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Admin-C – Bald nicht mehr für Lebensmüde

Geschrieben am 01 Januar 2011 von von Domainvermarkter-Magazin

Bald nicht mehr für Lebensmüde

 

Zuerst veröffentlicht im Domainvermarkter-Magazin Ausgabe 04

Das Anlass zur vorliegenden Anmerkung gebende Problem dürfte allseits bekannt sein. Eine .de-Domain, deren Admin-C in Deutschland wohnt (wohnen muss), wird von einer natürlichen oder juristischen Person mit Sitz oder Wohnsitz im Ausland registriert und gehalten.

Nicht selten bietet der über eine Domain zugängliche und fast nie vom Admin-C zu verantwortende Inhalt oder die Registrierung an sich einem Anderen Anlass zu Beanstandungen. Es war bisher übliche Praxis, nicht den unmittelbar für die Rechtsverletzung Verantwortlichen wie z.B. den ausländischen Domaininhaber abzumahnen und gerichtlich in Anspruch zu nehmen. Denn in Deutschland gibt es die sogenannte Störerhaftung, welche vom Grundsatz her die Inanspruchnahme eines jeden ermöglicht, der irgendwie für eine Rechtsverletzung kausal geworden ist. Unter Rückgriff auf diese Störergrundsätze griff und greift man sich den Admin-C, da klar ist: ohne Admin-C keine Domain, ohne Domain keine Rechtsverletzung. Den in Deutschland wohnenden Admin-C kann man in Deutschland, nach deutschem Recht in Anspruch nehmen. Das ist einfacher, kostengünstiger und schneller als die Inanspruchnahme eines Domaininhabers, der auf einer Karibik- oder Pazifikinsel, in Panama oder Togo sitzt. Das dortige Prozessrecht kennt man nicht, die Inanspruchnahme eines Anwalts vor Ort ist in der Regel teuer, die Verfahren dauern länger, ihr Ausgang und der Wert des Titels sind ungewiss. Selbst wenn ein Tatort in Deutschland und damit ein deutscher Gerichtsstand gegeben ist, muss im Ausland immerhin noch die Klage zugestellt werden.
Die Störerhaftung hat eine große Streubreite. Immerhin kann man mit ihr auch die DENIC (ohne DENIC keine Domain, ohne Domain keine Rechtsverletzung) oder den Hostprovider (ohne Host kein Inhalt, ohne Inhalt keine Rechtsverletzung) für einen Verstoß haftbar machen. Diese Streubreite ging in den letzten Jahren immer mehr Gerichten zu weit. Und zwar für die DENIC in Sachen ambiente.de zunächst dem BGH, für die Admin-Cs den OLGs:
Dresden z.B. in Sachen 14 U 521/07, Koblenz z.B. in Sachen 6 U 730/08, Stuttgart z.B. in Sachen 2 U 16/09, Düsseldorf z.B. in Sachen 20 U 1/08, Hamburg z.B. in Sachen 7 U 137/06, München z.B. in Sachen 6 U 3008/08, Köln z.B. in Sachen 6 U 51/08
und schließlich dem Kammergericht in Sachen 10 W 27/05.
In diesen Gerichtssprengeln wird der Admin-C nur noch ausnahmsweise in Anspruch genommen werden können.
Der Umstand, dass die Gerichte mit ihrer Rechtsprechung den einfachen Rückgriff auf den Admin-C vereiteln und damit die unmittelbare Inanspruchnahme des Eigentümers erforderlich machen, stellt die Rechteinhaber oder solche, die es vorgeben, zu sein, vor ein ernsthaftes Problem. Nunmehr müssen sie entweder tat sächlich ins Ausland gehen und vor dortigen Gerichten ihre Rechte verfolgen oder sie klagen in Deutschland, wenn in Deutschland ein Gerichtsstand gegeben ist. Dann bleibt die Zustellung im Ausland als Hürde.
