Tag Archive | "Domain"

Tags: , , ,

Geschichte, Struktur und rechtliche Grundlagen der DENIC

Geschrieben am 01 Januar 2011 von von Domainvermarkter-Magazin

Zuerst veröffentlicht im Domainvermarkter-Magazin Ausgabe Nr. 04

Von Matthias Maier, freier Journalist

Die Fehlinterpretation einer Aussage von Innenminister Thomas de Mazière in einem Online-Medium hatte viel Aufsehen erregt: Angeblich sollte die DENIC unter staatliche Kontrolle gebracht werden. Die Online-Redaktion stellte wenig später klar, dass dies nicht den Aussagen entspricht. In dieser Ausgabe des Domainvermarktermagazins soll daher die Geschichte der DENIC, die rechtlichen Grundlagen ihrer Tätigkeit und ihrer Struktur erläutert werden.

Die Geschichte der Top-Level-Domain .de beginnt im Jahr 1986. Am 5. November trug die IANA .de als länderbezogene Top-Level-Domain in die Rootzone ein. Zunächst übernahm das US-amerikanische „Computer Science Network“ (CSNET) die Verwaltung von .de, bis im März 1988 die Rechnerbetriebsgruppe der Universität Dortmund bat, diese Aufgabe übernehmen zu dürfen. Die Betriebsgruppe richtete dann auch den ersten Nameserver-Dienst für die noch kleine deutsche Internet-Community ein. Finanziert wurde dieses Projekt, das bereits den Namen DENIC trug, durch Drittmittel. Diese kamen aus dem Projekt EUnet, das IP-Dienste anbot. 1991 wurde das Projekt DENIC aus dem EUnet-Projekt ausgegliedert. Die Finanzierung erfolgte zunächst durch Mittel des DFN-Vereins (Deutsches Forschungsnetzwerk), dann wieder durch das EUnet. Am 6. Dezember 1991 gründeten Firmen, Hochschulen und andere Interessierte die „Deutsche Interessengemeinschaft Internet e.V“. Zu den Zielen dieses Vereins gehörte unter anderem die Sicherstellung der erforderlichen Verwaltung des deutschen Teils des Internets. 1993 vereinbarten die drei deutschen Internetprovider DFN-Verein, Eunet und XLink, dass das Projekt DENIC fortgeführt werden sollte. Im August 1993 gründeten diese drei Provider daher die „Interessenvereinigung Deutsches Network Information Center (IV-DENIC)“. Ende 1993 erhält die Universität Karlsruhe den Auftrag, das DENIC-Projekt zu betreiben. 1996 läuft der Vertrag zwischen dem IV-DENIC und der Universität Karlsruhe aus. Beide Partner einigten sich auf die Verlängerung um zwei weitere Jahre. Allerdings mussten die Verwaltungsaufgaben ausgegliedert werden. Zu diesem Zweck gründeten die Teilnehmer des IV-DENIC am 17. Dezember 1996 die DENIC eG als eingetragene Genossenschaft mit Sitz in Frankfurt. Der technische Betrieb verblieb noch bis Januar 1999 in Karlsruhe und wurde dann ebenfalls von der Genossenschaft in Frankfurt übernommen.

