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Google & Domainparking: Mehr Transparenz nötig

Geschrieben am 09 Dezember 2011 von von Domainvermarkter-Magazin

zuerst veröffentlicht im Domainvermarkter-Magazin 06

Keine Frage, die gesamte Onlineindustrie hat Google sehr viel zu verdanken! Gerne erzähle ich immer wieder die Geschichte, wie ich im Mai 2003 zum Domaininvestor wurde:
Ich hatte meine ersten 100 nur zum Verkauf bestimmten Domains reserviert und bei Sedo in die Domaindatenbank eingetragen. Über einen Domainrobot, den ich Anfang 2003 bei einem Hostinganbieter entdeckt hatte, war es endlich unkompliziert und preiswert, .de-Domains zu registrieren und zu verwalten. Ich nutzte diesen Service bereits für eigene Projekte und Kunden von mir.

Sedo bot auch damals schon ein Domainparking an, allerdings machten die Einnahmen bei den von mir reservierten Domains vielleicht 50% der Kosten aus. Ende 2003 stellte Sedo dann den Anzeigenfeed auf Anzeigen von Google um – die Umsätze verfünffachten sich augenblicklich. Alle zum Verkauf registrierten Domains wurden plötzlich mittels Parking bezahlt. Wahrscheinlich ist es wie beim Poker: Wenn man am Anfang gewinnt, lässt es einen nie wieder los. Also entschloss ich mich, nun noch intensiver nach guten Domains zu suchen. Jeder Verkauf war 100% Gewinn für mich. Ich kenne viele Domainer-Kollegen, die damals genauso anfingen. Man brauchte kaum Kapital und gute freigewordene Domains wurden damals durch den Newsletter von deSnap gemeldet. Wer die Chance nutzte, konnte sich so ein gutes Geschäft als Domainvermarkter aufbauen. Gleichzeitig wurde im Juni 2003 von Google das Adsense-Programm eingeführt, welches es Webseitenbetreibern erstmalig ermöglichte, zielgerichtet Anzeigen auf den eigenen Seiten einzublenden. Im Vergleich zu vorhergehenden Programmen war dies eine Revolution! Viele kleine Projekte wurden rentabel, gleichzeitig gab es unendliche Möglichkeiten, mit und über Google Geld zu verdienen. Google bescherte dieses System Gewinne für viele Milliarden Dollar!

Im Jahr 2008 gab es dann aber einen Einschnitt im Parking: Die Umsätze sanken drastisch, 30% weniger Auszahlung mussten viele Domainer erst einmal verkraften. Zurückgeführt wird dieser Einbruch auf das sogenannte Smart-Pricing. Bis heute ist hierbei nicht klar, wie es genau funktioniert. Der Verdacht, dass Google hier Gelder in die eigenen Anzeigenplätze umleitet, besteht bei vielen Domainern. Dieser Verdacht kann so lange nicht ausgeräumt werden, bis Google nicht alle Kriterien offengelegt hat. Gerade beim Domainparking ist es doch wichtig zu wissen, ob die eigenen generischen Domainnamen deswegen so niedrige Klickpreise erzielen, weil vielleicht der Parkinganbieter die Erlöse mit denen schlechter Typos vermischt hat. Oder hat sich der einbehaltene Anteil für Google und die Parkinganbieter generell erhöht? Jede Black Box schafft Misstrauen. Für Google geht es nur um ein paar Millionen Umsatz, für den einzelnen Domainer aber oft um seine geschäftliche Existenz.

Die Intransparenz verhindert auch einen ordentlichen Wettbewerb. Erst wenn wir genaue Auszahlungsquoten kennen, können wir auch sehen, welcher der Parkinganbieter den besseren Job z.B. in Form von Autooptimierungen oder manuellen Einstellungen macht. Ebenso steht es natürlich den Parkinganbietern frei, durch andere Anreize ihre Parkingplattform attraktiver für die Kunden zu machen, z.B. in dem für geparkte Domains geringere Verkaufsprovisionen verlangt werden.

So lange aber Google nicht offenlegt, wie hoch der Anteil der Anzeigenerlöse ist, den die Parkinganbieter bekommen, wird es auch keine nachvollziehbaren Abrechnungen für die Domainer geben. In normalen Provisionsverträgen ist es üblich, dass man mittels Wirtschaftsprüfer die Korrektheit der Abrechnungen nachvollziehen kann. Als Domainer hat man diese Möglichkeit derzeit in der Praxis leider nicht.

Wirklich Bewegung kommt erst dann in den Markt, wenn es konkurrenzfähige andere Anbieter gibt. Oder aber eine Offenlegung gerichtlich verordnet wird. Ein vergleichbarer Prozess gegen Google läuft derzeit bereits in Kalifornien, wo das Distrikt-Gericht von San Jose Google dieses Jahr dazu verdonnert hat, den Mechanismus des Smart-Pricings beim Domainparking offenzulegen. Die schlechte Nachricht dabei: Es soll nur gegenüber den Klägern, einer Gruppe von Werbetreibenden, offengelegt werden.

Aber vielleicht führt dieses Verfahren auch dazu, dass Google allgemein mehr Transparenz zeigen muss.

