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Technische Probleme: „Digitales Bogenschießen“ gestoppt!

Geschrieben am 25 Juni 2012 von von Domainvermarkter02

Das umstrittene „digitale Bogenschießen“, das die ICANN zur Ermittlung einer Bearbeitungsreihenfolge der Bewerbungen um die neuen generischen Top-Level-Domains (NewgTLDs) aus der Taufe gehoben hat, ist vorerst gestoppt. Erneut sind es technische Probleme die die ICANN dazu zwingen den Prozess auf unbestimmte Dauer auszusetzen. Seit dem 23. Juni ist das System nun abgeschaltet; Eine Registrierung ist derzeit nicht mehr möglich.

Wann das ohnehin viel kritisierte Verfahren des „Digital Archery“ (wir berichteten) fortgesetzt wird, ist noch nicht bekannt. Und auch ob es überhaupt weitergeht, scheint nun mehr als fraglich. Branchenkenner gehen von einem endgültigen Scheitern und einem Zurückrudern der ICANN in Sachen “Digital Archery” aus.

In einer Presseerklärung versucht die ICANN die aktuellen Probleme zu beschreiben und nimmt Stellung zu den erneuten technischen Problemen:

Der wichtigste Grund (Anmerk. der Redaktion: für die Aussetzung des Systems) ist, dass Bewerber davon berichteten, dass der Zeitstempel des Systems, aus noch ungeklärten Gründen, unerwartete, falsche Ergebnisse liefert. Unabhängige Analysten konnten dies bestätigen.

Wie genau es zu den Varianzen bei der Ausstellung des Zeitstempels kommt, ist derweil noch vollkommen unklar. Klar scheint nur, dass der Fehler irgendwo im eigenen technischen System begründet liegt.
Wahrscheinlich scheint einigen ICANN-Analysten eine unzureichende Netzwerklatenz (beanspruchte Zeit einer Datenübertragung zwischen Rechnern innerhalb eines Netzwerkes), andere sehen die Probleme eher in einer fehlerhaften Reaktion des Zeitstempel-Systems unter verschiedenen Ausgangsumständen als Ursache. Genaueres prüfen Experten aktuell.

Geringe Akzeptanz des Verfahrens – wie es weitergeht ist fraglich
Eigentlich sollte das Zeitfenster zur Registrierung und Abholung des Zeitstempels zum 28. Juni geschlossen werden. Bis zur Aussetzung des Systems am 23. Juni, hatten sich jedoch erst 20 Prozent der Bewerber um eine der NewgTLDs registriert und sich ihren, für das „digitale Bogenschießen“ zwingende erforderlichen, Zeitstempel abgeholt. Dies spricht für die geringe Akzeptanz auf die das Verfahren des „Digital Archery“ in der Branche gestoßen ist, und dafür, dass nach den nun vorliegenden technischen Schwierigkeiten, möglicherweise ganz von dem Schießen mit dem digitalen Bogen Abstand genommen wird. Dies ist bislang aber nicht mehr als eine Vermutung. Wie, wann und ob es überhaupt weiter geht mit dem digitalen Bogenschießen, dazu äußerte sich die ICANN noch nicht. Der weitere Evaluierungsprozess in Sachen NewgTLDs soll aber fortgesetzt werden wie geplant.

Technische Panne der Grund für Salazar-Rücktritt?
Diese erneute, peinliche technische Panne im Einführungsprozess der NewgTLDs, lässt den überraschenden Rücktritt von Michal Salazar, der am späten Donnerstag Abend via Pressemitteilung vermeldet wurde, in einem ganz neuen Licht erscheinen. Salazar zeichnete sich bei der ICANN hauptverantwortlich für das NewgTLDs-Programm. Die Vermutung liegt nahe, das Salazar nun persönliche Konsequenezen aus dem neuerlichen, technischen Fauxpas gezogen hat. Eine Begründung für den überraschenden Rücktritt Salazars, kurz bevor das jahrelang unter seiner Feder geplante NewgTLD-Programm endlich zum Abschluss gebracht wird, wurde nicht gegeben. Die zeitliche Nähe zu dem Bekanntwerden der aktuellen “Zeitstempelprobleme”, unterfüttert jedoch die Vermutung, dass der Rücktritt im direkten Zusammenhang mit den neuerlichen technischen Problemen liegt. Mit diesen muss sich ab sofort Kurt Pritz auseinandersetzten, der die Federführung über das NewgTLDs-Programm, zumindest solange bis die Position neu besetzt wird, kommisarisch übernommen hat.