Die DENIC aus Sicht der Politik
Die DENIC vertritt die Auffassung, dass die Domainverwaltung am besten in Form der privatwirtschaftlichen Selbstverwaltung erfolgen sollte. „Die Entwicklung von DENIC ist eine Er­folgsgeschichte, welche die Entwicklung des deutschen Internets begleitete und beförderte. Als größte ccTLD mit gewachsenen Strukturen arbeitet DENIC auf der Basis schlanker Prozesse unvergleichlich effizient und effektiv mit einem minimalen Anteil von Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit Domain-Registrierungen unter .de.“, sagte Stefanie Welters, Pressereferentin der DENIC auf Anfrage. Dies sahen auch der Bundesrat und die Bundesregierung ähnlich, als sie sich in den Jahren 2003 bis 2004 anlässlich der Überarbeitung des Telekommunikationsgesetzes (TKG) mit der Domainverwaltung durch die DENIC beschäftigten.
Der Bundesrat äußerte sich damals so: „Der Bundesrat hat Zweifel, ob Domainadressen als Nummern im Sinne des Telekommunikationsrechts anzusehen sind und damit grundsätzlich in den Zuständigkeitsbereich der Regulierungsbehörde fallen. Der Bundesrat spricht sich dafür aus, dass die Verwaltung dieser Adressen im Sinne der bisherigen bewährten Selbstregulierung weiterhin durch die DENIC eG als Einrichtung der Internetwirtschaft erfolgen sollte.“ In ihrer Gegenäußerung stimmte die Bundesregierung zu: Sie sei „wie der Bundesrat der Auffassung, die bisherige bewährte Selbstregulierung durch die DENIC eG als Einrichtung der Internetwirtschaft beizubehalten und auch auf künftige Domains anzuwenden“.
Aufgrund dieser Einschätzungen sind Domainnamen zwar grundsätzlich dem TKG unterworfen, weil sie unter den Nummernbegriff des §3 Nr. 13, TKG fallen, der Nummern als „Zeichenfolgen, die in Telekommunikationsnetzen Zwecken der Adressierung dienen“ definiert. Dass es für Domains dennoch keine gesetzliche Regelung gibt, begründet §66, Abs. 1 TKG. Dieser entzieht der Bundesnetzagentur die Zuständigkeit für „die Verwaltung von Domänennamen oberster und nachgeordneter Stufen“.
Sonderfall ENUM
Für die ENUM-Domains gilt dies alles jedoch nicht. Denn so die Gegenäußerung der Bundesregierung: „Wenn allerdings spezielle Adressierungsfragen, also nicht die Vergabe von Namen und Adressen, sondern die Adressierung bzw. die Verknüpfung mit nationalen Nummernplänen im Vordergrund stehen, sieht die Bundesregierung die Regulierungsbehörde als zuständige Stelle, die über das erforderliche Instrumentarium verfügen muss.“
Daher war die DENIC, als sie die Verwaltung der deutschen ENUM-Domains beim Reseau Europeen IP beantragte, auf die Zustimmung der Regierung angewiesen. Denn nach den Verfahrensanweisungen konnte RIPE die Delegation erst durchführen, nachdem das Bundeswirtschaftsministerium seine Zustimmung dem Telecommunication Standardization Bureau der ITU mitgeteilt hatte. Diese staatliche Zustimmung begründe jedoch kein exklusives Recht und schließe auch zukünftige Anpassungen aufgrund neuer Entwicklungen oder rechtlicher Erfordernisse nicht aus, so das Wirtschaftsministerium in seinem Schreiben. In einem Vertrag regelten die DENIC und die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP, die spätere Bundesnetzagentur) ihre Aufgaben im Hinblick auf den ENUM-Feldversuch. Dieser Vertrag ist die einzige Vereinbarung mit staatlichen Stellen, die die DENIC bislang geschlossen hat.
Nach Abschluss des Feldversuchs empfahl die Regulierungsbehörde, die Zustimmung zum Feldversuch auch für den Wirkbetrieb aufrecht zu erhalten. „Grundlage der Empfehlung waren der stabile und störungsfreie Verlauf der Feldversuchsphase ebenso, wie die langjährige Erfahrung und verfügbare Technik von DENIC im Massendomainbetrieb, die für einen erfolgreichen Public-ENUM-Wirkbetrieb sprachen“, erklärte Stefanie Welters.

Struktur der DENIC
Die DENIC untersteht, so das „Handbuch des Domainrechts“, im Gegensatz zu vielen anderen länderbezogenen Registrierungsstellen keiner direkten staatlichen Aufsicht. Als Genossenschaft verfügt sie über die Organe: Generalversammlung (bestehend aus allen Mitgliedern), Aufsichtsrat und Vorstand. Darüber hinaus gibt es einen technischen Beirat und einen juristischen Beirat. Der technische Beirat besteht aus Vertretern der DENIC-Mitglieder und berät die Genossenschaft in technischen Fragen. Der juristische Beirat berät die DENIC bei Fragen zur Registrierungspolitik. Im juristischen Beirat sind Wirtschaftsexperten, Wissenschaftler und Anwälte vertreten. Als Beobachter nehmen Mitarbeiter des Wirtschafts- sowie des Justizministeriums an den Sitzungen des Gremiums teil.

Was wäre wenn…?
Nur eine Änderung des TKG, insbesondere §66, Abs. 1, könnte der Regulierungsbehörde die Zuständigkeit für die Domains übertragen. Dann hätte die Regulierungsbehörde direkten Einfluss auf die Registrierungspolitik der DENIC und könnte beispielsweise die Einführung eines außergerichtlichen Schiedsverfahrens verlangen. „Deutschland ist eines der wenigen europäischen Länder, in denen kein außergerichtliches Schiedsverfahren existiert“, erklärt Dr. Torsten Bettinger, Fachanwalt für Internetrecht und Herausgeber des Domainrecht-Handbuchs. „Und das, obwohl unter .de im Vergleich mit allen anderen europäischen ccTLDs die meisten Domains registriert sind.“ Eine solche Regelung würde die Domainregistrierung in Deutschland sowohl für Domain- als auch für Rechteinhaber auf eine bessere juristische Grundlage stellen, so Bettinger.

