstützt, weil es sich um eine Lizenz zum Gelddrucken handelt.“ Andererseits gab er bekannt: „Was auch immer passiert, es wird in einem weit größeren Rahmen passieren, als dass die Domainindustrie und diese Gruppe etwas dagegen tun könnte. Wir sind bloße Zuschauer in dieser Diskussion.“

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