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Domainparking: Auslaufmodell oder Neustart? – Domainer in der Zange zwischen Registrierungsgebühren und Google

Geschrieben am 01 Dezember 2011 von von Domainvermarkter-Magazin

zuerst veröffentlicht im Domainvermarkter-Magazin 06

Über viele Jahre hinweg gab es für deutschsprachige Domains nur zwei Parkinganbieter, die ernsthaft für den deutschen Markt lokalisiert hatten und die volle Monetarisierung von .de / .at / .ch Domains anboten: Sedo und Namedrive. Nun kommt aber Bewegung in den Parkingmarkt. Im letzten Jahr eröffnete Domainsponsor ein Europabüro in Frankfurt und begab sich so nach jahrelangem Zögern auf den europäischen Markt. Wichtigster Anzeigenlieferant für diese Parkinganbieter war und bleibt Google. Nur wer einen “Googlefeed” anbietet, kann im deutschsprachigen Markt genügend gutbezahlte Anzeigen für Domains anbieten. Yahoo bietet zwar auch einen Anzeigenfeed an, hat sich aber bisher hierzulande nicht als wettbewerbsfähig im Bereich Domainparking herausgestellt. Yahoo führt deshalb im DACH Internetraum ein Nischendasein als Anzeigenlieferant.

Viele Domaininvestoren hatten in den vergangenen Jahren vergeblich versucht, von Google einen Parkingfeed zu bekommen, um ein eigenes Parking aufzubauen. Nun scheint Google seine Vergabepolitik gelockert zu haben. In den vergangenen Monaten gelang es nicht nur der Domainer-Legende Frank Schilling, zum eigenen Parkinganbieter zu werden (internettraffic.com ), auch die Münchner Firma Team Internet bietet nun mit Ihrem Produkt „Parkingcrew“ Domainparking auf Google-Basis an.

So kommt nach jahrelangem Stillstand im Domainparking plötzlich Bewegung in einen Markt, der seit 2008 rückläufig ist. Rückläufig, weil Domainparking von zwei Seiten in die Zange genommen wird: Zum einen schüttet Google merklich weniger Anteile aus den Anzeigenerlösen an die Parkingprogramme und Domaininhaber aus. Während Googles Gewinne in den letzten Jahren deutlich wuchsen, wurden gleichzeitig die Domainer mit steigenden Registrierungskosten u.a. bei .com Domains konfrontiert.

Jüngst wurde durch Verisign eine erneute Preiserhöhung für .com und .net Domains angekündigt: Demnach steigen die Preise zum 15. Januar 2012 wie folgt:

Für die Registrierung einer .com Domain werden nun 7,85 US $, anstelle von den bisher veranschlagten 7,34 US $, fällig. Das entspricht einer Preiserhöhung von 51 Cent.
Die Registrierungsgebühr einer .net Domain steigt von 4,65 US $ um 46 Cent auf dann 5,11 US $. Hinzu kommt noch die an die ICANN zu entrichtende Gebühr in Höhe von 18 Cent pro Jahr, die noch nicht in den Verisign Preisen enthalten ist. Somit ergeben sich Gesamtpreise in Höhe von 8,03 US $ für eine .com, sowie 5,29 US $ für eine .net Domain. Dies sind die Resellerpreise der Registry, im Endkundenverkauf können hierzu noch einmal die Aufschläge der einzelnen Registrare kommen.

Welche Anteile wovon?
Die Parkingprovider bekommen wohl zwischen 65% und 75% der Einnahmen von Google ausgezahlt. Leider sind hier keine genauen Zahlen in Erfahrung zu bringen, da Google mit allen Anbietern strenges Stillschweigen vereinbart hat. Der Auszahlungsanteil, der an die Webseitenbetreiber im Programm für „Adsense for Content Publishers“ geht, ist hingegen öffentlich bekannt: Hier werden 68% ausgezahlt. Wiederum unbekannt ist, welchen Anteil die Parkinganbieter ihrerseits an ihre Kunden ausschütten. Hier dürften es durchschnittlich mindestens 70% der von Google ausgezahlten Summe aller Einnahmen sein. Diese kann aber auch nur 60% betragen, da der Anteil der Ausschüttung an die Domainer bei jedem Parkingunternehmen Verhandlungssache ist. Für die Professional-Kunden bei Sedo (SedoPro) oder Namedrive (NDOverdrive) gibt es zudem spezielle Programme. Großkunden bekommen meist auch höhere Ausschüttungsanteile zugesichert. Das Problem ist nur, dass Niemand sicher sein kann, ob die Versprechungen über die Höhe des „Shares“ auch eingehalten werden. Die genauen Anteile, die von Googles Werbeumsatz durchgereicht werden, können ja nicht nachvollzogen werden. Die Frage nach dem Share, also den Anteil, den man als Kunde bekommt, wird somit aufgrund einer fehlenden Datenbasis irrelevant. Dem Kunden bleibt nur die Möglichkeit, durch ständiges Testen herauszufinden, wo seine Domains am Besten monetarisiert werden.