Comments (0)

Domain Tasting – leben Totgesagte länger?

Tags: , , ,

Domain Tasting – leben Totgesagte länger?

Geschrieben am 01 Januar 2011 von von Domainvermarkter-Magazin

Spekulieren in Zukunft nur noch die Registrare?

Zuerst veröffentlicht im Domainvermarkter-Magazin Ausgabe Nr. 02

Von Matthias Maier, freier Journalist

Probieren geht über studieren, sagt ein deutsches Sprichwort. In vielen Bereichen des täglichen Lebens bieten Unternehmen daher Proben ihrer Produkte an. Die Kunden sollen sich so von der Qualität überzeugen und zu Käufern werden. Auch bei Domains konnten die „Käufer“ lange Jahre erst einmal „probieren“, ob das Produkt (die registrierte Domain) die Erwartungen in Bezug auf Type-in-Traffic und den damit verbundenen möglichen Werbeerlösen erfüllt. „Anstatt 0,01 Prozent behielten die Registranten signifikant mehr Domains. Der höhere Type-in-Traffic steigerte den potenziellen Gewinn und erlaubte es mehr Registranten und Registraren, an diesem Spiel teilzunehmen und damit die Zahl der dauerhaft registrierten Domains bei den Registrierungsstellen Verisign und PIR (.org) in die Höhe zu treiben. „Dieser überraschende Anstieg der Registrierungen und Gewinne veranlasste die Registrierungsstellen, diese zweite Welle des Domain Tasting insgeheim zu unterstützen“, schrieb Internet-Investor Tom Schilling in seiner Analyse des Phänomens Domain Tasting Ende 2006 auf circleid.com. Schilling vermutete bereits damals, dass die Entwicklung Registrierungsstellen wie Verisign wohl dazu verleiten würde, Schritte gegen das Domain Tasting einzuleiten.

Tatsächlich dauerte es aber noch eine ganze Weile, bis die ICANN gemeinsam mit den Registrierungsstellen die Rahmenbedingungen für die großen generischen Top Level Domains wie Verisign, PIR oder Afilias änderte. Erst im Juli 2008 setzte sie den Rahmen des Möglichen innerhalb der fünftägigen Add-Grace-Period auf entweder 50 Domains oder zehn Prozent der monatlichen Netto-Neuregistrierungen des Registrars. Welches dieser beiden Limits angewendet wurde, hing davon ab, welches für den Registrar mehr Vorteile bot. Zusätzlich schrieb ICANN den Registrierungsstellen vor, ihren Registraren für jede über das gesetzte Limit hinausgehende gelöschte Domain 20 US-Cents zu berechnen. Diese Übergangsregel wurde durch die im April 2009 in Kraft getretene AGP Limits Policy abgelöst. Seither erhält der Registrar für die Löschungen, die über sein individuelles Limit hinausgehen, keine Erstattung der regulären Jahresgebühren vor der Registrierungsstelle. Mitte Dezember 2009 gab die ICANN bekannt, dass die Zahl der innerhalb der Add-Grace-Period gelöschten Domains seit der Einführung der AGP Limits Policy um rund 99,7 Prozent gesunken sei.

Altes Spiel mit neuen Spielern?
Bereits einen Tag, nachdem die ICANN den Erfolg der AGP Limits Policy bekannt gab, meldete das von Andrew Allemann betriebene US-Blog domainnamewire.com, dass eine Wiederauflage des Domain Tastings zu erwarten sei. In seinem Blogeintrag von 17. Dezember 2009 schrieb Allemann, dass sich lediglich die Regeln des Spiels geändert hätten. „Jetzt sind Registrare bei der Zahl der Domains begrenzt, die sich zurückgeben können, also brauchen sie für ihre Erstregistrierungen eine höhere Treffergenauigkeit. Und die bekommen sie dank Daten aus einer ganzen Reihe von Quellen“, so Allemann. Auf Nachfrage teilte Allemann mit, dass diese Daten hauptsächlich von Internetservice-Providern gesammelt werden. Auf Grundlage dieser Daten könne ziemlich genau bestimmt werden, welche Domains den höchsten Type-in-Traffic aufweisen, so der Blogger.

