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Google: Keine Ranking-Vorteile für neue TLDs

Geschrieben am 15 August 2012 von von Domainvermarkter-Magazin

zuerst veröffentlicht im Domainvermarkter-Magazin 07

Eine gute Domain alleine nützt wenig, wenn man nicht gleichzeitig auch weit oben in den Ergebnissen von Suchmaschinen zu finden ist. Und so wundert es nicht, dass im Kampf um Interessenten für die neuen TLDs auch mit dem Versprechen einer automatisch hohen Suchmaschinenplatzierung geworben wird.

So erklärte Adrian Kinderis, CEO von ARI Registry Services, dass Google automatisch Webseiten mit neuen Domainendungen gegenüber äquivalenten .com Domains favorisieren würde: “Will a new TLD web address automatically be favoured by Google over a .com equivalent?Quite simply, yes it will.” Wenig überraschend: ARI Registry Services begleitet Firmen bei der aktuellen Vergabe von neuen TLDs.

Auch die dotversicherung-registry GmbH, die sich „stellvertretend für alle versicherungsaffinen Unternehmen um die Einführung der TLD .versicherung bewerben“ möchte, erklärt in einem Beitrag auf ihrer offiziellen Homepage: „Die Top-Level-Domain .versicherung teilt nicht nur Verbrauchern, sondern auch Suchmaschinen ganz automatisch Ihre Branchenzugehörigkeit mit.“ Darauf basierend geht dotversicherung-registry davon aus, „dass die neuen TLDs, zu denen .versicherung gehört, von den Suchmaschinen entsprechend positiv eingestuft werden und ihren Inhabern damit einen langfristigen und strategischen Wettbewerbsvorteil bei der Neukundengewinnung bieten.“

Die angeblich bessere Platzierung der neuen TLDs in Suchmaschinen wird auch von der dotreise GmbH, die sich für die Schaffung und Etablierung der Top-Level-Domain .reise” einsetzt, in den Vordergrund gerückt. So informiert Geschäftsführer Axel Schwiersch potentielle Interessenten: „Reise” gehöre zu den am häufigsten gesuchten Begriffen im Netz, „durch die Übereinstimmung von Suchbegriff und Top-Level-Bereich der Domain erkennen Suchmaschinen automatisch die hohe Relevanz der Domain“, und: „.reise-Domains sind daher ideal geeignet, wenn eine Top-Platzierung in Suchmaschinen angestrebt wird.“

Was ist wirklich dran? – Google nimmt Stellung
Leider bleibt im Faktencheck nicht viel von diesen vollmundigen Werbeaussagen übrig. Suchmaschinentechnisch scheinen Domains unter zukünftigen TLDs sogar eher von Nachteil zu sein. So hat Matt Cutts, der bekannte SEO-Spezialist bei Google, den Aussagen, dass neue Top-Level-Domains von der Suchmaschine im Ranking bevorzugt behandelt würden, widersprochen:

„Das ist einfach nicht wahr, und als Techniker im Google Search Quality Team muss ich dieses Missverständnis widerlegen. Google hat eine Menge Erfahrung darin, relevante Webseiten zu platzieren, unabhängig von ihrer Top-Level-Domain. Google wird versuchen, neue TLDs angemessen einzustufen, doch erwarten Sie nicht, dass eine neue TLD irgendeine anfängliche Bevorzugung gegenüber .com erfahren wird, und ich würde auch nicht darauf wetten, dass das langfristig passieren wird. Wenn Sie eine komplett neue TLD aus anderen Gründen registrieren lassen möchten, ist das Ihre Entscheidung, doch sollten Sie eine neue TLD nicht in dem Irrglauben registrieren, dass Sie in den Suchmaschinen-Rankings auf irgendeine Art einen Schub erfahren werden.“

Und wenige Tage später legte Matt Cutts in einer Videobotschaft zum Thema sogar noch einmal nach.
In seinem Video gab er die Antwort auf die Frage „Wie wird Google neue TLDs , bei denen z.B. für Unternehmen jede beliebige Top-Level-Domain wie www.portfolio.myCompanyName möglich ist, bezüglich des Einflusses auf Platzierung und Pagerank behandeln?“. Gerichtet hatte die Frage der User RobertvH aus München an die Google Webmaster Zentrale gerichtet.

Weiterhin nur das [mutmaßlich] Beste für den User 
Cutts`Antwort:

„Wir hatten bereits Hunderte verschiedene TLDs, und wir machen einen guten Job damit, sie [bei Google] zu indexieren. Wir möchten die besten Suchergebnisse wiedergeben. Und wenn sich das beste Ergebnis auf einer speziellen TLD befindet, dann ist es logisch, zu erwarten, dass wir es ermöglichen, das unserer Meinung nach beste Ergebnis zu zeigen. Wenn Sie also „Transformers 9“ drehen und die Domain transformers9.movie oder eine ähnliche kaufen möchten, ist es realistisch zu erwarten, dass Google versuchen wird, die Resultate dazu zu finden, zu crawlen und sie dann als Ergebnisse den Usern zu zeigen.
Es wird eine Übergangsphase geben, in der wir lernen und herausfinden müssen, welche die validen Top-Level-Domains und welche die [Second-Level-] Domains auf dieser Domain sind. Wir werden das noch untersuchen müssen. Doch es ist definitiv der Fall, dass wir schon immer die besten Resultate an die User zurückgeben wollten, und genau das versuchen wir – egal, ob es sich um eine.com, eine .de oder .whatever handelt.“

Wir halten fest: Domainnamen unter neuen TLDs werden wohl nur mit Verzögerung von Suchmaschinen wie Google in die Suchergebnisse aufgenommen und dann auch nicht bevorzugt.

Von Pascal Lacaille

 

Besuchen Sie auch unser Special zu den New gTLDs

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Neue TLDs: Indexierung bei Google mit Verzögerung?

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Neue TLDs: Indexierung bei Google mit Verzögerung?

Geschrieben am 22 März 2012 von von Domainvermarkter03

Domainnamen unter neuen TLDs werden wohl nur mit Verzögerung von Suchmaschinen wie Google in die Suchergebnisse aufgenommen werden. Dies liegt daran, dass Google als auch andere Suchmaschinen eine gewisse Zeit benötigen werden um herauszufinden, wie neue TLDs indexiert werden können. So zumindest lautet der Tenor einer Video Botschaft von Google-Techniker Matt Cutts, der auch jüngst  einer angeblichen (automatischen) Bevorzugung neuer Top-Level-Domains in den Rankings der Suchmaschinen widersprach.