Bei der zuletzt genannten Möglichkeit streckt die DENIC mit ihren Domainbedingungen und -richtlinien den Rechteinhabern vermeintlich die helfende Hand entgegen. In jenen wird gleichermaßen bestimmt, dass der Admin-C “[des Inhabers] Zustellungsbevollmächtigter i. S. v. § 184 der Zivilprozessordnung, § 132 der Strafprozessordnung, § 56 Absatz 3 der Verwaltungsgerichtsordnung sowie § 15 des Verwaltungsverfahrensgesetzes und der entsprechenden Vorschriften der Verwaltungsverfahrensgesetze der Länder [ist]”.
Nach dieser Hand griffen und greifen die Rechteinhaber, denn sie vereinfacht und verbilligt oberflächlich betrachtet die Verfahrenseinleitung und -führung ungemein.
Diese Bestimmungen sind jedoch unwirksam, wie in der juristischen Literatur zu Recht hervorgehoben wird. Als Gründe für die Unwirksamkeit können Kartellrechtswidrigkeit der Bestimmung, Unwirksamkeit als AGB und vor allem Verstöße gegen elementare Grundsätze der ZPO und von Völkervertragsrecht aufgeführt werden. OLG-Entscheidungen, welche die zitierte Bestimmung und damit die Wirksamkeit der Zustellung der Klage an den Domaininhaber durch Zustellen an den Admin-C zum Hauptgegenstand haben, sind bisher nicht ergangen.
Für die Domainvermarkter dürfte in diesem Zusammenhang jedoch interessant sein, dass das LG Frankfurt in einem aktuell laufenden Verfahren offenbar nicht von der Wirksamkeit dieser Bestimmungen ausgeht. Nachdem dem Admin-C als Zustellungsbevollmächtigten der Domaineigentümerin die Klage zugestellt wurde, dieser jedoch darauf hinwies, dass er zur Entgegennahme von gerichtlichen Schreiben nicht ermächtigt sei, fragte das Gericht bei der Klägerin an, ob nunmehr im Ausland zugestellt werden solle. Ein solches Verhalten des Gerichts impliziert, dass das Gericht den zitierten Bestimmungen in den Domainrichtlinien und – bedingungen keine rechtliche Relevanz beimisst. Denn andernfalls hätte es die Zustellung an den Admin-C als ordentliche Verfahrenseinleitung gelten und ein Versäumnisurteil gegen die Beklagte Domaininhaberin, welche sich mangels Kenntnis nicht auf das Verfahren einlassen konnte, ergehen lassen können.
Dass das OLG Frankfurt in seiner einen Tag später in Sachen 16 U 239/09 getroffenen Entscheidung mehr beiläufig konstatiert, dass eine Zustellung der Klage an den Admin-C als Zustellungsbevollmächtigten der Inhaberin im Sinne vom § 184 ZPO möglich sei, entwertet die Indizien des landgerichtlichen Vorgehens für zukünftige Fälle nicht. Der vom OLG behandelte Streit bot in keiner Weise Anlass zur Vertiefung der Zustellungsproblematik. Deshalb blieben die Feststellung des OLG gänzlich ohne Begründung und Auseinandersetzung mit den zum Thema bestehenden Auffassungen. Um so weniger Grund gab es für das OLG, sich mit dem Problem auseinander zu setzen, weil die im Verfahren beklagte DENIC sich andernfalls auf die Unwirksamkeit ihrer eigenen, die Zustellung betreffenden Bedingungen hätte berufen müssen.
Als Fazit lässt sich die Feststellung ziehen, dass der Admin-C von Gerichten langsam aus der Schusslinie der Rechteinhaber genommen wird. Nachdem zunächst die Störerhaftung immer mehr eingeschränkt wurde und der Admin-C nicht mehr automatisch seinen Kopf für jede Rechtsverletzung Anderer hinhalten muss, besteht darüber hinaus nunmehr berechtigte Hoffnung darauf, dass er nicht mehr zivilprozessual als Zustellungsbevollmächtigter der Domaininhaber in deren Streite herein gezogen wird. Noch gilt dies nicht für alle Gerichte und nicht für alle Konstellationen. Aber das Geschäft, als Admin-C zur Verfügung zu stehen, ist nicht mehr das finanzielle Selbstmordkommando, welches es noch vor ein paar Jahren war. Es wird langsam plan- und kalkulierbar.