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Neue TLDs: Indexierung bei Google mit Verzögerung?

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Neue TLDs: Indexierung bei Google mit Verzögerung?

Geschrieben am 22 März 2012 von von Domainvermarkter03

Domainnamen unter neuen TLDs werden wohl nur mit Verzögerung von Suchmaschinen wie Google in die Suchergebnisse aufgenommen werden. Dies liegt daran, dass Google als auch andere Suchmaschinen eine gewisse Zeit benötigen werden um herauszufinden, wie neue TLDs indexiert werden können. So zumindest lautet der Tenor einer Video Botschaft von Google-Techniker Matt Cutts, der auch jüngst  einer angeblichen (automatischen) Bevorzugung neuer Top-Level-Domains in den Rankings der Suchmaschinen widersprach.

Nun informiert Matt Cutts im Videochannel von persönlich darüber, wie Google die neuen Domainendungen behandeln werde. Die Suchmaschine verfolge unabhängig von der Domainendung immer das Ziel, ihren Usern passende Ergebnisse zu liefern, müsse sich aber erst auf die neuen TLDs einstellen, so Cutts. Mit seinem Video gab er die Antwort auf die Frage “Wie wird Google neue TLDs , bei denen z.B. für Unternehmen jede beliebige Top-Level-Domain wie www.portfolio.mycompanyname möglich ist, bezüglich des Einflusses auf Platzierung und Pagerank behandeln?”. Die Frage hatte der User RobertvH aus München an die Google Webmaster Zentrale gerichtet.

Cutts’ Antwort: “Wir hatten bereits Hunderte verschieden TLDs, und wir machen einen guten Job damit, sie [bei Google] zu indexieren. Wir möchten die besten Suchergebnisse wiedergeben. Und wenn sich das beste Ergebnis auf einer speziellen TLD befindet, dann ist es logisch, zu erwarten, dass wir es ermöglichen, das unserer Meinung nach beste Ergebnis zu zeigen. Wenn Sie also “Transformers 9″ drehen und die Domain transformers9.movie oder eine ähnliche kaufen möchten, ist es realistisch, zu erwarten, dass Google versuchen wird, die Resultate dazu zu finden, zu crawlen und sie dann als Ergebnisse den Usern zu zeigen.
Es wird eine Übergangsphase geben, in der wir lernen und herausfinden müssen, welche die validen Top-Level-Domains und welche die [Second-Level-] Domains auf dieser Domain sind. Wir werden das noch untersuchen müssen. Doch es ist definitiv der Fall, dass wir schon immer die besten Resultate an die User zurückgeben wollten, und genau das versuchen wir – egal, ob es sich um eine .com, eine .de oder .whatever handelt.”

Mit seiner letzten Aussage widerspricht der Google-Techniker erneut der angeblich automatisch höheren bzw. besseren Platzierung der neuen gegenüber alten TLDs wie .com. Dies wird von im Umfeld der Neue-TLDs-Industrie immer wieder als wichtiges Argument für die Einführung neuer Endungen genannt.

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Neue TLDs: Domainer sehen .com weiter vorne

Geschrieben am 05 März 2012 von von Domainvermarkter02

Wie werden sich die neuen gTLDs auf den Wert von .com-Domains auswirken? Diese Frage stellte der DomainNameWire-Blog im Rahmen seiner 7. Domain Name Wire-Umfrage zur Disposition. Insgesamt beteiligten sich bei der alljährlich durchgeführten Umfrage mehr als 1.000 Personen.

Das Ergebnis der Umfrage kann natürlich nicht als repräsentativ gewertet werden, gibt aber dennoch einen ganz guten Eindruck von dem, was die Domain-Industrie als direkte Auswirkungen der Top-Level-Domain-Erweiterung auf den Wert von .com-Domains erwartet.

Insgesamt kann festgehalten werden, dass die meisten der befragten Domainer und anderen in der Internet-Industrie tätigen Personen der TLD-Erweiterung recht gelassen entgegen sehen.

So denkt eine Mehrheit von 45 Prozent der Befragten, dass die TLD-Erweiterung keinerlei Einfluss auf den Wert ihres .com-Portfolios haben wird. 39 Prozent sehen in der Erweiterung sogar die Chance, dass der Wert ihrer .com-Domains ansteigen wird. Demgegenüber stehen gerade einmal 16 Prozent, die befürchten, dass sich der Wert ihrer .com-Domains in Folge der Einführung der neuen gTLDs verringern wird.