Nun informiert Matt Cutts im Videochannel von persönlich darüber, wie Google die neuen Domainendungen behandeln werde. Die Suchmaschine verfolge unabhängig von der Domainendung immer das Ziel, ihren Usern passende Ergebnisse zu liefern, müsse sich aber erst auf die neuen TLDs einstellen, so Cutts. Mit seinem Video gab er die Antwort auf die Frage “Wie wird Google neue TLDs , bei denen z.B. für Unternehmen jede beliebige Top-Level-Domain wie www.portfolio.mycompanyname möglich ist, bezüglich des Einflusses auf Platzierung und Pagerank behandeln?”. Die Frage hatte der User RobertvH aus München an die Google Webmaster Zentrale gerichtet.

Cutts’ Antwort: “Wir hatten bereits Hunderte verschieden TLDs, und wir machen einen guten Job damit, sie [bei Google] zu indexieren. Wir möchten die besten Suchergebnisse wiedergeben. Und wenn sich das beste Ergebnis auf einer speziellen TLD befindet, dann ist es logisch, zu erwarten, dass wir es ermöglichen, das unserer Meinung nach beste Ergebnis zu zeigen. Wenn Sie also “Transformers 9″ drehen und die Domain transformers9.movie oder eine ähnliche kaufen möchten, ist es realistisch, zu erwarten, dass Google versuchen wird, die Resultate dazu zu finden, zu crawlen und sie dann als Ergebnisse den Usern zu zeigen.
Es wird eine Übergangsphase geben, in der wir lernen und herausfinden müssen, welche die validen Top-Level-Domains und welche die [Second-Level-] Domains auf dieser Domain sind. Wir werden das noch untersuchen müssen. Doch es ist definitiv der Fall, dass wir schon immer die besten Resultate an die User zurückgeben wollten, und genau das versuchen wir – egal, ob es sich um eine .com, eine .de oder .whatever handelt.”

Mit seiner letzten Aussage widerspricht der Google-Techniker erneut der angeblich automatisch höheren bzw. besseren Platzierung der neuen gegenüber alten TLDs wie .com. Dies wird von im Umfeld der Neue-TLDs-Industrie immer wieder als wichtiges Argument für die Einführung neuer Endungen genannt.

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Google: Kein Ranking-Vorteil für neue TLDs

Geschrieben am 20 März 2012 von von Domainvermarkter03

Matt Cutts, SEO-Spezialist bei Google, hat einer Aussage, dass neue Top-Level-Domains von der Suchmaschine im Ranking bevorzugt behandelt würden, widersprochen. In einem Blogpost hatte Adrian Kinderis, CEO von ARI Registry Services, die Aussage getroffen, dass Google automatisch eine Webseite mit einer neuen Domainendung statt ihres Äquivalents mit .com favorisieren würde. Wenig überraschend: ARI Registry Services begleitet Firmen bei der aktuellen Vergabe von neuen TLDs.

Überraschend hingegen, dass Cutts nun öffentlich in einem Beitrag auf Google Plus vehement widersprach: “Das ist einfach nicht wahr, und als Techniker in Googles Search Quality Team muss ich dieses Missverständnis widerlegen. Google hat eine Menge Erfahrung darin, relevante Webseiten zu platzieren, unabhängig von ihrer Top-Level-Domain. Google wird versuchen, neue TLDs angemessen einzustufen, doch erwarten Sie nicht, dass eine neue TLD irgendeine anfängliche Bevorzugung gegenüber .com erfahren wird, und ich würde auch nicht darauf wetten, dass das langfristig passieren wird. Wenn Sie eine komplett neue TLD aus anderen Gründen registrieren lassen möchten, ist das Ihre Entscheidung, doch sollten Sie eine neue TLD nicht in dem Irrglauben registrieren, dass Sie in den Suchmaschinen-Rankings auf irgendeine Art einen Schub erfahren werden.”

Mit seinem deutlichen Statement entkräftet der Google-Sprecher einen der angeblich wichtigsten Vorteile der neuen Top-Level-Domains, die von ARI umfassend beworben werden.

Nicht nur der australische Registrar, auch deutsche Unternehmen möchten mit dem Versprechen einer hohen Suchmaschinenplatzierung das Interesse an den umstrittenen neuen Domainendungen fördern. So erklärt die dotversicherung-registry GmbH, die sich “stellvertretend für alle versicherungsaffinen Unternehmen um die Einführung der TLD .versicherung bewerben” möchte, in einem Beitrag auf ihrer offiziellen Homepage: “Die Top-Level-Domain .versicherung teilt nicht nur Verbrauchern, sondern auch Suchmaschinen ganz automatisch Ihre Branchenzugehörigkeit mit.” Darauf basierend geht dotversicherung-registry davon aus, “dass die neuen TLDs, zu denen .versicherung gehört, von den Suchmaschinen entsprechend positiv eingestuft werden und ihren Inhabern damit einen langfristigen und strategischen Wettbewerbsvorteil bei der Neukundengewinnung bieten.”

Auch die dotreise GmbH, die sich für die “Schaffung und Etablierung der Top-Level-Domain .reise” einsetzt, rückt die angeblich bessere Platzierung der neuen TLDs in Suchmaschinen in den Vordergrund. Geschäftsführer Axel Schwiersch, gleichzeitig verantwortlich für die Initiative der dotversicherung-registry GmbH, baut die Argumentation für die unbedingte Notwendigkeit einer neuen TLD in einem ähnlichen Stil auf. In einem Interview informiert Schwiersch potentielle Interessenten darüber, dass “aufgrund der Vielzahl neuer Namensräume mit einer Segmentierung des Internet zu rechnen [ist], die sowohl von Verbrauchern als auch von Suchmaschinen gestützt wird”. “Reise” gehöre zu den am häufigsten gesuchten Begriffen im Netz, “durch die Übereinstimmung von Suchbegriff und Top-Level-Bereich der Domain erkennen Suchmaschinen automatisch die hohe Relevanz der Domain”, so der Geschäftsführer der dotreise GmbH. Seine wichtigste Schlussfolgerung: “.reise-Domains sind daher ideal geeignet, wenn eine Top-Platzierung in Suchmaschinen angestrebt wird.” Das sei auch deshalb der Fall, weil “sowohl Suchmaschinen als auch Verbraucher wissen, dass das Angebot von einem professionellem Anbieter stammt”.

Google ist derzeit die relevanteste Suchmaschine in Deutschland. Mit der klaren Aussage von Matt Cutts, dass eine neue TLD keinesfalls automatisch höher in den Rankings gelistet wird als etwa sein .com-Pendant, fällt eines der wichtigsten Werbeargumente für neue TLDs. Und ob Verbraucher einer unbekannten Domainendung mehr vertrauen werden als lange bekannten Endungen wie .de und .com, ist ebenfalls noch nicht ausgemacht. Die letzten Neueinführungen wie etwa .mobi  starteten mit ähnlichen Argumenten, ohne aber bisher die damaligen Versprechen erfüllen zu können.