 

Ra Tilo Wendt,
Hoeller Rechtsanwälte, Bonn
www.hoeller.info

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Die Vorteile generischer Domainnamen

Geschrieben am 01 Januar 2011 von von Domainvermarkter-Magazin

Wie Triplemind mit einprägsamen Webadressen erfolgreich ist

Zuerst veröffentlicht im Domainvermarkter-Magazin 04

Von Anja Seeberg, ELEMENT C GmbH
Als die Triplemind GmbH im Jahr 2000 von Mathias Ziegler und Christoph Gaffga gegründet wurde, konnten sich die beiden Studenten der Betriebswirtschaftslehre und Informatik noch nicht vorstellen, dass das junge Unternehmen in den folgenden Jahren einen so durchschlagenden Erfolg haben würde. „Eigentlich wollten wir eine Ferienwohnung zur Vermietung im Internet anbieten, fanden aber unter den damals existierenden Urlaubs-Portalen keines, das unseren Vorstellungen entsprach.“ erklärt Mathias Ziegler, „so beschlossen wir kurzerhand, unsere eigene Datenbanklösung zu entwickeln“. Das war die Geburtsstunde von Triplebase, einer Datenbank-Applikation, die heute technische Grundlage vieler unterschiedlicher Portale ist. Der thematische Schwerpunkt der Applikation liegt auf Portalen aus dem Bereich Touristik. Zeitgleich mit der Entwicklung des Software-Fundamentes entstanden die Internet-Portale unterkunft.de und urlaubstage.de, die für die Betreiber anfangs der Überprüfung der Triplebase-Funktionen dienten. Heute stellen diese Portale das Triplemind-Netzwerk dar.
Unterkunft.de, das von Triplemind ins Leben gerufene Portal zur Vermietung von Feriendomizilen, unterscheidet sich durch seine Bietfunktionen von den üblichen Ferienwohnungsportalen. In den Ergebnislisten der klassischen Variante erscheinen Ferienwohnungen und –häuser, die zum Fixpreis angeboten werden. Bei der neuen flexiblen Suche mit Bietfunktion funktioniert das etwas anders: Hier stoßen Suchende auf private Anbieter von Ferienimmobilien, kleinen Hotels und Pensionen. Der Clou: Bei Annoncen mit der Funktion „Bieten“ haben die potentiellen Gäste ein Mitspracherecht in puncto Endpreis. Durch die Abgabe eines individuellen Gebotes sichern sie sich so manchen Schnäppchenpreis.
Die gebürtigen Frankfurter erkannten schon früh die Wichtigkeit von generischen Domainnamen und investierten den mit ihren Portalen generierten Gewinn konsequent in die Erweiterung ihres Portfolios. Die Benutzerfreundlichkeit der Internet-Plattformen wurde von Anfang an groß geschrieben und laufend überarbeitet. Für die stetige Weiterentwicklung der Software sind die Einführung eines Merkzettels, die Sammelanfrage und die Möglichkeit, Unterkünfte direkt zu bewerten, nur einige Beispiele.
Durch geschickte Preispolitik, Einträge in Suchmaschinen und strategische Partnerschaften gelang es den Jungunternehmern, ihre Urlaubs-Portale binnen kurzer Zeit bekanntzumachen. Ein Jahr nach Unternehmensgründung standen bereits mehr als 2.000 Einträge für die Urlaubssuche bereit.

Triplemind ist der Kopf, Triplebase das Herz des Unternehmens
Die auf Unterkünfte spezialisierte Datenbank Triplebase basiert auf XML. Triplebase eignet sich besonders für Fremdenverkehrsämter, Ferienhausagenturen, Reiseveranstalter, Hotels und regionale Informationsseiten.
Gegen einen geringen monatlichen Beitrag können touristische Leistungsträger ihre Unterkunfts- und Reise-Angebote zeitsparend und kostengünstig einem breitgefächerten Publikum zugänglich machen. Dies ist sowohl basierend auf dem eigenen Internet-Angebot als auch durch das Triplemind-Netzwerk möglich. Die Entwicklung einer eigenen kostenintensiven Datenbank entfällt, da Triplebase nach individuellen Vorgaben angepasst wird. Hierdurch entsteht für beide Partner eine Win-Win-Situation. Die Vorteile für den Kunden liegen in der einfachen Datenhaltung und der Kosteneinsparung durch Outsourcing, da keine eigene Datenbank aufgebaut und administriert werden muss. Die Daten-Verwaltung ist über eine Internetseite jederzeit und an jedem Ort möglich. Dies ist besonders praktisch für Unternehmen, die häufig im Ausland unterwegs sind, um Objekte zu überprüfen. Dank des bestehenden Triplemind-Netzwerks wird jeder einzelne Eintrag in mehreren unterschiedlichen Web-Auftritten veröffentlicht.

