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Sedo-Parking: Adblock-Plus lässt Anzeigen wieder durch

Geschrieben am 14 Dezember 2011 von von Christoph Grueneberg

Das mit über 15 Millionen installierten Firefox-Addon “Adblock Plus” ist eines der beliebtesten Plugins überhaupt. In der neuesten Version 2.0 soll nun nicht-nervende Werbung wieder durchgelassen werden. Zu den Gewinnern gehört u.a. Sedo mit den Parkingseiten. Zugelassen werden von Adblock-Plus aber nur Webseiten und Anzeigen die sich bestimmten Standards unterwerfen.

Dies ist sicherlich ein guter Kompromiss zwischen Funktionalität und die für Publisher notwendigen Anzeigen. Wer seit Jahren mit dem Adblocker unterwegs ist kann sich beim Abschalten nur die Augen reiben, wie unverschämt Werbung sich über Webseiten schiebt und Animationen ungefragt Ressourcen verbrauchen. Aber eine Parkingseite mit Google-Werbeeinträgen nervt nur dann, wenn man grundsätzlich Parkingseiten ablehnt.

Für das in den letzten Jahren von Umsatzrückgängen geprägte Parking-Business ist diese Entwicklung auf jeden Fall eine gute Nachricht. Der Dank geht deshalb an Sedo, wo man sich in den letzten Jahren offensichtlich intensiv um diese Problem gekümmert hat.

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Domainparking: Auslaufmodell oder Neustart? – Domainer in der Zange zwischen Registrierungsgebühren und Google

Geschrieben am 01 Dezember 2011 von von Domainvermarkter-Magazin

zuerst veröffentlicht im Domainvermarkter-Magazin 06

Über viele Jahre hinweg gab es für deutschsprachige Domains nur zwei Parkinganbieter, die ernsthaft für den deutschen Markt lokalisiert hatten und die volle Monetarisierung von .de / .at / .ch Domains anboten: Sedo und Namedrive. Nun kommt aber Bewegung in den Parkingmarkt. Im letzten Jahr eröffnete Domainsponsor ein Europabüro in Frankfurt und begab sich so nach jahrelangem Zögern auf den europäischen Markt. Wichtigster Anzeigenlieferant für diese Parkinganbieter war und bleibt Google. Nur wer einen “Googlefeed” anbietet, kann im deutschsprachigen Markt genügend gutbezahlte Anzeigen für Domains anbieten. Yahoo bietet zwar auch einen Anzeigenfeed an, hat sich aber bisher hierzulande nicht als wettbewerbsfähig im Bereich Domainparking herausgestellt. Yahoo führt deshalb im DACH Internetraum ein Nischendasein als Anzeigenlieferant.

Viele Domaininvestoren hatten in den vergangenen Jahren vergeblich versucht, von Google einen Parkingfeed zu bekommen, um ein eigenes Parking aufzubauen. Nun scheint Google seine Vergabepolitik gelockert zu haben. In den vergangenen Monaten gelang es nicht nur der Domainer-Legende Frank Schilling, zum eigenen Parkinganbieter zu werden (internettraffic.com ), auch die Münchner Firma Team Internet bietet nun mit Ihrem Produkt „Parkingcrew“ Domainparking auf Google-Basis an.

So kommt nach jahrelangem Stillstand im Domainparking plötzlich Bewegung in einen Markt, der seit 2008 rückläufig ist. Rückläufig, weil Domainparking von zwei Seiten in die Zange genommen wird: Zum einen schüttet Google merklich weniger Anteile aus den Anzeigenerlösen an die Parkingprogramme und Domaininhaber aus. Während Googles Gewinne in den letzten Jahren deutlich wuchsen, wurden gleichzeitig die Domainer mit steigenden Registrierungskosten u.a. bei .com Domains konfrontiert.

Jüngst wurde durch Verisign eine erneute Preiserhöhung für .com und .net Domains angekündigt: Demnach steigen die Preise zum 15. Januar 2012 wie folgt:

Für die Registrierung einer .com Domain werden nun 7,85 US $, anstelle von den bisher veranschlagten 7,34 US $, fällig. Das entspricht einer Preiserhöhung von 51 Cent.
Die Registrierungsgebühr einer .net Domain steigt von 4,65 US $ um 46 Cent auf dann 5,11 US $. Hinzu kommt noch die an die ICANN zu entrichtende Gebühr in Höhe von 18 Cent pro Jahr, die noch nicht in den Verisign Preisen enthalten ist. Somit ergeben sich Gesamtpreise in Höhe von 8,03 US $ für eine .com, sowie 5,29 US $ für eine .net Domain. Dies sind die Resellerpreise der Registry, im Endkundenverkauf können hierzu noch einmal die Aufschläge der einzelnen Registrare kommen.