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Google & Domainparking: Mehr Transparenz nötig

Geschrieben am 09 Dezember 2011 von von Domainvermarkter-Magazin

zuerst veröffentlicht im Domainvermarkter-Magazin 06

Keine Frage, die gesamte Onlineindustrie hat Google sehr viel zu verdanken! Gerne erzähle ich immer wieder die Geschichte, wie ich im Mai 2003 zum Domaininvestor wurde:
Ich hatte meine ersten 100 nur zum Verkauf bestimmten Domains reserviert und bei Sedo in die Domaindatenbank eingetragen. Über einen Domainrobot, den ich Anfang 2003 bei einem Hostinganbieter entdeckt hatte, war es endlich unkompliziert und preiswert, .de-Domains zu registrieren und zu verwalten. Ich nutzte diesen Service bereits für eigene Projekte und Kunden von mir.

Sedo bot auch damals schon ein Domainparking an, allerdings machten die Einnahmen bei den von mir reservierten Domains vielleicht 50% der Kosten aus. Ende 2003 stellte Sedo dann den Anzeigenfeed auf Anzeigen von Google um – die Umsätze verfünffachten sich augenblicklich. Alle zum Verkauf registrierten Domains wurden plötzlich mittels Parking bezahlt. Wahrscheinlich ist es wie beim Poker: Wenn man am Anfang gewinnt, lässt es einen nie wieder los. Also entschloss ich mich, nun noch intensiver nach guten Domains zu suchen. Jeder Verkauf war 100% Gewinn für mich. Ich kenne viele Domainer-Kollegen, die damals genauso anfingen. Man brauchte kaum Kapital und gute freigewordene Domains wurden damals durch den Newsletter von deSnap gemeldet. Wer die Chance nutzte, konnte sich so ein gutes Geschäft als Domainvermarkter aufbauen. Gleichzeitig wurde im Juni 2003 von Google das Adsense-Programm eingeführt, welches es Webseitenbetreibern erstmalig ermöglichte, zielgerichtet Anzeigen auf den eigenen Seiten einzublenden. Im Vergleich zu vorhergehenden Programmen war dies eine Revolution! Viele kleine Projekte wurden rentabel, gleichzeitig gab es unendliche Möglichkeiten, mit und über Google Geld zu verdienen. Google bescherte dieses System Gewinne für viele Milliarden Dollar!

Im Jahr 2008 gab es dann aber einen Einschnitt im Parking: Die Umsätze sanken drastisch, 30% weniger Auszahlung mussten viele Domainer erst einmal verkraften. Zurückgeführt wird dieser Einbruch auf das sogenannte Smart-Pricing. Bis heute ist hierbei nicht klar, wie es genau funktioniert. Der Verdacht, dass Google hier Gelder in die eigenen Anzeigenplätze umleitet, besteht bei vielen Domainern. Dieser Verdacht kann so lange nicht ausgeräumt werden, bis Google nicht alle Kriterien offengelegt hat. Gerade beim Domainparking ist es doch wichtig zu wissen, ob die eigenen generischen Domainnamen deswegen so niedrige Klickpreise erzielen, weil vielleicht der Parkinganbieter die Erlöse mit denen schlechter Typos vermischt hat. Oder hat sich der einbehaltene Anteil für Google und die Parkinganbieter generell erhöht? Jede Black Box schafft Misstrauen. Für Google geht es nur um ein paar Millionen Umsatz, für den einzelnen Domainer aber oft um seine geschäftliche Existenz.

Die Intransparenz verhindert auch einen ordentlichen Wettbewerb. Erst wenn wir genaue Auszahlungsquoten kennen, können wir auch sehen, welcher der Parkinganbieter den besseren Job z.B. in Form von Autooptimierungen oder manuellen Einstellungen macht. Ebenso steht es natürlich den Parkinganbietern frei, durch andere Anreize ihre Parkingplattform attraktiver für die Kunden zu machen, z.B. in dem für geparkte Domains geringere Verkaufsprovisionen verlangt werden.

So lange aber Google nicht offenlegt, wie hoch der Anteil der Anzeigenerlöse ist, den die Parkinganbieter bekommen, wird es auch keine nachvollziehbaren Abrechnungen für die Domainer geben. In normalen Provisionsverträgen ist es üblich, dass man mittels Wirtschaftsprüfer die Korrektheit der Abrechnungen nachvollziehen kann. Als Domainer hat man diese Möglichkeit derzeit in der Praxis leider nicht.

Wirklich Bewegung kommt erst dann in den Markt, wenn es konkurrenzfähige andere Anbieter gibt. Oder aber eine Offenlegung gerichtlich verordnet wird. Ein vergleichbarer Prozess gegen Google läuft derzeit bereits in Kalifornien, wo das Distrikt-Gericht von San Jose Google dieses Jahr dazu verdonnert hat, den Mechanismus des Smart-Pricings beim Domainparking offenzulegen. Die schlechte Nachricht dabei: Es soll nur gegenüber den Klägern, einer Gruppe von Werbetreibenden, offengelegt werden.

Aber vielleicht führt dieses Verfahren auch dazu, dass Google allgemein mehr Transparenz zeigen muss.

Von Christoph Grüneberg

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Google entfernt Domainparking-Seiten aus Suchergebnissen

Geschrieben am 02 Dezember 2011 von von Christoph Grueneberg

Wie Google in seinem offiziellen “Search Blog” bekanntgab, wurde eine Änderung an den Google-Suchergebnissen vorgenommen, so dass nun Domainparking-Seiten dort nicht mehr erscheinen:

“New “parked domain” classifier: This is a new algorithm for automatically detecting parked domains. Parked domains are placeholder sites that are seldom useful and often filled with ads. They typically don’t have valuable content for our users, so in most cases we prefer not to show them.”

Diese Änderung dürfte besonders Domains betreffen, die vor einer Parkingumstellung gute Positionen bei den Google-Suchergebnissen inne hatten (also expired Domains).
Dem Wortlaut zufolge werden diese Domains aber nicht grundsätzlich aus dem Google Index entfernt, sondern “markiert” und bei den Suchergebnissen nicht angezeigt (wörtlich: “in den meisten Fällen bevorzugen wir, diese (Seiten) nicht anzuzeigen”). Google könnte z.B. über eine Abgleich der Nameserver bei der Generierung des Suchergebnisses die Ergebnisse entsprechend verändern, ohne den eigentlichen Index neu verändern zu müssen. Dies passt zu den anderen Veränderungen bei Google, dass Suchergebnisse immer mehr personalisiert angezeigt werden. Wird eine Domain aus dem Parking entfernt, sollte dementsprechend die Domain umgehend wieder in den Suchergebnissen erscheinen. Es gab in der Vergangenheit Beobachtungen, dass Google Domainnamen, die öfters zwischen Parking und Nichtparking wechselten vom Parking ausschloss. So sollte wohl verhindert werden, dass Seiten für Google nur deswegen optimiert werden, um dann anschließend über Parking den gesamten Traffic aus Suchmaschinenergebnissen zu monetarisieren.

