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Domainendung .co – der nächste Flop nach .mobi?

Geschrieben am 02 Februar 2011 von von Christoph Grueneberg

Seit einigen Monaten ist es möglich, direkt unter der kolumbianische Top-Level-Domain .co auch Second-Level-Domains wie Domainname.co zu registrieren. Zuvor gab es nur die Möglichkeit, Third-Level-Domains wie z.B. Domainamen.com.co zu erhalten.

Diese Domainendung wurde zuvor auf Domainkonferenzen heftig von der .co-Registry beworben; .co schaffte es sogar, eine Icann-Konferenz nach Kolumbien zu holen. Auch auf dem gerade stattfindenden Domainfest in Santa Monica wird am gestrigen Abend wie auch schon im letzten Jahr der Cocktailempfang von .co gesponsert. Durch all diese Werbepräsenz wird ähnlich wie wie bei der Einführung der Domainendung .mobi vor allem eines erreicht: Kritische Diskussionen über Sinn und Unsinn dieser Endungen fanden und finden gerade auf den Domainerkonferenzen nicht statt.

Für .co wird vor allem damit geworben, diese Endung wäre von Google als generische Top-Level-Domain anerkannt worden. Womit .co nicht lediglich den Status als Länderdomain für Kolumbien haben soll, sondern wie .com und .net zumindest für Google weltweite Anerkennung. Was dies konkret bedeutet, kann man nur spekulieren. Die Szene hofft darauf, dass Inhalte unter einer .co Domain genauso gut (oder schlecht) in den Suchmaschinenergebnissen bei Google erscheinen wie die generischen nicht ländergebundenen Domainnamen (.com, .net, .org.

Nicht wenige Domainer wittern nun die Chance, am nächsten Domain-Goldrausch teilnehmen zu können. Und Goldrausch ist genau die passende Bezeichnung. Wie schon bei dem Goldrausch im Wilden Westen (den der Autor gerade auf dem Weg zum Domainfest von Las Vegas nach LA durchquert hat), verdienen bei .co wohl eher die Ausrüster ein Vermögen, als dass einer der Goldgräber reich wird. Den größten Profit machen die .co Registry und auch die Registrare. Nicht ohne Grund bewirbt der weltgrößte Domainregistrar wie GoDaddy mit sicherlich kräftiger Unterstützung der Registry die .co Domain kräftig. Godaddy widmet sogar den mit viel Aufmerksamkeit und hohen Kosten verbundene Superbowl-Werbespot der .co-Endung.

Hat die TLD .co eine Chance?

Zuerst einmal denke ich, dass .co in erster Linie ein Vertipper von .com ist. Nicht wenige Domains wurden und werden registriert, um von Eingabefehlern der Nutzer zu profitieren, die eigentlich eine .com Adresse aufrufen wollen. Von daher wird es sicher einige Domains geben, die so ihre Reggebühren einspielen.

Abseits dieser Parasitendomains erscheint es aber fragwürdig, ob Domains unter .co wirklich einen Handelswert haben, sofern sie nicht für den lokalen kolumbianischen Markt bestimmt sind. Dafür sprechen mehrere Gründe:

  • Ob Projekte unter einer .co Domains jemals für Google den gleichen Status wie eine .com Domain erhalten, ist fragwürdig und reine Spekulation.
  • Wie schon bei der Einführung von .info, .biz oder .mobi erfolgt ein großer Teil der Registrierungen durch Domainhändler. Im Gegensatz zu .com oder Länder Domains werden so nur wenige Domainnamen tatsächlich durch Endbenutzer auch in Gebrauch genommen. .com und z.B. .de haben sich aber nicht zuletzt deswegen durchgesetzt, weil die Benutzung der Domainnamen organisch gewachsen ist. Verkehrsdurchsetzung ist hier das entscheidende Element. Man muss nur schauen, wie die Amerikaner ihre eigenen Länder-tld .us links liegen lassen und .com bevorzugen.
  • Wer tatsächlich unter .co ein erfolgreiches Projekt aufziehen möchte, läuft große Gefahr, die Besucher an die entsprechenden .com Domainprojekte zu verlieren. So wie .com-Domains durch Vertipper an .co Domains verlieren, wird es umgekehrt sicher den viel schwerwiegenderen Effekt geben: Nur wenige normale Internetbenutzer gerade in den USA werden verstehen, dass eine Webseite unter .co zu erreichen sein soll und nicht unter .com. Aber welchen Sinn ergibt es dann für einen Investor, in ein .co Internetprojekt zu investieren, wenn er davon ausgehen muss, dass er bei Fernsehwerbung oder Anzeigenwerbung einen Großteil der Besucher, die den Domainnamen eingeben, an die Endung .com verliert? Diese Effekte sind auch schon bei erfolgreichen Projekten unter .net bekannt, auf die viele junge Projekte ausweichen, um bei späteren Erfolg teuer die .com Domain dazu kaufen zu müssen.

In die Endung .mobi zu investieren, machte anfangs zumindest spekulativ Sinn, weil man die Hoffnung haben konnte, dass sich mit Unterstützung von u.a. Nokia tatsächlich eine Domainendung für Mobiltelefone entwickeln könnte. Doch spätestens seit der Einführung des Iphones haben sich diese Hoffnungen zerschlagen und der Handel mit .mobi-Domains ist hoffnungslos zurückgegangen.

Für eine .co sehe ich noch nicht einmal einen einzigen Hoffnungsschimmer, der es sinnvoll erscheinen lässt, Domainnamen unter dieser Endung zu reservieren. Es sei denn man ist Kolumbianer oder man ist Drogendealer und reserviert sich werbetechnisch unschlagbar gut passende Namen wie koks.co.