Welche Anteile wovon?
Die Parkingprovider bekommen wohl zwischen 65% und 75% der Einnahmen von Google ausgezahlt. Leider sind hier keine genauen Zahlen in Erfahrung zu bringen, da Google mit allen Anbietern strenges Stillschweigen vereinbart hat. Der Auszahlungsanteil, der an die Webseitenbetreiber im Programm für „Adsense for Content Publishers“ geht, ist hingegen öffentlich bekannt: Hier werden 68% ausgezahlt. Wiederum unbekannt ist, welchen Anteil die Parkinganbieter ihrerseits an ihre Kunden ausschütten. Hier dürften es durchschnittlich mindestens 70% der von Google ausgezahlten Summe aller Einnahmen sein. Diese kann aber auch nur 60% betragen, da der Anteil der Ausschüttung an die Domainer bei jedem Parkingunternehmen Verhandlungssache ist. Für die Professional-Kunden bei Sedo (SedoPro) oder Namedrive (NDOverdrive) gibt es zudem spezielle Programme. Großkunden bekommen meist auch höhere Ausschüttungsanteile zugesichert. Das Problem ist nur, dass Niemand sicher sein kann, ob die Versprechungen über die Höhe des „Shares“ auch eingehalten werden. Die genauen Anteile, die von Googles Werbeumsatz durchgereicht werden, können ja nicht nachvollzogen werden. Die Frage nach dem Share, also den Anteil, den man als Kunde bekommt, wird somit aufgrund einer fehlenden Datenbasis irrelevant. Dem Kunden bleibt nur die Möglichkeit, durch ständiges Testen herauszufinden, wo seine Domains am Besten monetarisiert werden.

Google Smart Pricing
Verkompliziert wird die Problematik der Höhe des „Shares“ darüber hinaus noch dadurch, dass Google ein sogenanntes „Smart Pricing“ eingeführt hat. Hierbei werden die Ausschüttungsbeträge danach berechnet, wie gut die Klicks auf die von Google eingeblendeten Anzeigen am Ende wirklich konvertieren. Während bei Pay Per Sale (PPS) Programmen diese Konvertierung genau nachvollziehbar ist, ist dies bei Pay Per Click (PPC) nur schwer möglich. Dennoch betreibt Google Messungen, wie hoch die Qualität des Traffics angeblich sein soll. Mit Google Analytics hat Google für Webseitenbetreiber ein Instrument geschaffen, um die Anzeigenkonvertierung bei Google Adsense zu messen, indem man beide Programme verbindet und ggf. noch eigene zusätzliche Kriterien, wie erzielte Leads oder Verkäufe, einbindet. Google kann auf diesem Wege wiederum feststellen, welche Qualität ein Klick auf die Anzeige eines jeweiligen Publishers hat. Im Ergebnis führt dies beim Parking zu einer Qualitätseinstufung der Domains und verbunden damit zu variablen Auszahlungen. Unglücklicherweise ist nicht garantiert, dass jeder Domainer auch wirklich den Preis für seinen Traffic bekommt, den Google an den Parkinganbieter ausschüttet. Oft werden die Einnahmen gepoolt, sowohl in Kategorien als auch unter mehreren Kunden. Dies ist für den Domainer auch deshalb ärgerlich, weil er so den Wert einzelner Domains nicht mehr richtig einschätzen kann. Er kann nicht sicher sein, dass eine bestimmte Domain wirklich die Erlöse bekommt, die ihr zustehen.
Zudem ist unklar, wie beim Smart Pricing die Einnahmen aus den Werbeerlösen tatsächlich verteilt werden. So wundert es, dass man als Google Adwords-Kunde zwar saftige Anzeigenpreise für bestimmte Keywords sieht, diese Preise sich aber selten im Erlös einer geparkten Domain mit genau diesen Keywords wiederfinden lässt.
Google erklärt das System auf seiner Webseite so: *