Wir berichteten bereits über den Zwang zum Nameserverparking, den Google bereits zum 01.10.2011 eingeführt hat. Somit kann Google nun auch bequem alle Domains anhand der DNS-Konfigurationen entfernen.

Gleichzeitig kündigte die Firma Sedo an, dass ab dem 01.01.2012 grundsätzlich keine Domains mehr mit Parkinganzeigen beliefert werden, die nicht per Nameserver geparkt sind. Dies betrifft nun neu vor allem Domainnamen, die bisher mit alternativen Anzeigen beliefert wurden, z.B. Domains die von Google als “adult” gekennzeichnet wurden und von Google grundsätzlich nicht mit Anzeigen beliefert werden.

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Domainparking: Auslaufmodell oder Neustart? – Domainer in der Zange zwischen Registrierungsgebühren und Google

Geschrieben am 01 Dezember 2011 von von Domainvermarkter-Magazin

zuerst veröffentlicht im Domainvermarkter-Magazin 06

Über viele Jahre hinweg gab es für deutschsprachige Domains nur zwei Parkinganbieter, die ernsthaft für den deutschen Markt lokalisiert hatten und die volle Monetarisierung von .de / .at / .ch Domains anboten: Sedo und Namedrive. Nun kommt aber Bewegung in den Parkingmarkt. Im letzten Jahr eröffnete Domainsponsor ein Europabüro in Frankfurt und begab sich so nach jahrelangem Zögern auf den europäischen Markt. Wichtigster Anzeigenlieferant für diese Parkinganbieter war und bleibt Google. Nur wer einen “Googlefeed” anbietet, kann im deutschsprachigen Markt genügend gutbezahlte Anzeigen für Domains anbieten. Yahoo bietet zwar auch einen Anzeigenfeed an, hat sich aber bisher hierzulande nicht als wettbewerbsfähig im Bereich Domainparking herausgestellt. Yahoo führt deshalb im DACH Internetraum ein Nischendasein als Anzeigenlieferant.

Viele Domaininvestoren hatten in den vergangenen Jahren vergeblich versucht, von Google einen Parkingfeed zu bekommen, um ein eigenes Parking aufzubauen. Nun scheint Google seine Vergabepolitik gelockert zu haben. In den vergangenen Monaten gelang es nicht nur der Domainer-Legende Frank Schilling, zum eigenen Parkinganbieter zu werden (internettraffic.com ), auch die Münchner Firma Team Internet bietet nun mit Ihrem Produkt „Parkingcrew“ Domainparking auf Google-Basis an.

So kommt nach jahrelangem Stillstand im Domainparking plötzlich Bewegung in einen Markt, der seit 2008 rückläufig ist. Rückläufig, weil Domainparking von zwei Seiten in die Zange genommen wird: Zum einen schüttet Google merklich weniger Anteile aus den Anzeigenerlösen an die Parkingprogramme und Domaininhaber aus. Während Googles Gewinne in den letzten Jahren deutlich wuchsen, wurden gleichzeitig die Domainer mit steigenden Registrierungskosten u.a. bei .com Domains konfrontiert.

Jüngst wurde durch Verisign eine erneute Preiserhöhung für .com und .net Domains angekündigt: Demnach steigen die Preise zum 15. Januar 2012 wie folgt:

Für die Registrierung einer .com Domain werden nun 7,85 US $, anstelle von den bisher veranschlagten 7,34 US $, fällig. Das entspricht einer Preiserhöhung von 51 Cent.
Die Registrierungsgebühr einer .net Domain steigt von 4,65 US $ um 46 Cent auf dann 5,11 US $. Hinzu kommt noch die an die ICANN zu entrichtende Gebühr in Höhe von 18 Cent pro Jahr, die noch nicht in den Verisign Preisen enthalten ist. Somit ergeben sich Gesamtpreise in Höhe von 8,03 US $ für eine .com, sowie 5,29 US $ für eine .net Domain. Dies sind die Resellerpreise der Registry, im Endkundenverkauf können hierzu noch einmal die Aufschläge der einzelnen Registrare kommen.

Welche Anteile wovon?
Die Parkingprovider bekommen wohl zwischen 65% und 75% der Einnahmen von Google ausgezahlt. Leider sind hier keine genauen Zahlen in Erfahrung zu bringen, da Google mit allen Anbietern strenges Stillschweigen vereinbart hat. Der Auszahlungsanteil, der an die Webseitenbetreiber im Programm für „Adsense for Content Publishers“ geht, ist hingegen öffentlich bekannt: Hier werden 68% ausgezahlt. Wiederum unbekannt ist, welchen Anteil die Parkinganbieter ihrerseits an ihre Kunden ausschütten. Hier dürften es durchschnittlich mindestens 70% der von Google ausgezahlten Summe aller Einnahmen sein. Diese kann aber auch nur 60% betragen, da der Anteil der Ausschüttung an die Domainer bei jedem Parkingunternehmen Verhandlungssache ist. Für die Professional-Kunden bei Sedo (SedoPro) oder Namedrive (NDOverdrive) gibt es zudem spezielle Programme. Großkunden bekommen meist auch höhere Ausschüttungsanteile zugesichert. Das Problem ist nur, dass Niemand sicher sein kann, ob die Versprechungen über die Höhe des „Shares“ auch eingehalten werden. Die genauen Anteile, die von Googles Werbeumsatz durchgereicht werden, können ja nicht nachvollzogen werden. Die Frage nach dem Share, also den Anteil, den man als Kunde bekommt, wird somit aufgrund einer fehlenden Datenbasis irrelevant. Dem Kunden bleibt nur die Möglichkeit, durch ständiges Testen herauszufinden, wo seine Domains am Besten monetarisiert werden.