Auch wurde die Frage gestellt, wie sich die TLD-Erweiterung wohl auf generische TLDs auswirken wird. Hier ist die Branche relativ geteilter Meinung. Eine knappe Mehrheit von rund 31 Prozent sieht den Wert von generischen TLDs wie .biz, .info oder .net in Folge der Erweiterung fallen, 30 Prozent vermuten, dass sich der Wert erhöhen wird.

Als ein Hauptgrund für den von einigen Domainern befürchteten Wertverlust wird ins Feld geführt, dass die Auswahl an möglichen Domainnamen schon alleine rein zahlenmäßig erhöht wird und so mehr Angebot vorhanden ist, was auf einem funktionierenden Markt automatisch zu einem Preisabfall führt.

Die Gründe, warum davon ausgegangen wird, dass der Wert von .coms und anderen etablierten Domainendungen in Folge der Erweiterung steigen oder aber keinerlei Auswirkung haben wird, sind da vielfältiger. So wird teilweise davon ausgegangen, dass es die neuen Endungen, zumindest in den Anfangsjahren, schwer haben werden, sich durchzusetzen und so in keinerlei Konkurrenz zu den bereits bekannten und von den Usern akzeptierten TLDs stehen, denen ein gewisses Vertrauen entgegen gebracht wird. Es wird sogar davon ausgegangen, dass die Erweiterung dazu führen wird, dass .com und Co. sich mehr als bislang ohnehin schon als Premium-Domain-Namen erweisen werden, für die dann im Zweifel auch gerne etwas mehr gezahlt wird. Darüber hinaus werden auch Viele versuchen, auch die dazugehörige .com-Domain zu erstehen, so sie denn eine Domain mit einer der neuen TLDs gezeichnet haben. Auch dies kann in der Theorie dazu führen, dass der Wert eines .com-Portfolios steigt, da auch die Nachfrage nach dieser Domain-Endung steigen wird.

Nichtsdestotrotz wird es spannend sein zu beobachten, wie sich das Icann-Programm zur Erweiterung des Domain-Namemnsraums dann letztendlich wirklich auf die Internet- und Domain-Industrie auswirken wird. Und dies auf kurzfristige und langfristige Sicht.

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Neue TLDs: Wenig Begeisterung bei großen US-Firmen

Geschrieben am 09 November 2011 von von Christoph Grueneberg

An den neuen Top Level Domains der ICANN sind laut einer Befragung der Bloomberg BusinessWeek offenbar deutlich weniger große Unternehmen aus den USA interessiert als gedacht. Markeneigentümer wie Procter & Gambler und Hewlett Packard sehen keinen Nutzen darin, über .com-Adressen hinaus neue Domains zu registrieren. So gab Sprecher Paul Fox von Procter & Gambler, einem der größten Markenartikelhersteller der Welt (u.a. Pampers), bekannt, dass man sich nicht für eine eigene Endung bewerbe. Hewlett Packard sieht die neuen TLDs als kostenintensiv an und werde ebenfalls nicht an dem Programm teilnehmen, so zumindest Global Marketing-Vizepräsident Gary Elliott.

Wie bereits mehrfach berichtet, plant die ICANN, aus beinahe jedem Wort in jeder Sprache eine Domainendung zu machen. Dadurch könnten sich Endungen wie .berlin, .shopping oder .bmw ergeben. Die Anmeldegebühr für die neuen Top Level Domains beträgt stolze 185.000 US-Dollar. Doch keine einzige der 21 im vergangenen Monat von Bloomberg befragten und im Standard & Poor’s notierten Unternehmen planen, die neuen TLDs auch in Anspruch zu nehmen. Weitere Firmen wollten keinen Kommentar abgeben oder prüfen derzeit noch, ob sie an dem Programm der ICANN teilnehmen werden.

Die genannten Firmen bilden keine Ausnahmen: „Viele Unternehmen handeln wie wir und sagen sich, dass dieses Angebot gestoppt werden sollte. Es herrscht viel Verwirrung darüber, was das Programm genau bedeutet und welche Kosten entstehen werden“, so Elliott von Hewlett Packard. HP werde weiterhin auf seine Webseite hp.com bauen, statt Geld in neue Domains zu stecken. Die Kosten für eine Webseite mit neuer Endung schätzt Elliott inklusive aller Steuern und Gebühren, Webentwicklung und weiteren Ausgaben auf bis zu anderthalb Millionen Dollar.