Die ICANN-akkreditierten Registrare sind jedoch nicht auf diese von anderen Providern gesammelten Daten angewiesen. Denn selbst die Registrierungsstelle Versign bietet ihren Registraren einen so genannten „Domain Name Intelligence“-Dienst an. Der „VeriSign Internet Profile Service for Registrars“ soll den Registraren gute Unterstützung bieten, so die englische Webseite des Unternehmens. Er bietet Informationen über Millionen von Domains, die mit existierenden Zonendateien abgeglichen wurden, und er soll dazu beitragen, bestehenden und auch potenziellen Kunden rechtzeitig zum Ende der Registrierungsperiode passende Angebote zu unterbreiten. Im Rahmen des „Internet Profile Service“ bietet Versign den Registraren verschiedene Berichte an. So können sich die Marketing-Abteilungen der Registrare etwa eine Liste ihrer .com- und .net-Domains erstellen lassen, die dreißig bis fünfundvierzig Tage nach der Registrierung nicht auf Webseiten verweisen. Im Beta-Stadium befindet sich gegenwärtig der Bericht mit dem Titel „Pending Delete Domain Evaluation“. Dieser Bericht soll Registraren Daten liefern, mit deren Hilfe sie den Wert von Domains bestimmen, die in Kürze gelöscht werden. Zu diesen Domains gehören beispielsweise die, deren Inhaber die Auto-renew Grace Period oder die Redemption Grace Period verstreichen ließen. Zusätzlich zu diesen Informationsdiensten bietet Versign auch einen so genannten „Domain Name Suggestion Service“ an. Mit diesem Dienst sollen Registrare ihre Kunden auf weitere Domains aufmerksam machen, die für den Webauftritt der Kunden genutzt werden könnten. Die Registrare werden die Einstellung des Dienstes, beispielsweise was die Nutzung verwandter Begriffe angeht, selbst bestimmen können. So steht es zumindest auf der englischen Webseite von Verisign.

Angesichts der Fülle an Informationen, die den Registraren zur Verfügung steht, und angesichts der beendeten zweiten Welle des Domain Tastings, sieht Blogger Allemann die Chancen der Domainer schwinden, zukünftig noch Domains mit einem hohem Potenzial für Type-in-Traffic zu registrieren. Er erwartet stattdessen, dass sich in den nächsten Jahren vor allem die akkreditierten Registrare viel versprechende Domains sichern, um deren wirtschaftlichen Wert zu testen. Dass die Registrare diese neue Variante des Domain Tastings im Auftrag ihrer Kunden betreiben, hält Allemann für unwahrscheinlich. Auch die Einführung der neuen Top-Level-Domains wird das bislang bekannte Domain Tasting nicht wiederbeleben. Die Add-Grace-Policy gilt für alle Betreiber von generischen Top-Level-Domains, sofern diese eine derartige Regelung implementiert haben, so die Auskunft des Brüsseler Büros von ICANN.

Comments (0)

Tags: , , ,

Domainmarkt — steht der nächste große „Goldrausch“ bevor?

Geschrieben am 01 Januar 2011 von von Domainvermarkter-Magazin

Wie sich der Domainmarkt 2009 entwickelte und was auf die Branche zukommt

Zuerst veröffentlicht im Domainvermarkter-Magazin Ausgabe 03

von Matthias Maier, freier Journalist

Das Jahr 2009 würden viele Branchen wohl am liebsten aus ihrer Erinnerung und ihren Bilanzen streichen. Deutschland verzeichnete beispielsweise einen bislang ungekannten Einbruch der Wirtschaftsleistung von etwa fünf Prozent. Wer allerdings den Domainmarkt unter die Lupe nimmt, stellt fest, dass das vergangene Jahr dort kaum zu Wehklagen Anlass gab.

Deutsche Top-Level-Domain wächst unbeirrt weiter
Im Laufe des Jahres wuchs der Domainbestand, den die deutsche Registrierungsstelle DENIC verwaltet, um rund 800.000 Domains auf mehr als 12 Millionen Domains an. Dies entspricht einem Wachstum von knapp sieben Prozent. Die Inhaber von .de-Domains haben ihren Sitz nach wie vor überwiegend in Deutschland: nur 6,1 Prozent, also etwa 800.000 Domains, sind auf einen ausländischen Inhaber registriert. Dabei sind die Vereinigten Arabischen Emirate (ca. 128.000 Domains), die Schweiz (ca. 120.000 Domains) und die USA (ca. 80.000 Domains) die Nationen mit den größten Anteilen.

Auch der Sekundärmarkt widersteht der Wirtschaftskrise
Domains waren auch im vergangenen Jahr ein beliebtes Handelsgut. Über Sedo, eine der größten Domainhandelsplattformen, wechselten 2009 über 38.000 Domains für mehr als 54,7 Millionen Euro den Besitzer. Bei den generischen Top-Level-Domains verzeichnete .com zwar einen leichten Rückgang um zwei Prozent, blieb aber dennoch mit 74 Prozent unangefochten die am meisten gehandelte Domain-Endung. Verstärkt angeboten wurden Domains unter .org (+ 26 Prozent) und .net (+ 20 Prozent). Bei den länderbezogenenen Top-Level-Domains sicherten sich .de-Domains wie bereits 2008 den ersten Platz: 54 Prozent aller verkauften ccTLD-Domains endeten auf .de. Auf den Plätzen folgen mit weitem Abstand .co.uk und .eu mit einem Anteil von dreizehn bzw. elf Prozent. Bei den .de-Domains waren auch einige der im Oktober 2009 frei gegebenen Domains mit einem oder zwei Zeichen erfolgreich: pc.de erzielte einen Verkaufserlös von über 158.000 Euro und wurde so zur zweitteuresten .de-Domain des Jahres. Bei der Analyse der Durchschnittspreise steht allerdings eine andere Top-Level-Domain ganz oben: unter .fr lassen sich mit Domainverkäufen im Schnitt 2.958 Euro erzielen, bei .co.uk sind es immerhin noch 2.216 Euro und .at 1.541 Euro.