Google Smart Pricing
Verkompliziert wird die Problematik der Höhe des „Shares“ darüber hinaus noch dadurch, dass Google ein sogenanntes „Smart Pricing“ eingeführt hat. Hierbei werden die Ausschüttungsbeträge danach berechnet, wie gut die Klicks auf die von Google eingeblendeten Anzeigen am Ende wirklich konvertieren. Während bei Pay Per Sale (PPS) Programmen diese Konvertierung genau nachvollziehbar ist, ist dies bei Pay Per Click (PPC) nur schwer möglich. Dennoch betreibt Google Messungen, wie hoch die Qualität des Traffics angeblich sein soll. Mit Google Analytics hat Google für Webseitenbetreiber ein Instrument geschaffen, um die Anzeigenkonvertierung bei Google Adsense zu messen, indem man beide Programme verbindet und ggf. noch eigene zusätzliche Kriterien, wie erzielte Leads oder Verkäufe, einbindet. Google kann auf diesem Wege wiederum feststellen, welche Qualität ein Klick auf die Anzeige eines jeweiligen Publishers hat. Im Ergebnis führt dies beim Parking zu einer Qualitätseinstufung der Domains und verbunden damit zu variablen Auszahlungen. Unglücklicherweise ist nicht garantiert, dass jeder Domainer auch wirklich den Preis für seinen Traffic bekommt, den Google an den Parkinganbieter ausschüttet. Oft werden die Einnahmen gepoolt, sowohl in Kategorien als auch unter mehreren Kunden. Dies ist für den Domainer auch deshalb ärgerlich, weil er so den Wert einzelner Domains nicht mehr richtig einschätzen kann. Er kann nicht sicher sein, dass eine bestimmte Domain wirklich die Erlöse bekommt, die ihr zustehen.
Zudem ist unklar, wie beim Smart Pricing die Einnahmen aus den Werbeerlösen tatsächlich verteilt werden. So wundert es, dass man als Google Adwords-Kunde zwar saftige Anzeigenpreise für bestimmte Keywords sieht, diese Preise sich aber selten im Erlös einer geparkten Domain mit genau diesen Keywords wiederfinden lässt.
Google erklärt das System auf seiner Webseite so: *

Was ist Smart Pricing?
Die Smart Pricing-Funktion von Google senkt automatisch die maximalen CPC-Gebote (Cost-per-Click) für bestimmte Seiten im Google-Werbenetzwerk sowohl auf Desktop-PCs als auch auf Mobilgeräten mit vollwertigem Internetbrowser.
Alle Daten im Google-Werbenetzwerk werden ständig analysiert. Wenn aus unseren Daten hervorgeht, dass ein Klick auf einer Seite im Google-Werbenetzwerk nur mit geringer Wahrscheinlichkeit zu einem konkreten Geschäftsergebnis (Online-Verkauf, Registrierung, Anruf oder Newsletter-Abonnement) führt, wird das Gebot für diese Website gegebenenfalls reduziert.
Bei der Analyse berücksichtigen wir zahlreiche Faktoren, etwa die Keyword-Listen oder Begriffe, die eine Anzeigenschaltung auslösten, oder den Typ der Website, auf der die Anzeige geschaltet wurde. Nehmen wir beispielsweise an, Sie schalten Anzeigen für Digitalkameras. Ihre Anzeige erscheint auf zwei verschiedenen Seiten – einer Suchergebnisseite der Google Websuche für das Keyword „Digitalkameras“ sowie einer Seite über Digitalkameras im Google- Werbenetzwerk. Falls Google feststellt, dass Ihre Anzeigen auf der Seite im Google-Werbenetzwerk wahrscheinlich weniger gute Leistungen erzielen als bei der Google Websuche, senkt das AdWords-System möglicherweise das maximale CPC-Gebot für diese Website. Durch fortlaufende Abschätzung des Werts von Klicks und Anpassung der Gebote erspart Ihnen Google viel Zeit und Mühe. So wird durch die Google-Technologie ohne zusätzlichen Aufwand für Sie sichergestellt, dass Ihre Anzeigen bei Google und im Google-Werbenetzwerk einen möglichst gleichbleibenden Nutzwert erzielen.