Was ist Smart Pricing?
Die Smart Pricing-Funktion von Google senkt automatisch die maximalen CPC-Gebote (Cost-per-Click) für bestimmte Seiten im Google-Werbenetzwerk sowohl auf Desktop-PCs als auch auf Mobilgeräten mit vollwertigem Internetbrowser.
Alle Daten im Google-Werbenetzwerk werden ständig analysiert. Wenn aus unseren Daten hervorgeht, dass ein Klick auf einer Seite im Google-Werbenetzwerk nur mit geringer Wahrscheinlichkeit zu einem konkreten Geschäftsergebnis (Online-Verkauf, Registrierung, Anruf oder Newsletter-Abonnement) führt, wird das Gebot für diese Website gegebenenfalls reduziert.
Bei der Analyse berücksichtigen wir zahlreiche Faktoren, etwa die Keyword-Listen oder Begriffe, die eine Anzeigenschaltung auslösten, oder den Typ der Website, auf der die Anzeige geschaltet wurde. Nehmen wir beispielsweise an, Sie schalten Anzeigen für Digitalkameras. Ihre Anzeige erscheint auf zwei verschiedenen Seiten – einer Suchergebnisseite der Google Websuche für das Keyword „Digitalkameras“ sowie einer Seite über Digitalkameras im Google- Werbenetzwerk. Falls Google feststellt, dass Ihre Anzeigen auf der Seite im Google-Werbenetzwerk wahrscheinlich weniger gute Leistungen erzielen als bei der Google Websuche, senkt das AdWords-System möglicherweise das maximale CPC-Gebot für diese Website. Durch fortlaufende Abschätzung des Werts von Klicks und Anpassung der Gebote erspart Ihnen Google viel Zeit und Mühe. So wird durch die Google-Technologie ohne zusätzlichen Aufwand für Sie sichergestellt, dass Ihre Anzeigen bei Google und im Google-Werbenetzwerk einen möglichst gleichbleibenden Nutzwert erzielen.

Was diese Google-Prosa in der Praxis bedeutet, hat der Kollege Michael Gilmour von whizzbangsblog.com übersetzt: **
„Google möchte die guten Publisher nicht an die Konkurrenz verlieren, weil diese gutes Geld für Google verdienen. Damit das nicht passiert, „smart pricen“ sie diesen Traffic nach oben, so dass sie einem guten Publisher 2$ pro Klick bezahlen. Das ist doppelt so viel, wie Google selber erhält! Aber was Google für die guten Klicks zahlt ist fast irrelevant. Es sind die schlechten Klicks, durch die das Geld verdient wird.
Google möchte also die schlechten Klicks bestrafen (und davon gibt es aus- reichend), weshalb sie diese nach unten „smart pricen“ und nur 0,10$ pro Klick bezahlen.
Im Ergebnis bekommt Google 100 $ von den Anzeigenkunden, zahlt aber nur 20$ (in diesem Beispiel 10 clicks a 2$) an die guten Publisher aus und 9$ (90 Klicks x 0,10$ je Klick) an die schlechten Publisher. Google zahlt ins- gesamt 29$ aus und verdient 71$ … Aber beide, gute sowie schlechte Publisher, sind zufrieden, da sie in dem Glauben sind, sie bekommen, was ihnen zusteht. Der Advertiser hingegen zahlt $1 je Klick und dies ist in seinen Augen genau das, was es ihm auch wert ist. Das Beste daran ist, dass es Google so möglich ist, guten und schlechten Traffic zu mischen. Während alle das gleiche zahlen müssen, kann Google bei der Auszahlung diskriminieren. Dies ist ein großartiges Geschäftsmodell!“

Grundsätzlich ist natürlich nichts dagegen einzuwenden, dass Google den Traffic hinsichtlich seiner Qualität bezahlen möchte. Denn Betrug ist ein ernsthaftes Problem für alle seriösen Domainer und Publisher. Jede Domain, die schlechten Traffic liefert, also wo die geklickten Anzeigen beim Advertiser relativ schlecht konvertieren, kann prinzipiell die guten Parkingdomains mit in den Abgrund ziehen. Da aber das Smart-Pricing System für den Domainer absolut nicht nachvollziehbar ist, stellt sich durchaus die Frage, ob Google hier nicht auch zugunsten seiner eigenen Anzeigen auf der Google-Suchseite manipuliert.