Auch Procter & Gambler will sich auf seine bestehenden .com-Domains konzentrieren sowie andere Wege zum Austausch mit Konsumenten nutzen. Laut Sprecherin Tonia Elrod benötige das neue TLD-Programm Ressourcen, die das Unternehmen lieber in den Aufbau von Kundenbeziehungen investieren möchte.

An den neuen Domains haben bislang erst wenige große Unternehmen wie Hitachi und Canon Interesse bekundet. Der größte amerikanische Autohersteller General Motors wägt nach gründlichen Auswertungen derzeit seine Optionen ab. Der weltgrößte Einzelhändler Wal-Mart bewertet das Domain-Programm noch, während Adobe Systems von einer „unnötigen Erweiterung der generischen Top Level Domains“ spricht und seine Bedenken über die Verwirrung von Usern und steigendes Betrugspotential äußert. Das Unternehmen prüft derzeit noch, ob es neue Domains registrieren lassen wird.

Europäische Firmen wie Porsche, Vodafone und Puma hatten bereits vorher bekannt gegeben, dass sie sich nicht für die neuen Endungen interessieren. Über Sinn und Unsinn der neuen TLDs wird bereits seit Längerem diskutiert; dass selbst für namhafte amerikanische Unternehmen keine neuen Top Level Domains in Frage kommen, ist kein gutes Zeichen für die groß angelegte ICANN-Offensive. Zumindest wird deutlich, dass es eben nicht die die .Marke ist, die begeistert Nachfrage findet. So bleibt der Verdacht, dass es hier eher um Zusatzgeschäfte der Registry-Industrie geht – die dann wiederum Markenartikler nötigen, defensive Registrierungen vorzunehmen, um hieraus Umsätze zu generieren. Nicht zu vergessen die zahlreichen Berater und Anwälte, die bereits jetzt schon kräftig von der Bewerbungs(vor)phase profitieren.

Der Bloomberg BusinessWeek ist für ihre Recherchen zu danken, zeigt sie doch die Realität um die Nachfrage von Marken-TLDs. Das grundsätzliche Problem des New-TLD-Hypes ist, dass es viele lautstarke Berater, Anwälte und Registries gibt, die permanent aus verständlichen Interessen die Werbetrommel rühren, aber Kritiker und Gegner der New-TLDs eher wenig zu hören sind. Registrare schalten doppelseitige Anzeigen, um Vorbestellungen für noch nicht existierende Endungen anzunehmen, aber wer gegen solche neue Endungen ist, wird wohl kaum Gegenanzeigen schalten, es würde wirtschaftlich keinen Sinn machen. Es ist wie bei jeder großen Blase der letzten Jahre: Erst wenn sie platzt, wird man feststellen, dass es eine solche war.

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Sperrungsgefahr? Praxiswert einer .xxx in Deutschland

Geschrieben am 16 September 2011 von von Christoph Grueneberg

Ein parodistischer Beitrag der Kollegen von Domaingang.com wurde doch tatsächlich von Journalisten ernst genommen. Demnach soll in der erfundenen Geschichte ein Einwohner Singapurs festgenommen worden sein, weil er eine Domain unter der neuen TLD .xxx reserviert bzw. vorbestellt hatte.

Aber manchmal ist Satire näher an der Realität als man denkt. So ist es auch in Deutschland aus Jugendschutzgründen verboten, pornografische Inhalte frei zugänglich zu machen. In der Praxis hat dies dazu geführt, dass bis auf wenige Angebote mit vorgeschaltetem Altersverifikationssystem die Erotikbranche ihre Aktivitäten ins Ausland verlegt hat. Wer unter einer deutschen Adresse (z.B. einer .de Domain) entsprechende Inhalte anbietet, muss schnell mit Sanktionen rechnen. Theoretisch ist es den Jugendschützern schon seit langem erlaubt, auch Sperrverfügungen für Webseiten zu erwirken. Dies ist die einzige Möglichkeit, den Jugendschutz durchzusetzen, wenn in Deutschland kein Verantwortlicher gefunden werden kann. Derzeit beschränken sich die Jugendschützer (Vereine, Behörden) bei solchen Angeboten aber auf die Indizierung der Google-Suchergebnisse. Dies wirkt aber alleine schon dadurch lächerlich, dass gleichzeitig in der Google-Bildersuche entsprechende pornografische Abbildungen frei zugänglich sind.