Google Smart Pricing
Verkompliziert wird die Problematik der Höhe des „Shares“ darüber hinaus noch dadurch, dass Google ein sogenanntes „Smart Pricing“ eingeführt hat. Hierbei werden die Ausschüttungsbeträge danach berechnet, wie gut die Klicks auf die von Google eingeblendeten Anzeigen am Ende wirklich konvertieren. Während bei Pay Per Sale (PPS) Programmen diese Konvertierung genau nachvollziehbar ist, ist dies bei Pay Per Click (PPC) nur schwer möglich. Dennoch betreibt Google Messungen, wie hoch die Qualität des Traffics angeblich sein soll. Mit Google Analytics hat Google für Webseitenbetreiber ein Instrument geschaffen, um die Anzeigenkonvertierung bei Google Adsense zu messen, indem man beide Programme verbindet und ggf. noch eigene zusätzliche Kriterien, wie erzielte Leads oder Verkäufe, einbindet. Google kann auf diesem Wege wiederum feststellen, welche Qualität ein Klick auf die Anzeige eines jeweiligen Publishers hat. Im Ergebnis führt dies beim Parking zu einer Qualitätseinstufung der Domains und verbunden damit zu variablen Auszahlungen. Unglücklicherweise ist nicht garantiert, dass jeder Domainer auch wirklich den Preis für seinen Traffic bekommt, den Google an den Parkinganbieter ausschüttet. Oft werden die Einnahmen gepoolt, sowohl in Kategorien als auch unter mehreren Kunden. Dies ist für den Domainer auch deshalb ärgerlich, weil er so den Wert einzelner Domains nicht mehr richtig einschätzen kann. Er kann nicht sicher sein, dass eine bestimmte Domain wirklich die Erlöse bekommt, die ihr zustehen.
Zudem ist unklar, wie beim Smart Pricing die Einnahmen aus den Werbeerlösen tatsächlich verteilt werden. So wundert es, dass man als Google Adwords-Kunde zwar saftige Anzeigenpreise für bestimmte Keywords sieht, diese Preise sich aber selten im Erlös einer geparkten Domain mit genau diesen Keywords wiederfinden lässt.
Google erklärt das System auf seiner Webseite so: *

Was ist Smart Pricing?
Die Smart Pricing-Funktion von Google senkt automatisch die maximalen CPC-Gebote (Cost-per-Click) für bestimmte Seiten im Google-Werbenetzwerk sowohl auf Desktop-PCs als auch auf Mobilgeräten mit vollwertigem Internetbrowser.
Alle Daten im Google-Werbenetzwerk werden ständig analysiert. Wenn aus unseren Daten hervorgeht, dass ein Klick auf einer Seite im Google-Werbenetzwerk nur mit geringer Wahrscheinlichkeit zu einem konkreten Geschäftsergebnis (Online-Verkauf, Registrierung, Anruf oder Newsletter-Abonnement) führt, wird das Gebot für diese Website gegebenenfalls reduziert.
Bei der Analyse berücksichtigen wir zahlreiche Faktoren, etwa die Keyword-Listen oder Begriffe, die eine Anzeigenschaltung auslösten, oder den Typ der Website, auf der die Anzeige geschaltet wurde. Nehmen wir beispielsweise an, Sie schalten Anzeigen für Digitalkameras. Ihre Anzeige erscheint auf zwei verschiedenen Seiten – einer Suchergebnisseite der Google Websuche für das Keyword „Digitalkameras“ sowie einer Seite über Digitalkameras im Google- Werbenetzwerk. Falls Google feststellt, dass Ihre Anzeigen auf der Seite im Google-Werbenetzwerk wahrscheinlich weniger gute Leistungen erzielen als bei der Google Websuche, senkt das AdWords-System möglicherweise das maximale CPC-Gebot für diese Website. Durch fortlaufende Abschätzung des Werts von Klicks und Anpassung der Gebote erspart Ihnen Google viel Zeit und Mühe. So wird durch die Google-Technologie ohne zusätzlichen Aufwand für Sie sichergestellt, dass Ihre Anzeigen bei Google und im Google-Werbenetzwerk einen möglichst gleichbleibenden Nutzwert erzielen.

Was diese Google-Prosa in der Praxis bedeutet, hat der Kollege Michael Gilmour von whizzbangsblog.com übersetzt: **
„Google möchte die guten Publisher nicht an die Konkurrenz verlieren, weil diese gutes Geld für Google verdienen. Damit das nicht passiert, „smart pricen“ sie diesen Traffic nach oben, so dass sie einem guten Publisher 2$ pro Klick bezahlen. Das ist doppelt so viel, wie Google selber erhält! Aber was Google für die guten Klicks zahlt ist fast irrelevant. Es sind die schlechten Klicks, durch die das Geld verdient wird.
Google möchte also die schlechten Klicks bestrafen (und davon gibt es aus- reichend), weshalb sie diese nach unten „smart pricen“ und nur 0,10$ pro Klick bezahlen.
Im Ergebnis bekommt Google 100 $ von den Anzeigenkunden, zahlt aber nur 20$ (in diesem Beispiel 10 clicks a 2$) an die guten Publisher aus und 9$ (90 Klicks x 0,10$ je Klick) an die schlechten Publisher. Google zahlt ins- gesamt 29$ aus und verdient 71$ … Aber beide, gute sowie schlechte Publisher, sind zufrieden, da sie in dem Glauben sind, sie bekommen, was ihnen zusteht. Der Advertiser hingegen zahlt $1 je Klick und dies ist in seinen Augen genau das, was es ihm auch wert ist. Das Beste daran ist, dass es Google so möglich ist, guten und schlechten Traffic zu mischen. Während alle das gleiche zahlen müssen, kann Google bei der Auszahlung diskriminieren. Dies ist ein großartiges Geschäftsmodell!“

Grundsätzlich ist natürlich nichts dagegen einzuwenden, dass Google den Traffic hinsichtlich seiner Qualität bezahlen möchte. Denn Betrug ist ein ernsthaftes Problem für alle seriösen Domainer und Publisher. Jede Domain, die schlechten Traffic liefert, also wo die geklickten Anzeigen beim Advertiser relativ schlecht konvertieren, kann prinzipiell die guten Parkingdomains mit in den Abgrund ziehen. Da aber das Smart-Pricing System für den Domainer absolut nicht nachvollziehbar ist, stellt sich durchaus die Frage, ob Google hier nicht auch zugunsten seiner eigenen Anzeigen auf der Google-Suchseite manipuliert.

Sippenhaft bei Google?
Viele Webseiten-Betreiber haben berichtet, dass sich Smart-Pricing massiv auswirkt, wenn man nur ein schlechtes Projekt unter seinen sonst guten Webseiten hat. Eine hinzugekaufte Webseite mit „schlechtem“ Traffic, so wird berichtet, ziehe den gesamten Account des Publishers bei dem Google Adsense-Programm herunter. Dieser Effekt geht nach Beobachtungen so weit, dass sich die Gesamtausschüttung deutlich verbessert, wenn man guten und schlechten Traffic innerhalb verschiedener Accounts (was Google eigentlich nicht erlaubt) splittet. Dies legt den Verdacht nahe, dass Google hier eine Art Sippenhaft vornimmt. Dieser Verdacht verstärkt sich, wenn man weiß, dass Google im Konfliktfall auch gerne mehrere Accounts von unabhängigen juristischen Personen mitsperrt, einzig und alleine deswegen, weil diese unter der gleichen Adresse geführt werden. Begründungen oder Mahnungen werden zuvor nicht versendet. Wer also sein Einnahmemodell auf Google Adsense als Publisher stützt, kann von einem auf den anderen Tag willkürlich seine Einnahmen verlieren! Bereits verdiente Einnahmen werden einfach nicht ausgezahlt. Dies geht soweit, dass man noch nicht einmal mehr an seine Belege kommt, die ggf. für das Finanzamt wichtig wären. Google verhält sich eben wie ein typischer Monopolist, der sich rücksichtslos gegenüber seinen Geschäftspartnern verhalten kann, da diese wenig Alternativen haben.