Der Blick in die Glaskugel
Gemeinsam mit der Unternehmensberatung Arthur D. Little hat der eco Verband die deutsche Internetwirtschaft analysiert und sich dabei auch mit den Entwicklungen auf dem sekundären Domainmarkt befasst. Die Ergebnisse der Anfang Februar veröffentlichten Studie zeigten bei den Befragten „deutlich positive Erwartungen für die Geschäftsentwicklung im deutschen Domain-Handel“. Ingesamt erwarteten rund 53 Prozent der Unternehmen bis 2012 steigende Umsätze. Diese überdurchschnittlich positiven Prognosen gründen sich laut Studie einerseits auf die stetig steigenden Registrierungszahlen. Andererseits sei auch die geplante Einführung neuer Top-Level-Domains durch die ICANN von Bedeutung. Von der Einführung dieser Domains verspricht sich die Studie zusätzliche Impulse für das Wachstum des Domainhandels.

Der virtuelle Zankapfel – neue generische Top-Level-Domains
Seit die ICANN bekannt gegeben hat, dass sie ein Verfahren für eine jederzeit mögliche Zulassung neuer Top-Level-Domains etablieren möchte, tobt ein teils erbittert geführter Streit zwischen Befürwortern und Gegnern. Jede dieser Gruppen möchte zeigen, dass ihre Argumente zutreffen. Die Coalition Against Domain Name Abuse (CADNA) geht beispielsweise in einem Anfang April 2010 vorgelegten Dokument davon aus, dass Unternehmen bei der Einführung neuer Top-Level-Domains weltweit mehr als 700 Million US-Dollar ausgeben müssen, um sich mit defensiven Registrierungen von Domains vor Cybersquatting zu schützen. Die CADNA legt dabei die Annahme zugrunde, dass jedes Unternehmen durchschnittlich drei Domains pro neuer TLD registriert und dass diese Domains in der Sunrise-Phase jeweils 500 US-Dollar kosten. Der australische Journalist David Goldstein widersprach dieser Ansicht in seinem Blogeintrag auf goldsteinreport.com. Seiner Meinung nach haben Markeninhaber bislang auf die defensive Registrierung von Domains in kleinen ccTLDs verzichtet und es sei nicht anzunehmen, dass sich die Unternehmen bei den neuen, kleinen gTLDs anders verhalten werden.

Die Minds and Machines – Studie
Dieses Argument wird durch eine Studie des Unternehmens Minds and Machines unterstützt, das sich unter anderem als Betreiber für die Einführung der Top-Level-Domain .bayern einsetzt. In einer Analyse kommt Minds and Machines zu dem Schluss, dass die Einführung neuer Top-Level-Domains kaum zu einem dramatischen Anstieg von Cybersquatting führen wird. Die jährlichen Kosten für die defensive Registrierung von Domains durch Markeninhaber werden laut Minds and Machines voraussichtlich 870.000 US-Dollar betragen, was weniger als 10 US-Cents für jede weltweit eingetragene Marke wäre. Grundlage dieser Schätzung ist die Analyse der Fälle von Cybersquatting in den bereits bestehenden generischen Top-Level-Domains. Die Verletzung von Markenrechten durch Domainregistrierungen ist demnach unter .com am wahrscheinlichsten: in den vergangenen neun Jahren entfielen auf die etablierten TLDs .com, .net und .org 94 Prozent aller Domainstreitschlichtungen nach dem UDPR-Verfahren. Nur sechs Prozent aller Cybersquattingfälle fanden in den seit 2001 neu eingeführten TLDs .asia, .biz, .cat, .info, .mobi, .name, .pro und .tel statt.