Was diese Google-Prosa in der Praxis bedeutet, hat der Kollege Michael Gilmour von whizzbangsblog.com übersetzt: **
„Google möchte die guten Publisher nicht an die Konkurrenz verlieren, weil diese gutes Geld für Google verdienen. Damit das nicht passiert, „smart pricen“ sie diesen Traffic nach oben, so dass sie einem guten Publisher 2$ pro Klick bezahlen. Das ist doppelt so viel, wie Google selber erhält! Aber was Google für die guten Klicks zahlt ist fast irrelevant. Es sind die schlechten Klicks, durch die das Geld verdient wird.
Google möchte also die schlechten Klicks bestrafen (und davon gibt es aus- reichend), weshalb sie diese nach unten „smart pricen“ und nur 0,10$ pro Klick bezahlen.
Im Ergebnis bekommt Google 100 $ von den Anzeigenkunden, zahlt aber nur 20$ (in diesem Beispiel 10 clicks a 2$) an die guten Publisher aus und 9$ (90 Klicks x 0,10$ je Klick) an die schlechten Publisher. Google zahlt ins- gesamt 29$ aus und verdient 71$ … Aber beide, gute sowie schlechte Publisher, sind zufrieden, da sie in dem Glauben sind, sie bekommen, was ihnen zusteht. Der Advertiser hingegen zahlt $1 je Klick und dies ist in seinen Augen genau das, was es ihm auch wert ist. Das Beste daran ist, dass es Google so möglich ist, guten und schlechten Traffic zu mischen. Während alle das gleiche zahlen müssen, kann Google bei der Auszahlung diskriminieren. Dies ist ein großartiges Geschäftsmodell!“

Grundsätzlich ist natürlich nichts dagegen einzuwenden, dass Google den Traffic hinsichtlich seiner Qualität bezahlen möchte. Denn Betrug ist ein ernsthaftes Problem für alle seriösen Domainer und Publisher. Jede Domain, die schlechten Traffic liefert, also wo die geklickten Anzeigen beim Advertiser relativ schlecht konvertieren, kann prinzipiell die guten Parkingdomains mit in den Abgrund ziehen. Da aber das Smart-Pricing System für den Domainer absolut nicht nachvollziehbar ist, stellt sich durchaus die Frage, ob Google hier nicht auch zugunsten seiner eigenen Anzeigen auf der Google-Suchseite manipuliert.

Sippenhaft bei Google?
Viele Webseiten-Betreiber haben berichtet, dass sich Smart-Pricing massiv auswirkt, wenn man nur ein schlechtes Projekt unter seinen sonst guten Webseiten hat. Eine hinzugekaufte Webseite mit „schlechtem“ Traffic, so wird berichtet, ziehe den gesamten Account des Publishers bei dem Google Adsense-Programm herunter. Dieser Effekt geht nach Beobachtungen so weit, dass sich die Gesamtausschüttung deutlich verbessert, wenn man guten und schlechten Traffic innerhalb verschiedener Accounts (was Google eigentlich nicht erlaubt) splittet. Dies legt den Verdacht nahe, dass Google hier eine Art Sippenhaft vornimmt. Dieser Verdacht verstärkt sich, wenn man weiß, dass Google im Konfliktfall auch gerne mehrere Accounts von unabhängigen juristischen Personen mitsperrt, einzig und alleine deswegen, weil diese unter der gleichen Adresse geführt werden. Begründungen oder Mahnungen werden zuvor nicht versendet. Wer also sein Einnahmemodell auf Google Adsense als Publisher stützt, kann von einem auf den anderen Tag willkürlich seine Einnahmen verlieren! Bereits verdiente Einnahmen werden einfach nicht ausgezahlt. Dies geht soweit, dass man noch nicht einmal mehr an seine Belege kommt, die ggf. für das Finanzamt wichtig wären. Google verhält sich eben wie ein typischer Monopolist, der sich rücksichtslos gegenüber seinen Geschäftspartnern verhalten kann, da diese wenig Alternativen haben.

