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Impressionen von dem Domain pulse 2011

Geschrieben am 21 Februar 2011 von von Christoph Grueneberg

Am 17. und 18. Februar 2011 fand der nun mittlerweile achte Domain pulse statt. Die Veranstaltung wird abwechselnd von den drei Registries DENIC, NIC.at und SWITCH organisiert.

Die diesjährige Veranstaltung setzte Maßstäbe was Teilnehmerzahl, Veranstaltungsort und Programm betrifft.

Teilnehmer: Unter den über 300 Teilnehmern waren auch wieder zahlreiche Domainer vertreten, wenn auch diesmal wegen der zahlreichen Erkrankungen nach dem Domainfest einige Kollegen absagen mussten. Dennoch ist der Domain pulse eine Veranstaltung, wo die Registries tatsächlich auf ihre wichtigsten Kunden treffen. Schon auf den vergangenen Tagungen gelang es so in persönlichen Gesprächen einige Aufklärungsarbeit aus Domainersicht zu leisten.

Domainpulse 2011 Palais Ferstel

Domain pulse 2011 Palais Ferstel

Veranstaltungsort: Das Palais Ferstel in Wien gab dem Domain pulse einen prachtvollen Rahmen. Aber nicht nur der Tagungsort begeisterte: Vor der eigentlichen Abendveranstaltung in der Orangerie des Schlosses Schönbrunn gab es ein Privatissimum in der Königlich Spanischen Hofreitschule.

Domainpulse 2011 Nils Müller TrendONE

Domain pulse 2011 Nils Müller TrendONE

Programm: Die Tagung war vollgepackt mit interessanten Vorträgen und Diskussionen zu Domainpolitik, -technik und Zukunftsszenarien. Für jeden Teilnehmer gab es hier genügend interessante Themen, so dass der Saal immer gut gefüllt war.

So gab Nils Müller von TrendONE  einen fundierten Ausblick in die technische und soziale Zukunft der nächsten Jahre. Nicht wenige Teilnehmer staunten, was mittlerweile schon alles “Fakt” und längst nicht mehr “Fiktion” ist. Dies war zudem ein interessanter Kontrast zum Zukunftsforscher Matthias Horx, der drei Jahre zuvor Gastredner auf dem Domainpulse Österreich war (Hier der Beitrag bei Youtube).

Domainpulse 2011 Abendveranstaltung Orangerie Schloß Schönbrunn

Mozartkugeln aus Salzburg gehören natürlich bei der nic.at dazu!

Aus Sicht der anwesenden Domainer war natürlich die Diskussion „Die Domain ist tot – es lebe die Domain?“ sehr spannend, die sich Thematisch auf den Artikel von Tim Schumacher (SEDO) „Albtraum-Adressen“: Welche Gefahren Facebook, Google, Twitter und Apple für Unternehmen bergen“ aus dem Domainvermarkter-Magazin Nr. 4 bezog. Hier stellte sich der ehemalige FHM-Chefredakteur Christian Kallenberg der in dem Artikel geäußerten Kritik von Tim Schumacher, dass FHM auf seinen Webauftritt verzichtet hatte und statt dessen auf eine Facebook-Seite umleitete (Das FHM-Magazin wurde ironischerweise in Deutschland mittlerweile eingestellt).

Auch außerhalb der Vorträge drehten sich viele Gespräche über die Auswirkungen von Facebook auf die Domain- und Internetwelt. Als Internetseite ist es geradezu ein MUSS über Facebook Beziehungen zu den eigenen Lesern und Kunden aufzubauen. Zu lange sollte man nicht warten, denn wer will schon bei Null Fans starten, wenn die Konkurrenz schon hunderte oder tausende Fans gesammelt hat? Die Anzahl der Fans ist schon jetzt ein wichtiges Kriterium für die Glaubwürdigkeit einer Webseite.

Domainpulse 2011 Abendveranstaltung Orangerie Schloß Schönbrunn

Domain pulse 2011 Abendveranstaltung Orangerie Schloß Schönbrunn

Wie wird sich die Suche in Zukunft verändern? Wenn wir Webseiten, Restaurants, Geschäfte, die uns von Freunden und Freundesfreunden vorgeschlagen werden, in den Suchergebnissen zuerst sehen?

Suchmaschinenoptimierung ohne echte Facebookfreunde und deren Empfehlungen dürfte in Zukunft schwer werden.

Der nächste Domain pulse wird am 13. und 14 Februar 2012 von der DENIC ausgetragen, vorgesehener Tagungsort ist Essen im Ruhrgebiet.