Schutzverfahren mit (noch) unbekannten Details
Weitere Gründe, warum Cybersquatting wohl nicht zu einem so großen Problem werden dürfte, wie die CADNA behauptet, sind die Verfahren des „IP Clearinghouse“ und die Uniform Rapid Suspension Prozesse (URSP). „Bei den neuen Top-Level-Domains sollen diese beiden Verfahrensregeln dafür sorgen, dass Markeninhaber ihre Rechte besser als bislang schützen können. Außerdem seien sie durch die Regelungen nicht mehr gezwungen, in missbräuchlicher Absicht von Dritten registrierte Domains in ihre Portfolios aufzunehmen“, erklärt Dr. Torsten Bettinger, Fachanwalt für Informationstechnologierecht in München. Noch sind die Details der neuen Regelungen unbekannt. Torsten Bettinger zufolge führen sie jedoch dazu, dass der Registrar den zukünftigen Domaininhaber oftmals bereits bei der Registrierung auf Rechtsverletzungen hinweist. Der Registrant kann anschließend entscheiden, ob er trotz dieser Informationen die Registrierung fortsetzen möchte oder nicht. Ob die bekannte automatische Domainregistrierung unter diesen Bedingungen noch sinnvoll ist, hängt von den Prozessen ab, die in der vierten Fassung des Application Guidebooks enthalten sein sollen. Das Guidebook soll noch vor dem ICANN-Meeting in Brüssel Mitte Juni veröffentlicht werden. Es bleibt also spannend – sowohl für Gegner als auch für Anhänger der neuen Top-Level-Domains.

Comments (0)

Tags: , , , , ,

Die Vorteile generischer Domainnamen

Geschrieben am 01 Januar 2011 von von Domainvermarkter-Magazin

Wie Triplemind mit einprägsamen Webadressen erfolgreich ist

Zuerst veröffentlicht im Domainvermarkter-Magazin 04

Von Anja Seeberg, ELEMENT C GmbH
Als die Triplemind GmbH im Jahr 2000 von Mathias Ziegler und Christoph Gaffga gegründet wurde, konnten sich die beiden Studenten der Betriebswirtschaftslehre und Informatik noch nicht vorstellen, dass das junge Unternehmen in den folgenden Jahren einen so durchschlagenden Erfolg haben würde. „Eigentlich wollten wir eine Ferienwohnung zur Vermietung im Internet anbieten, fanden aber unter den damals existierenden Urlaubs-Portalen keines, das unseren Vorstellungen entsprach.“ erklärt Mathias Ziegler, „so beschlossen wir kurzerhand, unsere eigene Datenbanklösung zu entwickeln“. Das war die Geburtsstunde von Triplebase, einer Datenbank-Applikation, die heute technische Grundlage vieler unterschiedlicher Portale ist. Der thematische Schwerpunkt der Applikation liegt auf Portalen aus dem Bereich Touristik. Zeitgleich mit der Entwicklung des Software-Fundamentes entstanden die Internet-Portale unterkunft.de und urlaubstage.de, die für die Betreiber anfangs der Überprüfung der Triplebase-Funktionen dienten. Heute stellen diese Portale das Triplemind-Netzwerk dar.
Unterkunft.de, das von Triplemind ins Leben gerufene Portal zur Vermietung von Feriendomizilen, unterscheidet sich durch seine Bietfunktionen von den üblichen Ferienwohnungsportalen. In den Ergebnislisten der klassischen Variante erscheinen Ferienwohnungen und –häuser, die zum Fixpreis angeboten werden. Bei der neuen flexiblen Suche mit Bietfunktion funktioniert das etwas anders: Hier stoßen Suchende auf private Anbieter von Ferienimmobilien, kleinen Hotels und Pensionen. Der Clou: Bei Annoncen mit der Funktion „Bieten“ haben die potentiellen Gäste ein Mitspracherecht in puncto Endpreis. Durch die Abgabe eines individuellen Gebotes sichern sie sich so manchen Schnäppchenpreis.
Die gebürtigen Frankfurter erkannten schon früh die Wichtigkeit von generischen Domainnamen und investierten den mit ihren Portalen generierten Gewinn konsequent in die Erweiterung ihres Portfolios. Die Benutzerfreundlichkeit der Internet-Plattformen wurde von Anfang an groß geschrieben und laufend überarbeitet. Für die stetige Weiterentwicklung der Software sind die Einführung eines Merkzettels, die Sammelanfrage und die Möglichkeit, Unterkünfte direkt zu bewerten, nur einige Beispiele.
Durch geschickte Preispolitik, Einträge in Suchmaschinen und strategische Partnerschaften gelang es den Jungunternehmern, ihre Urlaubs-Portale binnen kurzer Zeit bekanntzumachen. Ein Jahr nach Unternehmensgründung standen bereits mehr als 2.000 Einträge für die Urlaubssuche bereit.