Von Christoph Grüneberg

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„Scumbag-Domainer“ – Michael Gilmour spricht Klartext

Geschrieben am 08 Dezember 2011 von von Domainvermarkter-Magazin

zuerst veröffentlicht im Domainvermarkter-Magazin 06

Unter der Überschrift “Domainer Scumbags” (Drecksack-Domainer) bezieht der australische ParkLogic-Gründer Michael Gilmour deutlich Stellung zu offensichtlichen Domainparking-Betrügern. ParkLogic verteilt, ähnlich wie die Firma Above.com, Domaintraffic auf die verschiedenen Parkinganbieter. Als Besonderheit wird nicht nur einfach analysiert, welcher Anbieter die besten Einnahmen je Domain generiert. ParkLogic differenziert die Domainbesucher auch nach Herkunft. So wird beispielsweise Traffic aus Europa unabhängig von Traffic aus den USA bei verschiedenen Anbietern getestet und die Ergebnisse optimiert.

Es scheint ein großes Tabu in der Branche zu sein, offen über “Scumbags” zu sprechen. Dabei dürfte jeder Parkinganbieter seine eigenen Erfahrungen mit diesen Betrügern gemacht haben, die meist über Klickbetrug versuchen, auf Kosten der ehrlichen Domainer, Einnahmen zu erzielen. Wen wundert`s, wo doch in Asien die Stundenlöhne teilweise nur im Cent-Bereich liegen und 100 Dollar eine ganze Familie für einen Monat ernähren können. So lange es im Anzeigenbereich Pay-per-Click gibt, so lange gibt es auch schon entsprechenden Betrug. Ob es sich hierbei um Zwangsklicks von echten Benutzern, um Clickworkertraffic aus Internetcafés, Robotprogrammen oder am Ende um Trojaner auf privaten PCs (Router) handelt: Geschädigt werden hier nicht nur die Advertiser, sondern auch alle ehrlichen Domainer und Publisher, deren Auszahlungen aufgrund sinkender Klickpreise geringer sind als sie es eigentlich verdient haben.

Laut Gilmour versuchen diese Betrüger derzeit, mit allen Mitteln bei seinem Service Accounts zu eröffnen, insbesondere wenn sie schon bei den meisten Parkinganbietern und Google gesperrt wurden. So versuchen diese Scumbag-Domainer aus China, z.B. mit einer angeblichen Adresse aus Los Angeles, einen Account zu eröffnen, was aber anhand der IP-Adresse schnell festgestellt werden kann. Da es sich bei den zu monetarisierenden Domains hauptsächlich um .info Domains handelte, hatte Gilmour doch erhebliche Zweifel daran, ob hier wirklich 300$ am Tag Umsatz gemacht würde und lehnte den Anfrager ab. Dumm ist es, wenn versucht wird, unter dem Namen bekannter und vertrauenswürdiger Domainer bei ihm einen Account zu eröffnen. Da Michael Gilmour die meisten wirklich guten Domainer persönlich kennt, fällt ein solcher Versuch meist auf und er stellt den ihm bekannten Domainern die gesammelten Anbieterdaten für eine rechtliche Verfolgung zur Verfügung.

Mittlerweile, so der australische Unternehmer, werden für Accounts beim Domainparking sogar bis zu 2.000$ geboten. Warum sich diese Accountkäufer nicht selbst anmelden? Weil sie schon eine so schlechte Reputation haben, dass sie bei allen Anbietern gesperrt wurden. Dennoch versuchen Sie nun über diesen Weg, ihren Müll-Traffic loszuwerden, was die Erlöse der guten Domainer letztendlich schmälert.

Gilmour selbst wurde schon persönlich das Angebot unterbreitet, man könne die Klickraten seiner Domains beliebig steigern. Er wundert sich, dass soviel kriminelle Energie in ausgeklügelte Wege gesteckt wird, das System zu schlagen, statt diese Anstrengungen in legale Bahnen zu lenken und so langfristig wahrscheinlich ehrlich reich zu werden. Gilmour zeigt sich darüber empört: „Dies ist Betrug, Betrug Betrug!“

Um seine eigene Firma zu schützen, investiert Gilmour mittlerweile viel Zeit in die Überprüfung sich neu anmeldender Kunden: Sie müssen nicht nur alle Felder bei der Anmeldung akkurat ausfüllen, sondern auch spezielle Fragen über sich beantworten. Da ParkLogic mit allen wichtigen Parkingfirmen zusammenarbeitet, wird ein Kunde schon dann abgelehnt, wenn er nur bei einem der kooperierenden Parkinganbieter gesperrt ist.

Gilmour fordert alle ehrlichen Domainer auf, jeden neuen Betrugstrick zu melden, so dass der gute Traffic nicht unter dem der Betrüger leidet. Denn jeder betrügerische Klick wirkt sich unmittelbar auf die gesamt gezahlten Klickpreise aus.

Von Christoph Grüneberg

http://whizzbangsblog.com/index.php/article-archive-mainmenu-150/satur-%20day-musings-mainmenu-165/658-sa-%20turday-musings-domainer-scumbags

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DomainvermarkterMagazin 06

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Druckfrisch – DomainvermarkterMagazin 06

Geschrieben am 24 August 2011 von von Domainvermarkter02

Es ist wieder einmal geschafft! Das neuste und sechste DomainvermarkterMagazin ist endlich fertig und geht ab heute in den Versand. Ein Schwerpunktthema der aktuellen Ausgabe ist das Domainparking.

DomainvermarkterMagazin 06

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