Weitere Informationen und Impressionen gibt es auf der Seite Domainpulse.org

Bitte beachten Sie auch unseren Bericht Domain pulse 2011 in Wien: Skepsis bei neuen TLDs

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„Albtraum-Adressen“: Welche Gefahren Facebook, Google, Twitter und Apple für Unternehmen bergen

Geschrieben am 21 Februar 2011 von von Domainvermarkter-Magazin

Zuerst veröffentlicht im Domainvermarkter-Magazin Ausgabe 04

Von Tim Schumacher, CEO der Sedo GmbH und Vorstand der Sedo Holding AG

Der Einsatz einer einprägsamen Internetadresse ist einer der wichtigs­ten Erfolgsfaktoren für Unternehmen im Online-Business. In fast jeder Wer­bung findet man den Domainnamen des Unternehmens oder eines unter­nehmenseigenen Produktes aufge­führt. Entweder in Verbindung mit .de oder, je nach globaler Ausrichtung und Herkunft, auch unter .com.

Doch seit wenigen Monaten kann man weltweit eine beunruhigen­de Entwicklung beobachten. Immer häufiger rückt der Domain-Name in der Werbung in den Hintergrund. Insbesondere Domainnamen von Un­ternehmen, die sich als Trendsetter verstehen und auf den „Social Media“- Zug aufspringen wollen. Da werden Facebook- und Twitteradressen so­wie iPhone-Applikationen beworben. Teilweise wird man sogar dazu ange­leitet, wie der Suchbegriff bei einer Suchmaschine wie z. B. Google ausse­hen muss, damit man ans Ziel kommt. Auch vorhandene Webseiten und be­reits bestehende, klassische Kommu­nikationswege werden dazu genutzt, diese neuen Kanäle zu bewerben.

Ich habe mich selbst dabei erwischt, dass ich dieses Verhalten in meiner Firma Sedo gefördert habe, beseelt von dem Gefühl, dadurch ein Trend­setter zu sein. Daher promoten wir nicht nur unseren eigenen Firmen­namen Sedo.de (respektive Sedo. com, für dessen Domainkauf wir 2003 etwa 80.000 USD investierten), sondern auch unseren Twitter-Ac­count (twitter.com/SedoDE) und un­ser Facebook-Profil (facebook.com/Sedo). Wir schalten darüber hinaus für das Keyword “Sedo” Werbung auf Google, Yahoo und Bing. Unsere ei­gens entwickelte iPhone-Applikation wird in Kürze erscheinen. Wir haben uns so sehr auf diese Bemühungen versteift, dass wir, wie so viele andere Unternehmen auch, die Gefahren aus den Augen verloren haben.

Wir machen uns abhängig

Das Problem ist Folgendes: Es ist schick und modern, all diese bereits erwähnten Kanäle zusätzlich für Werbezwecke und Kunden-Interakti­on zu nutzen. Doch schaut man hin­ter die Fassade von Web 2.0/Social Media, ist es schlichtweg falsch und gefährlich, hauptsächlich diese Ka­näle als Zulieferer von Usern zu ver­wenden. Was folgt ist Kontrollverlust, Abhängigkeit, hohe Kosten, die auf einen zukommen und im Extrem­fall sämtliche Gewinne eines Unter­nehmens auffressen können. Unter­nehmen, die ihr Marketing-Gebaren komplett nach den Web-Giganten wie Facebook, Google oder Apple richten, legen das eigene Schicksal in die Hände dieser Provider.

Dabei können folgende drei Szenarien eintreten:

  1. Die Provider können jedes Unternehmen eigenmächtig ausschließen, mit oder ohne Begründung. Ich möchte an dieser Stelle an die Vorgehensweise von Apple erinnern, bei der sämtliche Apps mit erotischem Inhalt entfernt wurden. Auch wenn sich über das Für und Wider von Erotikinhalten streiten lässt, zeigt dieses Vorgehen, wie abhängig ein gesamter Wirtschaftszweig vom Verhalten eines Branchenriesen ist.
  2. Die Provider können pleitegehen, und es gibt keine ordnungspolitische Regelung für „den Tag danach“. Sie halten das für unwahrscheinlich? Erinnern Sie sich an FortuneCity oder GeoCities? Das waren einst sehr gehypte Vorgänger der Social Communities kombiniert mit einem einfachen Webseiten-Hosting. Stellen Sie sich einfach Facebook ohne das Jeder-kennt-Jeden-Prinzip und in einer Zeit mit weitaus niedrigerer Internet-Nutzung vor. Nichtsdestotrotz wurde GeoCities im Jahr 2009 von Yahoo eingestampft – nachdem sie es 10 Jahre zuvor für den Riesenbetrag von 2,87 Milliarden USD erworben hatten.
  3. Die größte Gefahr: Die Provider können und werden ihre Profite maximieren, sobald eine kritische Masse erreicht ist! Wechselhürden (sog. „Switching costs“) entstehen und Profit-Ziele werden den Wachstums-zielen folgen. Wenn Ihr Unternehmen 1 Million Facebook Fans oder Follower bei Twitter hat, wie wird Ihre Ausgangslage bei Verhandlungen sein, wenn der Provider auf einmal hohe Gebühren verlangen wird? Wenn Sie eine hohe Nutzeranzahl für Ihre iPhone App haben, wie sieht Ihre Verhandlungsposition aus, wenn Apple auf einmal eine höhere Gewinnbeteiligung verlangt? Wenn Sie Ihre Geschäfte hauptsächlich über Google machen, wie wird Ihre Verhandlungsposition aussehen, wenn Sie auf einmal nicht mehr in der organischen Suche gelistet werden, Google Ihnen aber anbietet, dass Sie für eine bestimmte Gebühr in der bezahlten Werbung erscheinen könnten?