Triplemind ist der Kopf, Triplebase das Herz des Unternehmens
Die auf Unterkünfte spezialisierte Datenbank Triplebase basiert auf XML. Triplebase eignet sich besonders für Fremdenverkehrsämter, Ferienhausagenturen, Reiseveranstalter, Hotels und regionale Informationsseiten.
Gegen einen geringen monatlichen Beitrag können touristische Leistungsträger ihre Unterkunfts- und Reise-Angebote zeitsparend und kostengünstig einem breitgefächerten Publikum zugänglich machen. Dies ist sowohl basierend auf dem eigenen Internet-Angebot als auch durch das Triplemind-Netzwerk möglich. Die Entwicklung einer eigenen kostenintensiven Datenbank entfällt, da Triplebase nach individuellen Vorgaben angepasst wird. Hierdurch entsteht für beide Partner eine Win-Win-Situation. Die Vorteile für den Kunden liegen in der einfachen Datenhaltung und der Kosteneinsparung durch Outsourcing, da keine eigene Datenbank aufgebaut und administriert werden muss. Die Daten-Verwaltung ist über eine Internetseite jederzeit und an jedem Ort möglich. Dies ist besonders praktisch für Unternehmen, die häufig im Ausland unterwegs sind, um Objekte zu überprüfen. Dank des bestehenden Triplemind-Netzwerks wird jeder einzelne Eintrag in mehreren unterschiedlichen Web-Auftritten veröffentlicht.

Die verschiedenen Projekte
Die einzelnen Portale sind recht unterschiedlich: So gibt es neben
unterkunft.de und urlaubstage.de, ferienwohnung.com und apartments.de auch die Länderportale irland.com, aegypten.de sowie das Städteportal dublin.de. Durch die Vernetzung der Internet-Marktplätze und mit der Grundlage der gemeinsamen Datenbank wird der Eintrag einer Unterkunft auf allen Portalen, je nach Ausprägung, veröffentlicht. Die Resonanz der Nutzer bestätigt den Erfolg des Konzepts: Mehr als 30.000 Menschen suchen täglich über eines der Triplemind Urlaubs-Portale nach einer passenden Unterkunft. Durch die einfachen Suchfunktionen finden Kunden, dank dynamisch generiertem Verzeichnis über frei einzugebende Suchkriterien, rasch passende Angebote.
Während Triplemind in der Anfangszeit besonders in der Touristikbranche vertreten war, ist der Projektkatalog mit den Jahren breiter geworden. Jüngstes Projekt der findigen Portal- Betreiber ist Kosmetik.de, ein Preisvergleichsportal rund um das Thema Schönheit und Wohlfühlen, das aktuell knapp 1 Mio. Produkte verschiedener Anbieter wie z.B. Douglas.de,
Zalando und dem Baur Versand beherbergt. Darüber hinaus bietet das Portal Beiträge und Tipps der hauseigenen Beauty-Experten zu den Themen:
Make-Up, Parfum, Gesundheit und Wellness.
Neben den eigenen Seiten betreibt die Triplemind GmbH das bekannte Reiseportal TravelScout24 und
ElectronicScout24.

Die Vorteile generischer Domains
Die Einnahmen, die Triplemind durch Portale wie unterkunft.de verzeichnet, werden in den Kauf generischer Domains investiert. Auch hierbei haben Mathias Ziegler und Christoph Gaffga das Potential des Marktes erkannt. Sie kaufen bereits registrierte generische Domainnamen an und projektieren diese. Triplemind konzentriert sich vor allem auf Top-Level-Domains wie .de, .com und .info. Danach werden mit der Website durch Werbeeinblendungen Einnahmen generiert. Die Website wird optimiert und suchmaschinenfreundlich gestaltet. Sobald dort genug Traffic aufläuft, verkauft Triplemind die Website weiter.
Eine generische Domain hat immense Vorteile. Nicht nur, weil sich ein Kunde durch den Gattungsbegriff den Namen des Unternehmens gut einprägen kann – auch in der Monetarisierung durch Werbeeinnahmen spielen sie eine wichtige Rolle. Sie erleichtern den Verkauf von Werbung erheblich.
Im Rahmen des Linkbuildings liegen die Vorteile darin, dass Webmaster bevorzugt auf einen gut klingenden Domainnamen verlinken. Gleiches gilt auch für den Vertrieb und die Pressearbeit des Unternehmens: Ein beschreibender Domainname impliziert Seriosität, vermittelt Vertrauen und sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert.
Zudem werden generische Domains von Suchmaschinen im Ranking bevorzugt behandelt bzw. als relevanter eingestuft als zum Beispiel Eigennamen. Sich in den vorderen Plätzen bei Google und Co. wiederzufinden, ist bei den generischen Schlüsselwörtern mit geringerem Aufwand zu verwirklichen.