Domainparking-Rechenbeispiel
Da Google keine genauen Zahlen offenlegt, lässt sich nur spekulieren, woher die starken Rückgänge beim Domainparking wirklich kommen. Fest steht: Höhere Kosten und weniger Erlöse brachten so manchen Domainer-Businessplan in den vergangenen Jahren durcheinander. Ein Rechenbeispiel: Wer 100.000 Domains zu 7 Euro registriert und je Domain 7,50 Euro Parkingerlöse erzielt, kann ein sattes Plus von 50.000 Euro im Jahr erzielen. Steigen die Registrierungsgebühren nur um 5 Prozent auf 7,35 Euro, bei gleichzeitig 5% weniger Parkingeinnahmen, gerät man bereits mit 22.500 Euro ins Minus.
Natürlich ist dies lediglich ein Rechenbeispiel, aber generell gibt es einige Domainer, die tatsächlich jede Domain löschen, wenn diese sich nicht mehr rentiert und gleichzeitig nicht zu Verkaufszwecken gehalten wird (z.B. Domains mit expired Traffic). Durch die nächsten Preiserhöhungen wird es sich bei einigen .com Domains nicht lohnen, die Registrierung zu verlängern.

Hohe Preiselastizität beim Parking
Für den Domainer geht es, da er die Kosten der Domainregistrierung übernimmt, um relativ wenig Gewinn, der ihm verloren geht. Für Google oder die Parkingfirmen geht es aber um mehr:
Wenn Google 70 Prozent des Anzeigenerlöses an die Parkingfirmen ausschüttet und diese wiederum davon 70% an die Domainparker, gehen sowohl Google als auch den Parkingfirmen erhebliche Umsätze und Gewinne verloren, wenn Domainnamen nicht mehr registriert und geparkt werden, weil die Kosten die Erlöse übersteigen. Im obigen Beispiel sähe die Verteilung wie folgt aus: Von jedem Euro, den Google einnimmt, behält Google 30 Cent ein, die Parkingfirma erhält 21 Cent und der Domainer bekommt 49 Cent. Da der Domainer aber die Kosten für die Registrierung der Domains übernimmt, bekommt dieser lediglich 3,5 Cent als Gewinn für seine Arbeit. Die Preisfrage ist: Wie hoch ist hingegen der Gewinn bei Google und dem Parkinganbieter? Schon kleinste Änderungen an den Stellschrauben führen zu erheblichen Umsatz- und damit auch Gewinnverlusten. Jeder Prozentpunkt weniger Ausschüttung an einen Domainer bedeutet einen überproportionalen Umsatzverlust – insbesondere für Google. Die Preiselastizität im Geschäft Domainparking ist äußerst hoch.

Mehr Wettbewerb beim Parking?
So macht es für Google aktuell durchaus Sinn, durch größeren Wettbewerb unter den Parkinganbietern, auf die Margen der etablierten Parkinganbieter Einfluss zu nehmen. Konkret:
Durch die Vergabe neuer Parkingfeeds erhöht man den Konkurrenzdruck. Die bisherigen Anbieter wie Sedo, Namedrive oder Domainsponsor haben lange Zeit Pionierarbeit geleistet und betreuen viele supportaufwendige Kleinkunden. Anbieter wie Frank Schilling oder Parkingcrew können sich auf wenige Großkunden konzentrieren und bei einem geringen Kundenbetreuungsaufwand auch mit geringeren Margen arbeiten. Dies setzt die etablierten Anbieter unter Druck, denen die umsatzstärksten Kunden oft zuerst abwandern. Es sind zudem gerade diese Großkunden, die jährlich Millionen Domains im Parking testen und jede Domain nach Jahresfrist wieder löschen, die sich nicht trägt, selbst wenn diese 99% der Registrierungsgebühren einspielen sollte.