Domainparking-Rechenbeispiel
Da Google keine genauen Zahlen offenlegt, lässt sich nur spekulieren, woher die starken Rückgänge beim Domainparking wirklich kommen. Fest steht: Höhere Kosten und weniger Erlöse brachten so manchen Domainer-Businessplan in den vergangenen Jahren durcheinander. Ein Rechenbeispiel: Wer 100.000 Domains zu 7 Euro registriert und je Domain 7,50 Euro Parkingerlöse erzielt, kann ein sattes Plus von 50.000 Euro im Jahr erzielen. Steigen die Registrierungsgebühren nur um 5 Prozent auf 7,35 Euro, bei gleichzeitig 5% weniger Parkingeinnahmen, gerät man bereits mit 22.500 Euro ins Minus.
Natürlich ist dies lediglich ein Rechenbeispiel, aber generell gibt es einige Domainer, die tatsächlich jede Domain löschen, wenn diese sich nicht mehr rentiert und gleichzeitig nicht zu Verkaufszwecken gehalten wird (z.B. Domains mit expired Traffic). Durch die nächsten Preiserhöhungen wird es sich bei einigen .com Domains nicht lohnen, die Registrierung zu verlängern.

Hohe Preiselastizität beim Parking
Für den Domainer geht es, da er die Kosten der Domainregistrierung übernimmt, um relativ wenig Gewinn, der ihm verloren geht. Für Google oder die Parkingfirmen geht es aber um mehr:
Wenn Google 70 Prozent des Anzeigenerlöses an die Parkingfirmen ausschüttet und diese wiederum davon 70% an die Domainparker, gehen sowohl Google als auch den Parkingfirmen erhebliche Umsätze und Gewinne verloren, wenn Domainnamen nicht mehr registriert und geparkt werden, weil die Kosten die Erlöse übersteigen. Im obigen Beispiel sähe die Verteilung wie folgt aus: Von jedem Euro, den Google einnimmt, behält Google 30 Cent ein, die Parkingfirma erhält 21 Cent und der Domainer bekommt 49 Cent. Da der Domainer aber die Kosten für die Registrierung der Domains übernimmt, bekommt dieser lediglich 3,5 Cent als Gewinn für seine Arbeit. Die Preisfrage ist: Wie hoch ist hingegen der Gewinn bei Google und dem Parkinganbieter? Schon kleinste Änderungen an den Stellschrauben führen zu erheblichen Umsatz- und damit auch Gewinnverlusten. Jeder Prozentpunkt weniger Ausschüttung an einen Domainer bedeutet einen überproportionalen Umsatzverlust – insbesondere für Google. Die Preiselastizität im Geschäft Domainparking ist äußerst hoch.

Mehr Wettbewerb beim Parking?
So macht es für Google aktuell durchaus Sinn, durch größeren Wettbewerb unter den Parkinganbietern, auf die Margen der etablierten Parkinganbieter Einfluss zu nehmen. Konkret:
Durch die Vergabe neuer Parkingfeeds erhöht man den Konkurrenzdruck. Die bisherigen Anbieter wie Sedo, Namedrive oder Domainsponsor haben lange Zeit Pionierarbeit geleistet und betreuen viele supportaufwendige Kleinkunden. Anbieter wie Frank Schilling oder Parkingcrew können sich auf wenige Großkunden konzentrieren und bei einem geringen Kundenbetreuungsaufwand auch mit geringeren Margen arbeiten. Dies setzt die etablierten Anbieter unter Druck, denen die umsatzstärksten Kunden oft zuerst abwandern. Es sind zudem gerade diese Großkunden, die jährlich Millionen Domains im Parking testen und jede Domain nach Jahresfrist wieder löschen, die sich nicht trägt, selbst wenn diese 99% der Registrierungsgebühren einspielen sollte.

Google setzt auf das altbekannte Motto: Konkurrenz belebt das Geschäft – solange man die Konkurrenz mehr bei seinen Verkäufern ansiedelt als bei sich selbst. Denn es gibt bisher keine Anzeichen dafür, dass Google wieder höhere Anteile aus den eigenen erzielten Erlösen an die Domainparker auszahlen würde. Google hat mit seinem Produkt Adwords/Adsense eine derzeit fast konkurrenzlose Marktstellung erreicht. Nur in Nischen wie bei Erotikwebseiten oder bei Portalen, die Google aus welchen
Gründen auch immer nicht weiter monetarisieren will, bleibt Platz für andere Anbieter.

Domainparking nur noch über Nameserver
Wer bisher eine Domain mit Domainparking monetarisieren wollte, hatte zwei Möglichkeiten:
Entweder man richtete die Nameserver des Parkinganbieters direkt auf der Domain ein oder man leitete die Domain mittels URL-Forwarding auf eine Seite nach dem Muster www.Parkinganbieter.de/Domainname.xx um.
Mit letzterer Möglichkeit soll nun, zumindest bei Anbietern, die Google Anzeigen nutzen, zum 30. September 2011 Schluss sein. Angekündigt wurde diese Umstellung bereits im August 2010 u.a. von der Firma SEDO. Nun scheint es aber erstmals einen konkreten Termin für die Umstellung zu geben.
Betroffen sind nicht nur alle Domainbesitzer, denen es in ihren Domainpaketen verwehrt ist, eigene Nameserver zu betreiben. Viel härter trifft es all Diejenigen, die ein Anbieter-Switching betreiben. Bei Diensten wie above.com oder Parklogic.com wird der Traffic einer Domain zu unterschiedlichen Parkinganbietern geschickt, um festzustellen, welcher Anbieter eine Domain am Besten monetarisiert. Aufgrund unterschiedlicher Auszahlungsstrategien hat es sich lange Zeit gelohnt, den zweiten Aufruf einer Domain vom gleichen Nutzer (gleiche IP-Adresse) auf einen anderen Parkinganbieter zu leiten, um so bis zu 20% mehr gezahlte Klicks zu generieren.
Offensichtlich ist Google genau dieses Anbieter-Switching ein Dorn im Auge. So ist es für Google schwieriger, die Qualität einer Domain und die Performance eines Anbieters zu verfolgen. Theoretisch kann aber die Kontrolle der Nameserver dazu führen, dass so die Herkunft eines Besuchers bzw. des Traffics genau bestimmt werden kann. Bei einem URL-Forwarding kann man den Traffic auch zuerst auf die Parkingdomain schicken, um die Herkunft der Besucher zu tarnen. Wer den Nameserver kontrolliert, kann hingegen genau loggen, woher der Traffic einer Domain stammt. Ob diese Möglichkeit dann von Google genutzt wird, d.h., ob die Parkinganbieter Daten weitergeben müssen, ist bisher nicht bekannt.