Sippenhaft bei Google?
Viele Webseiten-Betreiber haben berichtet, dass sich Smart-Pricing massiv auswirkt, wenn man nur ein schlechtes Projekt unter seinen sonst guten Webseiten hat. Eine hinzugekaufte Webseite mit „schlechtem“ Traffic, so wird berichtet, ziehe den gesamten Account des Publishers bei dem Google Adsense-Programm herunter. Dieser Effekt geht nach Beobachtungen so weit, dass sich die Gesamtausschüttung deutlich verbessert, wenn man guten und schlechten Traffic innerhalb verschiedener Accounts (was Google eigentlich nicht erlaubt) splittet. Dies legt den Verdacht nahe, dass Google hier eine Art Sippenhaft vornimmt. Dieser Verdacht verstärkt sich, wenn man weiß, dass Google im Konfliktfall auch gerne mehrere Accounts von unabhängigen juristischen Personen mitsperrt, einzig und alleine deswegen, weil diese unter der gleichen Adresse geführt werden. Begründungen oder Mahnungen werden zuvor nicht versendet. Wer also sein Einnahmemodell auf Google Adsense als Publisher stützt, kann von einem auf den anderen Tag willkürlich seine Einnahmen verlieren! Bereits verdiente Einnahmen werden einfach nicht ausgezahlt. Dies geht soweit, dass man noch nicht einmal mehr an seine Belege kommt, die ggf. für das Finanzamt wichtig wären. Google verhält sich eben wie ein typischer Monopolist, der sich rücksichtslos gegenüber seinen Geschäftspartnern verhalten kann, da diese wenig Alternativen haben.

Domainparking-Rechenbeispiel
Da Google keine genauen Zahlen offenlegt, lässt sich nur spekulieren, woher die starken Rückgänge beim Domainparking wirklich kommen. Fest steht: Höhere Kosten und weniger Erlöse brachten so manchen Domainer-Businessplan in den vergangenen Jahren durcheinander. Ein Rechenbeispiel: Wer 100.000 Domains zu 7 Euro registriert und je Domain 7,50 Euro Parkingerlöse erzielt, kann ein sattes Plus von 50.000 Euro im Jahr erzielen. Steigen die Registrierungsgebühren nur um 5 Prozent auf 7,35 Euro, bei gleichzeitig 5% weniger Parkingeinnahmen, gerät man bereits mit 22.500 Euro ins Minus.
Natürlich ist dies lediglich ein Rechenbeispiel, aber generell gibt es einige Domainer, die tatsächlich jede Domain löschen, wenn diese sich nicht mehr rentiert und gleichzeitig nicht zu Verkaufszwecken gehalten wird (z.B. Domains mit expired Traffic). Durch die nächsten Preiserhöhungen wird es sich bei einigen .com Domains nicht lohnen, die Registrierung zu verlängern.

Hohe Preiselastizität beim Parking
Für den Domainer geht es, da er die Kosten der Domainregistrierung übernimmt, um relativ wenig Gewinn, der ihm verloren geht. Für Google oder die Parkingfirmen geht es aber um mehr:
Wenn Google 70 Prozent des Anzeigenerlöses an die Parkingfirmen ausschüttet und diese wiederum davon 70% an die Domainparker, gehen sowohl Google als auch den Parkingfirmen erhebliche Umsätze und Gewinne verloren, wenn Domainnamen nicht mehr registriert und geparkt werden, weil die Kosten die Erlöse übersteigen. Im obigen Beispiel sähe die Verteilung wie folgt aus: Von jedem Euro, den Google einnimmt, behält Google 30 Cent ein, die Parkingfirma erhält 21 Cent und der Domainer bekommt 49 Cent. Da der Domainer aber die Kosten für die Registrierung der Domains übernimmt, bekommt dieser lediglich 3,5 Cent als Gewinn für seine Arbeit. Die Preisfrage ist: Wie hoch ist hingegen der Gewinn bei Google und dem Parkinganbieter? Schon kleinste Änderungen an den Stellschrauben führen zu erheblichen Umsatz- und damit auch Gewinnverlusten. Jeder Prozentpunkt weniger Ausschüttung an einen Domainer bedeutet einen überproportionalen Umsatzverlust – insbesondere für Google. Die Preiselastizität im Geschäft Domainparking ist äußerst hoch.