Google setzt auf das altbekannte Motto: Konkurrenz belebt das Geschäft – solange man die Konkurrenz mehr bei seinen Verkäufern ansiedelt als bei sich selbst. Denn es gibt bisher keine Anzeichen dafür, dass Google wieder höhere Anteile aus den eigenen erzielten Erlösen an die Domainparker auszahlen würde. Google hat mit seinem Produkt Adwords/Adsense eine derzeit fast konkurrenzlose Marktstellung erreicht. Nur in Nischen wie bei Erotikwebseiten oder bei Portalen, die Google aus welchen
Gründen auch immer nicht weiter monetarisieren will, bleibt Platz für andere Anbieter.

Domainparking nur noch über Nameserver
Wer bisher eine Domain mit Domainparking monetarisieren wollte, hatte zwei Möglichkeiten:
Entweder man richtete die Nameserver des Parkinganbieters direkt auf der Domain ein oder man leitete die Domain mittels URL-Forwarding auf eine Seite nach dem Muster www.Parkinganbieter.de/Domainname.xx um.
Mit letzterer Möglichkeit soll nun, zumindest bei Anbietern, die Google Anzeigen nutzen, zum 30. September 2011 Schluss sein. Angekündigt wurde diese Umstellung bereits im August 2010 u.a. von der Firma SEDO. Nun scheint es aber erstmals einen konkreten Termin für die Umstellung zu geben.
Betroffen sind nicht nur alle Domainbesitzer, denen es in ihren Domainpaketen verwehrt ist, eigene Nameserver zu betreiben. Viel härter trifft es all Diejenigen, die ein Anbieter-Switching betreiben. Bei Diensten wie above.com oder Parklogic.com wird der Traffic einer Domain zu unterschiedlichen Parkinganbietern geschickt, um festzustellen, welcher Anbieter eine Domain am Besten monetarisiert. Aufgrund unterschiedlicher Auszahlungsstrategien hat es sich lange Zeit gelohnt, den zweiten Aufruf einer Domain vom gleichen Nutzer (gleiche IP-Adresse) auf einen anderen Parkinganbieter zu leiten, um so bis zu 20% mehr gezahlte Klicks zu generieren.
Offensichtlich ist Google genau dieses Anbieter-Switching ein Dorn im Auge. So ist es für Google schwieriger, die Qualität einer Domain und die Performance eines Anbieters zu verfolgen. Theoretisch kann aber die Kontrolle der Nameserver dazu führen, dass so die Herkunft eines Besuchers bzw. des Traffics genau bestimmt werden kann. Bei einem URL-Forwarding kann man den Traffic auch zuerst auf die Parkingdomain schicken, um die Herkunft der Besucher zu tarnen. Wer den Nameserver kontrolliert, kann hingegen genau loggen, woher der Traffic einer Domain stammt. Ob diese Möglichkeit dann von Google genutzt wird, d.h., ob die Parkinganbieter Daten weitergeben müssen, ist bisher nicht bekannt.

Der Zwang zum Nameserverparking scheint auf den ersten Blick für die Domainer von Nachteil zu sein, ist doch so das beliebte Trafficsplitting nicht mehr möglich. Es könnte aber auch ein Mittel sein, um Domains mit schlechtem Traffic besser filtern zu können. Wenn hierdurch betrügerischer Traffic ausgefiltert werden kann, würde diese Umstellung allen ehrlichen Domainern zugute kommen.

Christoph Grüneberg

*  = http://adwords.google.com/support/aw/bin/answer.py?hl=de&answer=134761
**= http://whizzbangsblog.com/index.php/article-archive-mainmenu-150/domain-analytics/427-part-3-smartpricing-traffic

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KeyDrive S.A.: Key Systems und NameDrive nun unter einem Dach

Geschrieben am 26 Juli 2011 von von Christoph Grueneberg

Laut Mitteilung des luxemburgischen Investmentfonds BIP Investment Partners sind der Registrar Key Systems (St. Ingbert, Saarland) und die Domainparking-Company Namedrive (Luxemburg) nun unter der Firma Keydrive S.A. mit Standort Luxemburg in einer Holding zusammengefasst.

Im Handelsregister von Luxemburg sind dazu noch keine weiteren Informationen abrufbar, allerdings war zu erfahren, dass Horst Siffrin Aufsichtsratsvorsitzender der Keydrive SA und Alexaner Siffrin, der auch Geschäftsführer der Key Systems GmbH ist, Vorstandsvorsitzender der KeyDrive S.A. ist.