Der Zwang zum Nameserverparking scheint auf den ersten Blick für die Domainer von Nachteil zu sein, ist doch so das beliebte Trafficsplitting nicht mehr möglich. Es könnte aber auch ein Mittel sein, um Domains mit schlechtem Traffic besser filtern zu können. Wenn hierdurch betrügerischer Traffic ausgefiltert werden kann, würde diese Umstellung allen ehrlichen Domainern zugute kommen.

Christoph Grüneberg

*  = http://adwords.google.com/support/aw/bin/answer.py?hl=de&answer=134761
**= http://whizzbangsblog.com/index.php/article-archive-mainmenu-150/domain-analytics/427-part-3-smartpricing-traffic

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SEDO ändert Domainparking-Berechnung

Geschrieben am 28 Oktober 2011 von von Christoph Grueneberg

Teilnehmer des DomainvermarkterForum 2011 in Hamburg konnten schon vor einigen Wochen aus erster Hand von Tim Schumacher erfahren, dass bei SEDO wichtige Veränderungen in der Berechnung der Parking-Erlöse für die Kunden anstehen. Nun wurde offiziell der 1. November 2011 als Termin für die  Umstellung bekanntgegeben.

Zusammengefasst ergeben sich folgende Neuerungen:

  • Die Parkingeinnahmen werden zukünftig zuerst einmal geschätzt, bevor dann ca. 2 Tage später die offiziellen Klickpreise bei den Usern sichtbar werden. Damit bekommt jeder Parkingteilnehmer seinen Anteil von den tatsächlich von Google ausgezahlten Klickpreisen.
  • Am Monatsende kann es zu Korrekturen in der Auszahlung kommen, da Google nachträglich als Spam eingestuften Traffic bzw. Fakeclicks wieder abzieht.

Insgesamt werden die Parkingeinnahmen dadurch zwischen Sedo und den Wettbewerbern Namedrive, Domainpsonsor oder Parkingcrew vergleichbarer und auch ein Stück gerechter. Unklar bleibt aber weiterhin, wieviel der einzelne Parkingteilnehmer tatsächlich vom Anzeigenerlös erhält, da sowohl Google als auch die durch Vertrag gebundenen Parkinganbieter keine Auskunft über den Anteil geben, der den Domainern ausgeschüttet wird.  Ausführlich behandelt wird das Thema “Domainparking” in der aktuellen Ausgabe des Domainvermarkter-Magazines (Nr. 6), welches hier kostenlos bestellbar ist.

Hier der Wortlaut der SEDO-Mitteilung:

 

“Lieber SedoPro Kunde,

ab 1. November 2011 wird es zwei sichtbare Änderungen in den Statistiken der Parking-Reportings geben, mit denen wir uns den allgemeinen Standards in der Domain-Industrie anpassen.

1) Angepasste Klickverdienste/Reale Einnahmen

Diese Änderung bedeutet, dass die angezeigten „Einnahmen“ des aktuellen und vorletzten Tages zunächst auf Schätzungen basieren. Innerhalb von 48 Stunden erhalten wir von unserem primären Anzeigenprovider Google die tatsächlichen Einnahmen und passen diese nach 2 Werktagen in Ihrem Account an. Diese Änderung betrifft nur die Kategorie „Einnahmen“, die Angaben in den Kategorien „Uniques“ und „Klicks“ bleiben davon unberührt. Beispiel: Wenn Sie sich am 1. November die tagesaktuellen Einnahmen in Ihren Statistiken ansehen, handelt es sich um Schätzungen. Ab dem 3. November können Sie sich die realen Einnahmen (vor Spam) vom 1. November anzeigen lassen.

2) Berücksichtigung des Spam-Anteils in Ihren Einnahmen

Wenn Sie den Report Ihrer täglichen Parking-Einnahmen prüfen, könnten die Einnahmen ab dem 1. November Spam beinhalten, den unser primärer Anzeigenprovider Google sofort erkennen konnte. Sie können nicht einsehen, welche Domains davon betroffen sind. Der gesamte Spam eines Accounts wird von Ihren monatlichen Parking-Einnahmen abgezogen. Sie können im Bereich Parking Reports im Registerblatt „Auszahlungen“ in der Spalte „Korrektor“ die Abzüge nachverfolgen.

Google hat in den letzten Jahren verstärkt Aktionen zur Spam-Bekämpfung durchgeführt. Zusammen mit der geringen Spam-Rate im Sedo Netzwerk gehen wir deshalb davon aus, dass nur ein geringer Teil geparkter Domains von dieser zweiten Änderung betroffen sein wird.

Meine Empfehlung: Wenn Sie ab 1. November die Entwicklung Ihrer einzelnen Domains prüfen, beachten Sie bitte:

1) dass die finalen Daten erst nach ungefähr 48 Stunden verfügbar sind.
2) dass unerwartete Verdienstzunahmen bei bestimmten Domains darauf beruhen können, dass diese durch Spam verursacht wurden. In diesem Fall wird der Spam-Anteil bei der monatlichen Endabrechnung abgezogen.”

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„Albtraum-Adressen“: Welche Gefahren Facebook, Google, Twitter und Apple für Unternehmen bergen

Geschrieben am 21 Februar 2011 von von Domainvermarkter-Magazin

Zuerst veröffentlicht im Domainvermarkter-Magazin Ausgabe 04

Von Tim Schumacher, CEO der Sedo GmbH und Vorstand der Sedo Holding AG

Der Einsatz einer einprägsamen Internetadresse ist einer der wichtigs­ten Erfolgsfaktoren für Unternehmen im Online-Business. In fast jeder Wer­bung findet man den Domainnamen des Unternehmens oder eines unter­nehmenseigenen Produktes aufge­führt. Entweder in Verbindung mit .de oder, je nach globaler Ausrichtung und Herkunft, auch unter .com.