Alle oben erwähnten Bedrohungen sind realistisch, und trotzdem scheinen sie bei all dem Hype unterzugehen.

Vermeiden Sie geschlossene Systeme

Wer sein Online-Business hauptsäch­lich auf dem Rücken von Facebook, Twitter, Google oder Apple aufbaut, baut sein Eigentum auf einem gemie­teten Grundstück auf, dessen Kontrol­le der Grundstücksbesitzer hat. Eines Tages könnten Sie zu hören bekom­men: „Vielen Dank, dass Sie dieses prächtige Hotel auf meinem Grund­stück aufgebaut haben, Ihre Mie­te erhöht sich nun von 1 US-Dollar monatlich auf 100.000 US-Dollar pro Jahr.“

Die Zeitschrift FHM kündigte erst kürzlich an, die eigene Domain fhm-magazin.de aufzugeben. Geht man heute auf fhm-magazin.de, landet man tatsächlich auf der bei Facebook eingerichteten Profilseite. (Anmerkung: zum Zeitpunkt der Drucklegung stimmte dies, derzeit ist eine Überarbeitungs-Seite geschaltet) Kurzfristig eine gute PR für FHM, aber langfristig gedacht der falsche Schritt, denn Face­book hat viele Einschränkungen: Erst kürzlich wurde entschieden, dass man von seinem Profil aus nicht mehr auf andere Institutionen (Schulen, Univer­sitäten, Firmen) verlinken kann, son­dern nur auf das jeweilige Facebook- Profil der Institution, falls vorhanden. Prinzipiell versucht man hier, das pro­prietäre (geschlossene) System beizu­behalten. Sorgen Sie dafür, dass Ihnen das nicht passiert.

Wenn Sie ein Profil auf Facebook und einen Twitteraccount mit dem richtigen Namen haben, haben Sie zumindest vorgesorgt, dass Ihnen kein Konkurrent den Begriff streitig machen kann. Setzen Sie diese Kanäle entsprechend sinnvoll ein, zeigen Sie damit, dass Sie für neue und innovative Kommunikationswege offen sind. Doch Ihr Domainname ist der wichtigste Baustein für Ihr Online- Business. Und das sollten Sie den Usern durch Ihre Marken- und Marketing- Kommunikation zeigen.

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Facebook kauft fb.com für ca. 8,5 Mio$

Geschrieben am 12 Januar 2011 von von Christoph Grueneberg

Im November 2010 wechselte die Domain fb.com vom US-amerikanischen Farm Bureau zu Facebook. der Verkaufspreis wurde nicht bekanntgegeben.

Derzeit findet das jährliche Treffen der Farm Bureau Mitglieder in Atlanta statt. Wie die Nachrichtenagentur Reutes berichtet, wurde dabei gestern bekanntgegeben, dass das Farm Bureau insgesamt 8,5 Mio $ Einnahmen  für Domainverkäufe erzielte. Dementsprechend spekuliert die Nachrichtenagentur Reuters, dass diese Einnahmen mehrheitlich aus dem Verkauf von fb.com stammte.

Das Farm Bureau, die Interessenvertretung der Farmer und Rancher in den USA, nutzt nun die Domain FB.org. Man kann für Facebook von Glück reden, dass sie überhaupt die Möglichkeit bekommen haben, diese Domain zu kaufen. Finanziell nötig hatte das Farm Bureau diesen Verkauf sicher nicht. Nur weil noch die Domain fb.org zur Verfügung stand wurde wohl dem Verkauf zugestimmt. Facebook musste laut einer launigen Anmerkung Zuckerbergs allerdings zusagen, selber keine landwirtschaftlichen Produkte unter fb.com zu verkaufen.

Facebook behauptet, die Domain fb.com würde für interne Zwecke benötigt, dennoch ist Facebook  bereits unter fb.com zu erreichen. Vermutet wird, dass Facebook einen eigenen Emaildienst unter fb.com aufbauen möchte – also demnächst IhrName@fb.com für alle Mitglieder.

Der letzte große Domaindeal bei Facebook war erheblich billiger: Laut Wikipedia kaufte Facebook im Jahr 2005 die Domain Facebook.com für 200.000 $ und konnte dadurch auf das “the” von der vorher benutzten Domain TheFacebook.com verzichten.

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