Mehr Wettbewerb beim Parking?
So macht es für Google aktuell durchaus Sinn, durch größeren Wettbewerb unter den Parkinganbietern, auf die Margen der etablierten Parkinganbieter Einfluss zu nehmen. Konkret:
Durch die Vergabe neuer Parkingfeeds erhöht man den Konkurrenzdruck. Die bisherigen Anbieter wie Sedo, Namedrive oder Domainsponsor haben lange Zeit Pionierarbeit geleistet und betreuen viele supportaufwendige Kleinkunden. Anbieter wie Frank Schilling oder Parkingcrew können sich auf wenige Großkunden konzentrieren und bei einem geringen Kundenbetreuungsaufwand auch mit geringeren Margen arbeiten. Dies setzt die etablierten Anbieter unter Druck, denen die umsatzstärksten Kunden oft zuerst abwandern. Es sind zudem gerade diese Großkunden, die jährlich Millionen Domains im Parking testen und jede Domain nach Jahresfrist wieder löschen, die sich nicht trägt, selbst wenn diese 99% der Registrierungsgebühren einspielen sollte.

Google setzt auf das altbekannte Motto: Konkurrenz belebt das Geschäft – solange man die Konkurrenz mehr bei seinen Verkäufern ansiedelt als bei sich selbst. Denn es gibt bisher keine Anzeichen dafür, dass Google wieder höhere Anteile aus den eigenen erzielten Erlösen an die Domainparker auszahlen würde. Google hat mit seinem Produkt Adwords/Adsense eine derzeit fast konkurrenzlose Marktstellung erreicht. Nur in Nischen wie bei Erotikwebseiten oder bei Portalen, die Google aus welchen
Gründen auch immer nicht weiter monetarisieren will, bleibt Platz für andere Anbieter.

Domainparking nur noch über Nameserver
Wer bisher eine Domain mit Domainparking monetarisieren wollte, hatte zwei Möglichkeiten:
Entweder man richtete die Nameserver des Parkinganbieters direkt auf der Domain ein oder man leitete die Domain mittels URL-Forwarding auf eine Seite nach dem Muster www.Parkinganbieter.de/Domainname.xx um.
Mit letzterer Möglichkeit soll nun, zumindest bei Anbietern, die Google Anzeigen nutzen, zum 30. September 2011 Schluss sein. Angekündigt wurde diese Umstellung bereits im August 2010 u.a. von der Firma SEDO. Nun scheint es aber erstmals einen konkreten Termin für die Umstellung zu geben.
Betroffen sind nicht nur alle Domainbesitzer, denen es in ihren Domainpaketen verwehrt ist, eigene Nameserver zu betreiben. Viel härter trifft es all Diejenigen, die ein Anbieter-Switching betreiben. Bei Diensten wie above.com oder Parklogic.com wird der Traffic einer Domain zu unterschiedlichen Parkinganbietern geschickt, um festzustellen, welcher Anbieter eine Domain am Besten monetarisiert. Aufgrund unterschiedlicher Auszahlungsstrategien hat es sich lange Zeit gelohnt, den zweiten Aufruf einer Domain vom gleichen Nutzer (gleiche IP-Adresse) auf einen anderen Parkinganbieter zu leiten, um so bis zu 20% mehr gezahlte Klicks zu generieren.
Offensichtlich ist Google genau dieses Anbieter-Switching ein Dorn im Auge. So ist es für Google schwieriger, die Qualität einer Domain und die Performance eines Anbieters zu verfolgen. Theoretisch kann aber die Kontrolle der Nameserver dazu führen, dass so die Herkunft eines Besuchers bzw. des Traffics genau bestimmt werden kann. Bei einem URL-Forwarding kann man den Traffic auch zuerst auf die Parkingdomain schicken, um die Herkunft der Besucher zu tarnen. Wer den Nameserver kontrolliert, kann hingegen genau loggen, woher der Traffic einer Domain stammt. Ob diese Möglichkeit dann von Google genutzt wird, d.h., ob die Parkinganbieter Daten weitergeben müssen, ist bisher nicht bekannt.