Doch seit wenigen Monaten kann man weltweit eine beunruhigen­de Entwicklung beobachten. Immer häufiger rückt der Domain-Name in der Werbung in den Hintergrund. Insbesondere Domainnamen von Un­ternehmen, die sich als Trendsetter verstehen und auf den „Social Media“- Zug aufspringen wollen. Da werden Facebook- und Twitteradressen so­wie iPhone-Applikationen beworben. Teilweise wird man sogar dazu ange­leitet, wie der Suchbegriff bei einer Suchmaschine wie z. B. Google ausse­hen muss, damit man ans Ziel kommt. Auch vorhandene Webseiten und be­reits bestehende, klassische Kommu­nikationswege werden dazu genutzt, diese neuen Kanäle zu bewerben.

Ich habe mich selbst dabei erwischt, dass ich dieses Verhalten in meiner Firma Sedo gefördert habe, beseelt von dem Gefühl, dadurch ein Trend­setter zu sein. Daher promoten wir nicht nur unseren eigenen Firmen­namen Sedo.de (respektive Sedo. com, für dessen Domainkauf wir 2003 etwa 80.000 USD investierten), sondern auch unseren Twitter-Ac­count (twitter.com/SedoDE) und un­ser Facebook-Profil (facebook.com/Sedo). Wir schalten darüber hinaus für das Keyword “Sedo” Werbung auf Google, Yahoo und Bing. Unsere ei­gens entwickelte iPhone-Applikation wird in Kürze erscheinen. Wir haben uns so sehr auf diese Bemühungen versteift, dass wir, wie so viele andere Unternehmen auch, die Gefahren aus den Augen verloren haben.

Wir machen uns abhängig

Das Problem ist Folgendes: Es ist schick und modern, all diese bereits erwähnten Kanäle zusätzlich für Werbezwecke und Kunden-Interakti­on zu nutzen. Doch schaut man hin­ter die Fassade von Web 2.0/Social Media, ist es schlichtweg falsch und gefährlich, hauptsächlich diese Ka­näle als Zulieferer von Usern zu ver­wenden. Was folgt ist Kontrollverlust, Abhängigkeit, hohe Kosten, die auf einen zukommen und im Extrem­fall sämtliche Gewinne eines Unter­nehmens auffressen können. Unter­nehmen, die ihr Marketing-Gebaren komplett nach den Web-Giganten wie Facebook, Google oder Apple richten, legen das eigene Schicksal in die Hände dieser Provider.

Dabei können folgende drei Szenarien eintreten:

  1. Die Provider können jedes Unternehmen eigenmächtig ausschließen, mit oder ohne Begründung. Ich möchte an dieser Stelle an die Vorgehensweise von Apple erinnern, bei der sämtliche Apps mit erotischem Inhalt entfernt wurden. Auch wenn sich über das Für und Wider von Erotikinhalten streiten lässt, zeigt dieses Vorgehen, wie abhängig ein gesamter Wirtschaftszweig vom Verhalten eines Branchenriesen ist.
  2. Die Provider können pleitegehen, und es gibt keine ordnungspolitische Regelung für „den Tag danach“. Sie halten das für unwahrscheinlich? Erinnern Sie sich an FortuneCity oder GeoCities? Das waren einst sehr gehypte Vorgänger der Social Communities kombiniert mit einem einfachen Webseiten-Hosting. Stellen Sie sich einfach Facebook ohne das Jeder-kennt-Jeden-Prinzip und in einer Zeit mit weitaus niedrigerer Internet-Nutzung vor. Nichtsdestotrotz wurde GeoCities im Jahr 2009 von Yahoo eingestampft – nachdem sie es 10 Jahre zuvor für den Riesenbetrag von 2,87 Milliarden USD erworben hatten.
  3. Die größte Gefahr: Die Provider können und werden ihre Profite maximieren, sobald eine kritische Masse erreicht ist! Wechselhürden (sog. „Switching costs“) entstehen und Profit-Ziele werden den Wachstums-zielen folgen. Wenn Ihr Unternehmen 1 Million Facebook Fans oder Follower bei Twitter hat, wie wird Ihre Ausgangslage bei Verhandlungen sein, wenn der Provider auf einmal hohe Gebühren verlangen wird? Wenn Sie eine hohe Nutzeranzahl für Ihre iPhone App haben, wie sieht Ihre Verhandlungsposition aus, wenn Apple auf einmal eine höhere Gewinnbeteiligung verlangt? Wenn Sie Ihre Geschäfte hauptsächlich über Google machen, wie wird Ihre Verhandlungsposition aussehen, wenn Sie auf einmal nicht mehr in der organischen Suche gelistet werden, Google Ihnen aber anbietet, dass Sie für eine bestimmte Gebühr in der bezahlten Werbung erscheinen könnten?

Alle oben erwähnten Bedrohungen sind realistisch, und trotzdem scheinen sie bei all dem Hype unterzugehen.

Vermeiden Sie geschlossene Systeme

Wer sein Online-Business hauptsäch­lich auf dem Rücken von Facebook, Twitter, Google oder Apple aufbaut, baut sein Eigentum auf einem gemie­teten Grundstück auf, dessen Kontrol­le der Grundstücksbesitzer hat. Eines Tages könnten Sie zu hören bekom­men: „Vielen Dank, dass Sie dieses prächtige Hotel auf meinem Grund­stück aufgebaut haben, Ihre Mie­te erhöht sich nun von 1 US-Dollar monatlich auf 100.000 US-Dollar pro Jahr.“

Die Zeitschrift FHM kündigte erst kürzlich an, die eigene Domain fhm-magazin.de aufzugeben. Geht man heute auf fhm-magazin.de, landet man tatsächlich auf der bei Facebook eingerichteten Profilseite. (Anmerkung: zum Zeitpunkt der Drucklegung stimmte dies, derzeit ist eine Überarbeitungs-Seite geschaltet) Kurzfristig eine gute PR für FHM, aber langfristig gedacht der falsche Schritt, denn Face­book hat viele Einschränkungen: Erst kürzlich wurde entschieden, dass man von seinem Profil aus nicht mehr auf andere Institutionen (Schulen, Univer­sitäten, Firmen) verlinken kann, son­dern nur auf das jeweilige Facebook- Profil der Institution, falls vorhanden. Prinzipiell versucht man hier, das pro­prietäre (geschlossene) System beizu­behalten. Sorgen Sie dafür, dass Ihnen das nicht passiert.

Wenn Sie ein Profil auf Facebook und einen Twitteraccount mit dem richtigen Namen haben, haben Sie zumindest vorgesorgt, dass Ihnen kein Konkurrent den Begriff streitig machen kann. Setzen Sie diese Kanäle entsprechend sinnvoll ein, zeigen Sie damit, dass Sie für neue und innovative Kommunikationswege offen sind. Doch Ihr Domainname ist der wichtigste Baustein für Ihr Online- Business. Und das sollten Sie den Usern durch Ihre Marken- und Marketing- Kommunikation zeigen.

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