BIP hält nun 26,04 % an der Firma KeyDrive S.A. und ist laut BIP- Halbjahresbericht mit 6,1 Mio. Euro dort investiert (Bewertung 23,42 Mio Euro).

Zuvor war BIP an der Key-Systems GmbH zu 6.8 Mio Euro beteiligt, was einem Anteil von 33,33% am Unternehmen entsprach. Key-Systems wurde zum Zeitpunkt des Investments mit ca. 20,60 Mio Euro Unternehmenswert bewertet.

Daneben scheinen weitere Anteile der Firma IS Inter-Services GmbH (Beteiligungs- & Vermögensverwaltungsgesellschaft ) zu gehören, die sich selber als Deutsche Holding der KeyDrive SA bezeichnet. Geschäftsführer sind hier Alexander O. Siffrin und Dr. Eva C. Siffrin-Kokert.

Bereits im Januar 2011 berichteten wir hier auf DVMag.de exklusiv über die Beteiligung von BIP und den Umzug von Namedrive nach Luxemburg.

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Namedrive nun in Luxemburg – BIP Investment Partners neuer Teilhaber

Geschrieben am 18 Januar 2011 von von Christoph Grueneberg

Die Gerüchteküche brodelt schon lange in der Domainerwelt. Seit vielen Monaten wird über einen Verkauf des Parkingdienstleisters Namedrive spekuliert. Zuletzt versuchte der Blog facingtheabsurd.com (Elephant Traffic) mit der Meldung, die saarländische Firma Key Systems wäre der Käufer, Namedrive anlässlich des Domainfestes in Prag (2010) aus der Reserve zu locken.

Nun ist es laut der Webseite von Namedrive kein Geheimnis mehr – der Sitz für Europa wurde von Köln nach Luxemburg verlegt. Die übernommenen Mitarbeiter arbeiten schon in Luxemurg, wie mir in einem Telefonat  mit Namedrive-Mitarbeitern auf Nachfrage bestätigt wurde.

Auf der Webseite von Namedrive sind nun neben der bekannten Washingtoner Adresse weitere 3 Gesellschaften aus Luxemburg eingetragen:

NameDrive SA
rue des Coquelicots 1
L-1356 Luxembourg
Geschaeftsfuehrender Verwaltungsrat/Managing Director/Administrateur delegue :Michael Riedl

NameDrive IP SA
rue des Coquelicots 1
L-1356 Luxembourg
Geschaeftsfuehrender Verwaltungsrat/Managing Director/Administrateur delegue :Michael Riedl

NameDrive EU SARL
rue des Coquelicots 1
L-1356 Luxembourg
Geschaeftsfuehrer/General Manager/Gerant :Michael Riedl

Der neue Geschäftsführer Michael Riedl ist laut Xing seit 2008 bei BIP Investment Partners der “Investment Director” und “Secretary of the Investment Committee”. Namedrive ist nun also Teil des Portfolios von BIP Investment Partners. Ausserdem ist Riedl Mitglied im Beirat von Key-Systems. Bei der polnischen Domainkonferenz MeetDomainers im August 2010 in Polen war er schon als Sprecher präsent.

BIP ist u.a. bereits an EURO DNS, Key-Systems und Domaininvest beteiligt

Laut BIP-Geschäftsbericht 1. Halbjahr 2010

ist die BIP an

Key-Systems GmbH zu 6.8 Mio Euro beteiligt, was einem Anteil von 33,33% am Unternehmen entspricht. Key-Systems wurde zum Zeitpunkt des Investments mit ca. 20 Mio Euro Unternehmenswert bewertet.

EuroDNS S.A. mit 6,4 Mio Euro beteiligt, was einem Anteil von 20% und einem Unternehmenswert von 32 Mio. Euro zum Zeitpunkt des Investments entspricht.

und

DI S.A. (vormals Domain Invest) mit 2,5 Mio Euro beteiligt, was einem Anteil von 9,91% und einem Unternehmenswert zum Zeitpunkt des Investments von 27 Mio. Euro entspricht.

BIP ist an eine an der Luxemburger Börse öffentlich gehandelte Aktiengesellschaft.

Der Aktienkurs stieg zuletzt sprunghaft von 50 auf über 60 Euro je Aktie

BIP ist u.a. auch mit ca. 58 Mio. € Euro an der RTL Group, mit 9,4 Mio. € an Shell und 7,6 Mio. € an Fresenius beteiligt.

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