Der Zwang zum Nameserverparking scheint auf den ersten Blick für die Domainer von Nachteil zu sein, ist doch so das beliebte Trafficsplitting nicht mehr möglich. Es könnte aber auch ein Mittel sein, um Domains mit schlechtem Traffic besser filtern zu können. Wenn hierdurch betrügerischer Traffic ausgefiltert werden kann, würde diese Umstellung allen ehrlichen Domainern zugute kommen.

Christoph Grüneberg

*  = http://adwords.google.com/support/aw/bin/answer.py?hl=de&answer=134761
**= http://whizzbangsblog.com/index.php/article-archive-mainmenu-150/domain-analytics/427-part-3-smartpricing-traffic

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SEDO ändert Domainparking-Berechnung

Geschrieben am 28 Oktober 2011 von von Christoph Grueneberg

Teilnehmer des DomainvermarkterForum 2011 in Hamburg konnten schon vor einigen Wochen aus erster Hand von Tim Schumacher erfahren, dass bei SEDO wichtige Veränderungen in der Berechnung der Parking-Erlöse für die Kunden anstehen. Nun wurde offiziell der 1. November 2011 als Termin für die  Umstellung bekanntgegeben.

Zusammengefasst ergeben sich folgende Neuerungen:

  • Die Parkingeinnahmen werden zukünftig zuerst einmal geschätzt, bevor dann ca. 2 Tage später die offiziellen Klickpreise bei den Usern sichtbar werden. Damit bekommt jeder Parkingteilnehmer seinen Anteil von den tatsächlich von Google ausgezahlten Klickpreisen.
  • Am Monatsende kann es zu Korrekturen in der Auszahlung kommen, da Google nachträglich als Spam eingestuften Traffic bzw. Fakeclicks wieder abzieht.

Insgesamt werden die Parkingeinnahmen dadurch zwischen Sedo und den Wettbewerbern Namedrive, Domainpsonsor oder Parkingcrew vergleichbarer und auch ein Stück gerechter. Unklar bleibt aber weiterhin, wieviel der einzelne Parkingteilnehmer tatsächlich vom Anzeigenerlös erhält, da sowohl Google als auch die durch Vertrag gebundenen Parkinganbieter keine Auskunft über den Anteil geben, der den Domainern ausgeschüttet wird.  Ausführlich behandelt wird das Thema “Domainparking” in der aktuellen Ausgabe des Domainvermarkter-Magazines (Nr. 6), welches hier kostenlos bestellbar ist.

Hier der Wortlaut der SEDO-Mitteilung:

 

“Lieber SedoPro Kunde,

ab 1. November 2011 wird es zwei sichtbare Änderungen in den Statistiken der Parking-Reportings geben, mit denen wir uns den allgemeinen Standards in der Domain-Industrie anpassen.

1) Angepasste Klickverdienste/Reale Einnahmen

Diese Änderung bedeutet, dass die angezeigten „Einnahmen“ des aktuellen und vorletzten Tages zunächst auf Schätzungen basieren. Innerhalb von 48 Stunden erhalten wir von unserem primären Anzeigenprovider Google die tatsächlichen Einnahmen und passen diese nach 2 Werktagen in Ihrem Account an. Diese Änderung betrifft nur die Kategorie „Einnahmen“, die Angaben in den Kategorien „Uniques“ und „Klicks“ bleiben davon unberührt. Beispiel: Wenn Sie sich am 1. November die tagesaktuellen Einnahmen in Ihren Statistiken ansehen, handelt es sich um Schätzungen. Ab dem 3. November können Sie sich die realen Einnahmen (vor Spam) vom 1. November anzeigen lassen.

2) Berücksichtigung des Spam-Anteils in Ihren Einnahmen

Wenn Sie den Report Ihrer täglichen Parking-Einnahmen prüfen, könnten die Einnahmen ab dem 1. November Spam beinhalten, den unser primärer Anzeigenprovider Google sofort erkennen konnte. Sie können nicht einsehen, welche Domains davon betroffen sind. Der gesamte Spam eines Accounts wird von Ihren monatlichen Parking-Einnahmen abgezogen. Sie können im Bereich Parking Reports im Registerblatt „Auszahlungen“ in der Spalte „Korrektor“ die Abzüge nachverfolgen.

Google hat in den letzten Jahren verstärkt Aktionen zur Spam-Bekämpfung durchgeführt. Zusammen mit der geringen Spam-Rate im Sedo Netzwerk gehen wir deshalb davon aus, dass nur ein geringer Teil geparkter Domains von dieser zweiten Änderung betroffen sein wird.