Triplemind
Gegründet: April 2000 Unternehmenssitz: Offenbach am Main
Geschäftsführung: Mathias Ziegler
Tätigkeitsbereiche: Entwicklung einer spezifischen Internet-Datenbankapplika-tion für touristische Leistungsträger (Triplebase) und Betreiber von eigenen Internet-Marktplätzen, die auf dem eigenen Touristik-Datenbanksystem basieren (z.B. unterkunft.de, urlaubstage.de, ferienwohnung.com, apartments.de u.v.a.) sowie Application Service Provider für Touristik-Unternehmen.
Kunden: Ferienhausagenturen, Fremdenverkehrsämter,
Hoteliers, Campingplatzbetreiber, private und ge-werbliche Vermieter.
Triplemind-Netzwerk: www.unterkunft.de , www.urlaubstage.de, www.aegypten.de, www.irland.com, www.dublin.de, www.bulgarien.info, www.apartments.de

Comments (4)

dv_mag_kl

Tags: , ,

DomainVermarkter MAGAZIN: Dritte Ausgabe

Geschrieben am 01 Januar 2011 von von Domainvermarkter-Magazin

Nach der positiven Resonanz auf das letzte Domainvermarkter MAGAZIN ist nun die dritte Ausgabe erschienen. Aktuelle Themen, Humor, Rückblicke auf Veranstaltungen – das alles erwartet Domainer in dieser 42-seitigen Ausgabe!
Finden Sie auch in dieser Ausgabe kritische Artikel, aktuelle Infomationen und die wichtigsten Termine für Domainer!
Das erste deutschsprachige Printmagazin für Domainer wird postalisch an alle wichtigen Firmen und Personen der Domainerszene verschickt. Ein kostenloses Probeexemplar kann unter www.domainvermarkter-magazin.de angefordert werden.
Inhalt (Auszug):
Jens Mechelke – „Mit Taubenmist ließ sich leider kein Geschäft machen“
Domainmarkt – steht der nächste Goldrausch bevor?
Wie sich der Domainmarkt 2009 entwickelte und was auf die Branche zukommt
myfab.com vs. myfab.de – Möbelversand verliert Prozess
Vom Gejagten zum Jäger – Domainstreit 2.0 bis 2.1
Internet-Ente: Als die DENIC verstaatlicht werden sollte
DNSSEC: Das Sicherheitsschloss fürs Domain Name Sytsem
DomainvermarkterForum – Entstehungsgeschichte des wichtigsten deutschen Domainer-Treffens
Auktionsankündigung – DomainvermarkterForum 2010
Domainpreisspiegel Jan. – April 2010
Schiedsgericht im Dispute-Verfahren
Ist die DENIC ein Club der Selbstgefälligen?
Und niemand weiß, dass du ein Hund bist – Das Identitätsproblem im Internet
IDN Domains – One World – One Internet?
Veranstaltungskalender
Münsterstammtisch
Domainer auf dem Kilimandscharo – 200.000USD für die Waterschool
Nach der positiven Resonanz auf das letzte Domainvermarkter MAGAZIN ist nun die dritte Ausgabe erschienen. Aktuelle Themen, Humor, Rückblicke auf Veranstaltungen – das alles erwartet Domainer in dieser 42-seitigen Ausgabe!
Finden Sie auch in dieser Ausgabe kritische Artikel, aktuelle Infomationen und die wichtigsten Termine für Domainer!
Das erste deutschsprachige Printmagazin für Domainer wird postalisch an alle wichtigen Firmen und Personen der Domainerszene verschickt. Ein kostenloses Probeexemplar kann unter www.domainvermarkter-magazin.de angefordert werden.
Inhalt (Auszug):Jens Mechelke – „Mit Taubenmist ließ sich leider kein Geschäft machen“Domainmarkt – steht der nächste Goldrausch bevor?Wie sich der Domainmarkt 2009 entwickelte und was auf die Branche zukommtmyfab.com vs. myfab.de – Möbelversand verliert ProzessVom Gejagten zum Jäger – Domainstreit 2.0 bis 2.1Internet-Ente: Als die DENIC verstaatlicht werden sollteDNSSEC: Das Sicherheitsschloss fürs Domain Name SytsemDomainvermarkterForum – Entstehungsgeschichte des wichtigsten deutschen Domainer-TreffensAuktionsankündigung – DomainvermarkterForum 2010Domainpreisspiegel Jan. – April 2010Schiedsgericht im Dispute-VerfahrenIst die DENIC ein Club der Selbstgefälligen?Und niemand weiß, dass du ein Hund bist – Das Identitätsproblem im InternetIDN Domains – One World – One Internet?VeranstaltungskalenderMünsterstammtischDomainer auf dem Kilimandscharo – 200.000USD für die Waterschool

Comments (0)

Advertise Here