Die verschiedenen Projekte
Die einzelnen Portale sind recht unterschiedlich: So gibt es neben
unterkunft.de und urlaubstage.de, ferienwohnung.com und apartments.de auch die Länderportale irland.com, aegypten.de sowie das Städteportal dublin.de. Durch die Vernetzung der Internet-Marktplätze und mit der Grundlage der gemeinsamen Datenbank wird der Eintrag einer Unterkunft auf allen Portalen, je nach Ausprägung, veröffentlicht. Die Resonanz der Nutzer bestätigt den Erfolg des Konzepts: Mehr als 30.000 Menschen suchen täglich über eines der Triplemind Urlaubs-Portale nach einer passenden Unterkunft. Durch die einfachen Suchfunktionen finden Kunden, dank dynamisch generiertem Verzeichnis über frei einzugebende Suchkriterien, rasch passende Angebote.
Während Triplemind in der Anfangszeit besonders in der Touristikbranche vertreten war, ist der Projektkatalog mit den Jahren breiter geworden. Jüngstes Projekt der findigen Portal- Betreiber ist Kosmetik.de, ein Preisvergleichsportal rund um das Thema Schönheit und Wohlfühlen, das aktuell knapp 1 Mio. Produkte verschiedener Anbieter wie z.B. Douglas.de,
Zalando und dem Baur Versand beherbergt. Darüber hinaus bietet das Portal Beiträge und Tipps der hauseigenen Beauty-Experten zu den Themen:
Make-Up, Parfum, Gesundheit und Wellness.
Neben den eigenen Seiten betreibt die Triplemind GmbH das bekannte Reiseportal TravelScout24 und
ElectronicScout24.

Die Vorteile generischer Domains
Die Einnahmen, die Triplemind durch Portale wie unterkunft.de verzeichnet, werden in den Kauf generischer Domains investiert. Auch hierbei haben Mathias Ziegler und Christoph Gaffga das Potential des Marktes erkannt. Sie kaufen bereits registrierte generische Domainnamen an und projektieren diese. Triplemind konzentriert sich vor allem auf Top-Level-Domains wie .de, .com und .info. Danach werden mit der Website durch Werbeeinblendungen Einnahmen generiert. Die Website wird optimiert und suchmaschinenfreundlich gestaltet. Sobald dort genug Traffic aufläuft, verkauft Triplemind die Website weiter.
Eine generische Domain hat immense Vorteile. Nicht nur, weil sich ein Kunde durch den Gattungsbegriff den Namen des Unternehmens gut einprägen kann – auch in der Monetarisierung durch Werbeeinnahmen spielen sie eine wichtige Rolle. Sie erleichtern den Verkauf von Werbung erheblich.
Im Rahmen des Linkbuildings liegen die Vorteile darin, dass Webmaster bevorzugt auf einen gut klingenden Domainnamen verlinken. Gleiches gilt auch für den Vertrieb und die Pressearbeit des Unternehmens: Ein beschreibender Domainname impliziert Seriosität, vermittelt Vertrauen und sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert.
Zudem werden generische Domains von Suchmaschinen im Ranking bevorzugt behandelt bzw. als relevanter eingestuft als zum Beispiel Eigennamen. Sich in den vorderen Plätzen bei Google und Co. wiederzufinden, ist bei den generischen Schlüsselwörtern mit geringerem Aufwand zu verwirklichen.

Triplemind
Gegründet: April 2000 Unternehmenssitz: Offenbach am Main
Geschäftsführung: Mathias Ziegler
Tätigkeitsbereiche: Entwicklung einer spezifischen Internet-Datenbankapplika-tion für touristische Leistungsträger (Triplebase) und Betreiber von eigenen Internet-Marktplätzen, die auf dem eigenen Touristik-Datenbanksystem basieren (z.B. unterkunft.de, urlaubstage.de, ferienwohnung.com, apartments.de u.v.a.) sowie Application Service Provider für Touristik-Unternehmen.
Kunden: Ferienhausagenturen, Fremdenverkehrsämter,
Hoteliers, Campingplatzbetreiber, private und ge-werbliche Vermieter.
Triplemind-Netzwerk: www.unterkunft.de , www.urlaubstage.de, www.aegypten.de, www.irland.com, www.dublin.de, www.bulgarien.info, www.apartments.de

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DomainvermarkterForum 2010 – München

Geschrieben am 01 Januar 2011 von von Domainvermarkter

Vom 2.9. – 3.9.2010 findet im im SofitelMünchen Bayerpost das mittlerweile sechste DomainvermarkterForum statt. Auf der grössten und bedeutendsten deutschen Veranstaltung für „Domainer“ werden über 120 Teilnehmer mit weit über 500.000 Domainnamen erwartet. Ebenfalls erwarten wir wieder die Vertreter der wichtigsten deutschen Registrare und Parking-Programme.

Die Ergebnisse der Domain-Auktion 2009 im Rückblick:

50.000,00 € designer.de
9.000,00 € zäune.de
5.500,00 € promi.de
5.500,00 € mitbewohner.de
9.000,00 € zäune.de
5.500,00 € promi.de
5.500,00 € mitbewohner.de

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