Meine Empfehlung: Wenn Sie ab 1. November die Entwicklung Ihrer einzelnen Domains prüfen, beachten Sie bitte:

1) dass die finalen Daten erst nach ungefähr 48 Stunden verfügbar sind.
2) dass unerwartete Verdienstzunahmen bei bestimmten Domains darauf beruhen können, dass diese durch Spam verursacht wurden. In diesem Fall wird der Spam-Anteil bei der monatlichen Endabrechnung abgezogen.”

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Domainparking: Demnächst nur noch über Nameserver?

Geschrieben am 13 Juli 2011 von von Christoph Grueneberg

Wer bisher eine Domain mittels sogenanntem Domainparking monetarisieren wollte hatte zwei Möglichkeiten:
Entweder man richtete die Nameserver des Parkinganbieters direkt auf der Domain ein, oder man leitete die Domain mittels URL-Forwarding auf eine Seite nach dem Muster www.Parkinganbieter.de/Domainname.xx um.

Mit letzterer Möglichkeit soll nun, zumindest bei Anbietern die Google Anzeigen nutzen, zum 30. September 2011 Schluss sein. Angekündigt wurde diese Umstellung bereits im August 2010 u.a. von der Firma SEDO. Nun scheint es aber erstmals einen konkreten Termin für die Umstellung zu geben.

Betroffen sind nicht nur alle Domainbesitzer denen es in ihren Domainpakten verwehrt ist eigene Nameserver zu betreiben. Viel härter trifft es all diejenigen, die ein Anbieter-Switching betreiben. Bei Diensten wie above.com wird der Traffic einer Domain zu unterschiedlichen Parkinganbietern geschickt, um festzustellen, welcher Anbieter eine Domain am besten monetarisiert. Aufgrund unterschiedlicher Auszahlungstrategien hat es sich lange Zeit auch gelohnt, den zweiten Aufruf einer Domain vom gleichen Nutzer (gleiche IP-Adresse) auf einen anderen Parkinganbieter zu leiten, um so bis zu 20% mehr gezahlte Klicks zu generieren.

Offensichtlich scheint Google genau dieses Anbieter-Switching ein Dorn im Auge zu sein. So ist es für TanteG schwieriger die Qualität einer Domain und die Performance eines Anbieters zu verfolgen. Theoretisch kann aber die Kontrolle der Nameserver auch noch dazu führen, dass so die Herkunft eines Besuchers bzw. des Traffics genau bestimmt werden kann. Bei einem URL-Forwarding kann man den Traffic auch zuerst auf die Parkingdomain schicken, um die Herkunft der Besucher zu tarnen. Wer den Nameserver kontrolliert, kann hingegen genau loggen, woher der Traffic einer Domain stammt. Ob diese Möglichkeit dann von Google auch genutzt wird, d.h. ob die Parkinganbieter Daten weiteregeben müssen, ist bisher nicht bekannt.

Einen interessanten Nebenaspekt wird die Umstellung auf jeden Fall haben: Ab 01.09. wird man exakt feststellen können, welcher Parkinganbieter welche Domains monetarisiert.

Eine Übersicht und ausführliche Informationen über die unterschiedlichen Domain-Parkinganbieter am Markt wird es in der nächsten Ausgabe des Domainvermarkter-Magazines geben.

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Domainmarkt – für den Neueinstieg ist’s nie zu spät

Geschrieben am 06 Mai 2011 von von Christoph Grueneberg

Zuerst veröffentlicht im Domainvermarkter-Magazin Ausgabe 03

Mittlerweile sind über 13 Millionen .de Domains registriert. Schaut man sich die .com Domains an, sind es sogar über 80 Millionen Registrierungen. Das ist verständlich: Schließlich wird unter .com ja nicht nur ein einziger Sprachraum wie unter .de adressiert. Bleibt da noch Raum für Neueinsteiger? Die Diskussion, ob es zu spät sei, um in den Domain-Markt einzusteigen, wird schon seit über zehn Jahren geführt. Sie begann in etwa zu jener Zeit, als die New Economy ihren Höhepunkt hatte. Sie endet… vielleicht nie?