Technisch gesehen ist es viel einfacher, eine komplette TLD im deutschen Internet zu sperren als etwa einzelne Domainangebote. Einzelne Staaten haben durchaus schon entsprechende Ankündigungen gemacht. Wer als Deutscher eine .xxx Domain bestellt, sollte sich also vorher genau mit den Jugendschutzbestimmungen vertraut machen. Ebenso sollte ihm klar sein, dass die Endung .xxx später nicht annähernd die gleiche Reichweite haben wird wie beispielsweise eine .com, da absehbar ist, dass Staaten und Institutionen (Schulen, Firmen, Provider etc.) den kompletten Zugang zum Domain-Rotlichtbezirk sperren werden.

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Scharfe Kritik an New TLDs von ICANN-Gründungsvorstand Esther Dyson

Geschrieben am 29 August 2011 von von Domainvermarkter02

In einem Beitrag für “Project Syndicate” übt das ehemalige ICANN Gründungsvorstandsmitglied Esther Dyson scharfe Kritik an der Einführung der sogenannten neuen TLDs. Zusammengefasst: Die neuen TLDs sind überflüssig, schaffen keinen echten Mehrwert sondern nur Verwirrung und die treibenden Kräfte die hiermit Geld verdienen (ICANN-Umfeld) machen die zu Lasten Dritter.

Der gesamte Artikel findet sich im Original hier, wir haben hier die markantesten Passagen übersetzt:

 

 

Das Problem, dass bei der Erweiterung des Namensraum zu sehen ist, ist das, dass es jedem möglich sein wird eine neue Top-Level-Domain wie beispielsweise .apple registrieren zu lassen, was jedoch nicht wirklich auch einen Mehrwert schafft. Der Nutzen ist mehr in den Köpfen der Menschen und weniger in der eigentlichen Erweiterung des Namensraumes zu erkennen. Die Bedeutung der Wörter und das was mit einer bestimmten Marke verbunden wird spielt hier eine viel wesentlichere Rolle. In Wirklichkeit wird das Vorhaben dazu führen, dass der Namensraum weiter unterteilt wird: Die Aussagekraft die vorher mit Apple verbunden wurde, wird dann auf apple.computer, apple.phones, ipod.apple, usw. übertragen und aufgeteilt. Wenn ihnen dies verwirrend vorkommt, dann genau deshalb weil es so ist.

 

All dies wird Arbeitsplätze schaffen, aber kaum einen Mehrwert generieren. Für mich sind unnütze Arbeitsplätze, nun ja, nutzlos. Auch wenn redundante Domain-Namen nicht zwangsläufig schlecht sind, sind sie meiner Meinung nach eine Verschwendung von Ressourcen .

 

Stellen sie sich vor, sie besitzen ein Stück Land und steigern dessen Wert durch spezielle Anbaumethoden – gute Samen, Bewässerung, Düngemittel und Bienen zur Bestäubung der Pflanzen. Nun kommt jemand vorbei und sagt: „Wir werden ihr Land in kleinere Parzellen unterteilen und sie haben den Auftrag jede Einzelne zu schützen. Nehmen wir an, der Landwirt heißt Coca-Cola. Ihm und anderen Markeninhabern stellt sich nun die Frage, Coca-Cola für jede einzelne neue TLD zu registrieren – darüber hinaus stellt sich die Frage, ob auch eine eigene neue TLD registriert werden soll. Die ICANN akkreditierten Registrare bieten bereits Serviceleistungen an, dieses für Unternehmen zu erledigen. Zu Kosten von tausenden Dollars für ein Portfolio von Marken. Auf mich wirkt das wie eine Schutzgelderpressung.

 

Befürworter argumentieren, dass viele neue TLDs Innovation fördert. Aber wahre Innovation findet in Unternehmen wie Facebook, LinkedIn, Twitter und Foursquare statt, die ihren eigenen neuen Namensraum schaffen anstatt das DNS zu kidnappen.

 

Die meisten Menschen die aktiv an der Politik der ICANN mitarbeiten sind auch in irgend einer Art und Weise im Domain-Namens-Geschäft involviert und diese werden auch die Kontrolle über die neuen TLDs behalten. Es ist für sie sehr lohnenswert ihre Zeit auf ICANN-Meetings zu verbringen (oder Mitarbeiter zu entsenden), wohingegen für normale  Nutzer und Unternehmen Domain-Namen lediglich einen kleinen Teil ihres Lebens ausmachen. Dies bedeutet, dass die neuen TLDs eine willkommene Möglichkeit ist für ICANN´s Hauptakteure Geld zu machen,  aber für Unternehmen und die breite Öffentlichkeit lediglich Kosten und Verwirrung verursacht.

 

 

 

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