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Harmlose Spiele in der Playboy Mansion

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Domainfest Global 2011: Warum sich ein Besuch lohnt

Geschrieben am 11 Januar 2011 von von Christoph Grueneberg

Vom 01.-03. Februar 2011 findet in Santa Monica (Kalifornien) das Domainfest Global statt. Dies ist weltweit die größte Konferenz für Domainer. Wir zeigen auf, warum es sich lohnt den weiten Weg an die Westküste der USA zu machen.

Für uns (Thomas und mich) ist es bereits das vierte Domainfest Global in Kalifornien an dem wir teilnehmen werden, wir erwarten es deshalb mit großer Vorfreude und Spannung.

Während die ersten drei Veranstaltungen bis 2009 noch in Hollywood direkt über dem Kodak-Theatre (Ort der Oscar-Verleihung) stattfanden, zog die Veranstaltung  2010 in das Fairmont Hotel nach Santa Monica um. Eine gute Entscheidung – das Flair des strandnahen Hotels und auch Santa Monica selber sind viel schöner als das touristisch arg überlaufene Hollywood-Einkaufscenter.

Domainfest 2010 Santa Monica

Lunch und Networking unter dem uralten Feigenbaum (Fig Tree)

Zur Geschichte dieses imposanten Baumes gibt es hier mehr zu lesen

Über eine Brücke gelangt man vom Fairmont-Hotel in wenigen Minuten zum Pazifik, auch ein Spaziergang zum Venice Beach ist möglich. Zudem glänzt Santa Monica mit einer der wenigen Fußgängerzonen der USA, der 3rd street promenade und dem im August 2010  neu eröffneten Einkaufszentrum Santa Monica Place – alles fußläufig vom Konferenzort erreichbar!

Dies ist aber nur der Rahmen für die größte Domainkonferenz der Welt. Deshalb hier die Gründe, warum es sich lohnt, am Domainfest teilzunehmen.

  • Über 600Teilnehmer aus aller Welt werden erwartet. Und man trifft hier – im Gegensatz zu manch anderen Domainkonferenzen tatsächlich echte Domainer – und nicht ausschließlich Firmenmitarbeiter, die selber nie eigene Domains gehalten oder gehandelt haben.
  • Man trifft aber auch die Chefs und Macher aller wichtigen Firmen der Domainindustrie
  • Die Konferenzvorträge und Diskussionen sind exzellent und inspirierend. Jeff Kupietzky ist der derzeit beste Redner der Domainindustrie und hat sich von Domainmfest zu Domainfest gesteigert. 2011 ist als “Keynote Speaker” Bob Parson von Godaddy (weltgrößter Domainregistrar -über 45 Mio. Domains) zu Gast
  • Die Tagungsgebühren sind zwar in den vergangenen Jahren gestiegen, aber immer noch erheblich unter denen anderer Shows (ab 995$ = ca. 750 Euro). Der Teilnehmer bekommt viel für sein Geld (für Domainsponsor-Kunden gibt es nach Umsätzen gestaffelt Ermäßigungen)
  • Die Networking-Möglichkeiten sind nahezu perfekt, ob beim Mittagessen unter dem riesigen Hotelbaum im Freien (siehe oben) oder auf den abendlichen Parties – man lernt ständig neue Leute kennen und kann bestehende Kontakte vertiefen
  • Oversee und Domainsponsor sind dafür bekannt, die besten Parties der Domainindustrie zu schmeißen. Legendär sind die Parties in der Playboy-Mansion der vergangenen beiden Jahre (“What Happens at the Mansion, Stays at the Mansion”…), schön, dass es auch 2011 eine Neuauflage gibt!

    Harmlose Spiele in der Playboy Mansion

    Harmlose Spiele in der Playboy Mansion

  • Das  Ghetty Center Museum war letztes Jahr atemberaubender Ort für abendliches Kontakte-Knüpfen, auch dieses Jahr dürfte es wieder eine exklusive Location sein.
  • Obwohl diese Veranstaltung von Oversee/Domainsponsor organisiert wird, ist dies keine Firmen-Verkaufsveranstaltung. Auch Konkurrenzfirmen sind als Sponsoren zugelassen.
  • Die Mitarbeiter von Oversee/Domainsponsor machen einen exzellenten Job, nicht nur beim Domainfest Global sondern auch z.B. beim Domainfest Europe in Prag oder beim Tages-Domainfest in New York 2010, wo ich ebenfalls teilnehmen konnte.
Blick aus dem Fairmont Hotel Santa Monica

Blick aus dem Fairmont Hotel Santa Monica

Lohnt es sich denn, für deutschsprachige Domainer?

Nicht jeder deutsche Domainer kann perfektes Englisch, die meisten jedoch beherrschen genug, um englischsprachige Blogs zu besuchen und zu verstehen. Bei Gesprächen gerade mit US-Amerikanern muß man nur immer daran denken, dass das Gegenüber meist selber keine Fremdsprache kann. Amerikaner, die meist nie außerhalb des Landes waren, sind oft schon beeindruckt, wenn jemand sich die Mühe macht, in die USA zu reisen und sich halbwegs verständlich machen kann. Die Veranstaltung ist gut organisiert, der perfekte Start für einen ersten USA-Besuch.

Lunch und Networking

Nico Zeifang, Thomas Müller und Rolf Rosskopf beim Domainfest-Lunch 2010

Interessant ist aber auch der Effekt, dass man fernab der Heimat gerade die Zeit findet, andere deutschsprachige Domainer näher kennenzulernen, die man sonst meist nur flüchtig trifft. Bei 3-4 Tagen Konferenz findet sich eben oft die Gelegenheit zu einem Pläuschchen, gemeinsamen Essen oder auch nur einen kurzen Ausflug.

Weitere Informationen gibt es unter www.domainfest.com

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