Meine ersten beiden Domainnamen reservierte ich im Juni 1997 für günstige 300 DM Jahresgebühr (Resellerpreis, es gab auch Angebote für 500 DM und mehr). Zu diesem Zeitpunkt waren etwa 68.000 .de Domainamen vergeben. Leider entschied ich mich nicht für einen der vielen guten generischen Domainnamen, die zu diesem Zeitpunkt noch frei waren. Ich wählte vielmehr die Domains inserv.de für einen Internet-Service sowie die Domain Lokalseiten.de für ein lokales Nachrichtenprojekt. Die Gebühren waren einfach noch zu teuer für einen Studenten, der gerade sein erstes Startup gründete, und die Aussichten auf einen Weiterverkauf waren eher gering. SEDO wurde schließlich erst im Jahr 1999 (eine Million registrierte .de Domainnamen) gegründet.
Gutes Geld mit Domainparking verdiente man erst ab Ende 2003 (6,7 Mio registrierte .de Domainnamen). Wann war also der richtige Zeitpunkt, um intensiver in das Geschäft „einzusteigen“? Für mich war es das Jahr 2003. Ich hatte meine ersten 100 generischen Domainnamen ausschließlich zum Weiterverkauf reserviert und erzielte vielleicht zehn Prozent der anfallenden Domaingebühren durch Parkingeinnahmen. Im Laufe des Jahres stellte SEDO allerdings das Parking auf Google als Werbemittler um: Meine Parkingumsätze verzehnfachten sich. Alle reservierten Domains zusammen brachten nun genug Geld ein, um von den Einnahmen die jährlichen Reservierungsgebühren bezahlen zu können. Aber auch nach 2003 habe ich noch Tausende weiterer Domainnamen reserviert. Das zeigt, dass 2003 keineswegs das letzte Jahr guter freier Domains war. Tatsächlich kann man bis heute durch überlegte Strategien und mit etwas Phantasie freie Domainnamen finden, die sich wenig später als wertvoll herausstellen.

Die Zukunft der Modebranche
Anfang 2008 faszinierte mich das Thema der Zukunft der Modebranche. Ich war und bin davon überzeugt, dass man als Käufer in Zukunft anhand genauer Maße passgenaue Mode virtuell anprobiert. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass die entsprechenden Körpermessdaten zur Verfügung stehen. Solche zur Messung benötigten „Bodyscanner“ waren bereits in geringen Stückzahlen im Einsatz. Interessant wird ihr Einsatz aber erst dann, wenn Kunden Kleidung irgendwann nicht nur virtuell im Internet anprobieren, sondern Freunden und Bekannten in Netzwerken empfehlen. Das Geschäft fängt mit spielerischen Empfehlungen unter Freundinnen an und bietet dann auch professionellen Typberatern interessante Betätigungsmöglichkeiten.

Der Bedeutungszuwachs des Körperscanners
Wie so etwas funktioniert, ist übrigens in einem populären Werbespot für die XBox zu sehen (2009 Xbox Project Natal Announcement). Die Geräte, um einen menschlichen Körper in seinen Abmessungen zu erfassen, werden Bodyscanner genannt: auf deutsch Körperscanner. Am 31. Januar 2008 konnte ich die Domains koerperscanner.de und koerperscan.de frei reservieren. Die weiteren Varianten wie körperscanner. de waren übrigens auch noch frei. Im Oktober 2008 setzte die Diskussion um so genannte Nacktscanner ein, die 2010 durch den „Unterhosen-Bomber“ und seinen missglückten Anschlag eine Wiederbelebung erfuhr. Neben dem ordinären Begriff Nacktscanner hat sich die Bezeichnung Körperscanner für diese Geräte etabliert. Google verzeichnet im Januar 2010 über eine Millionen Treffer für den Begriff Körperscanner. Das war nicht ganz die Entwicklung, die ich für diesen Begriff vermutet hatte. Aber niemand wird bestreiten können, dass körperscanner. de mittlerweile einen nicht unerheblichen Wert hat.

Technische und gesellschaftliche Entwicklungen werden weiter stattfinden. Einige Begriffe werden populär, manche Wörter wieder bedeutungslos. Wer vorausschauend denkt, kann auch jetzt noch Domainnamen frei „von Hand“ registrieren. Wer Sonderaktionen nutzt, sogar für einen Euro Jahresgebühr.

Christoph Grüneberg

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