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Domainpulse 2011 Palais Ferstel

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Domain pulse 2011 in Wien: Skepsis bei neuen TLDs

Geschrieben am 21 Februar 2011 von von Domainvermarkter

Von Matthias Maier

Am 17. Februar war es wieder soweit: Mit dem Domain pulse läuteten die drei Registrierungsstellen von Deutschland, Österreich und der Schweiz den Beginn des Domain-Jahres ein. In diesem Jahr lud nic.at in die österreichische Hauptstadt Wien ein – und fast 400 Teilnehmer ließen sich nicht lange bitten.

Wieviel Staat braucht das Internet?

Zum Auftakt stand zunächst das Thema Internet Governance auf dem Programm. In seiner engagiert vorgetragenen Key-Note setzte sich Professor Volker Mayer-Schönberger von der Universität Oxford mit dem aktuellen Stand der Internetselbstverwaltung auseinander und zeigte einige künftige Herausforderungen auf, denen die Stakeholder von ICANN vor allem angesichts der zunehmenden Begehrlichkeiten von Nationalstaaten wie beispielsweise China gegenüberstehen. Die anschließende Paneldiskussion unter Leitung von Professor Wolfgang Kleinwächter stellte die Frage ins Zentrum, wie viel Staat oder vielmehr wie viel Regulierung das Internet benötigt. Ein kontroverser Meinungsaustausch fand jedoch nicht statt, da sowohl die Repräsentanten von staatlichen Behörden aus Österreich, Deutschland und der Schweiz als auch die Vertreter der Unternehmen Verizon und Nokia Siemens Networks sich im Grunde einig waren, dass die Internet-Regulierung in der gegenwärtigen Form weitgehend zur Zufriedenheit aller Parteien funktioniert.

Domainpulse 2011 Palais Ferstel

Viel Interesse bei der Domain pulse 2011 im Palais Ferstel

Die Domain ist tot – Es lebe die Domain?

Nach einem Ausblick auf die künftige Medienentwicklung stand am Nachmittag die speziell für Domainer spannende Panel-Diskussion mit dem Thema „Die Domain ist tot – Es lebe die Domain?“ an. Sabine Hoffmann, Inhaberin einer Kommunikationsagentur, Christian Kallenberg, Verlag Mitte Editionen, sowie Tim Schumacher, Gründer von SEDO, diskutierten die Frage, ob der große und zunehmende Erfolg von Social Media-Plattformen wie Facebook das Ende der Domains einläutet. Der Hintergrund: Der Verlag Mitte Editionen hatte beschlossen, die Website der Männer-Zeitschrift FHM zugunsten der Facebook-Fanseite des Magazins einzustellen. Wie in seinem Artikel „Albtraumadressen“ bereits ausgeführt sagte Schumacher, dass dies zu kurzfristig gedacht und mitunter gefährlich sein könne. Denn damit begebe sich das Magazin in eine große Abhängigkeit von einem profitorientierten Unternehmen und verliere so auch teilweise die Kontrolle über seine Inhalte. Irgendwann würden Social Media Anbieter wie Facebook Gewinne abschöpfen wollen, so die Warnung von Schumacher.

Tim Schumacher (SEDO) auf der Domainpulse 2011

Tim Schumacher (SEDO) auf der Domainpulse 2011

Agenturchefin Hoffmann betonte, dass Facebook ihrer Ansicht als „große Einkaufsstraße“ zu verstehen sei, die Unternehmen als Marketingtool nutzen sollten. Sie sieht die Herausforderung vor allem darin, Facebook und andere Social Media Kanäle intelligent mit bestehenden Kommunikationstools zu integrieren. Dass FHM auf seiner Facebook-Seite keine Leser-Posting zulasse, finde sie schade. Denn so werde viel Potenzial für Interaktion mit Lesern und Interessenten verschenkt.

Kallenberg betonte jedoch, dass dies eine bewusste Entscheidung gewesen sei, um den Ruf des Magazins besser schützen zu können.

Schumacher betonte im weiteren Verlauf der Diskussion, dass trotz spektakulärer Domainverkäufe die Durchschnittspreise weitgehend konstant blieben. Als Grund hierfür sieht er vor allem, dass Unternehmen nicht mehr bereit seien, große Summen für Domains auszugeben. Dass sich die in den vergangenen 10 Jahren eingeführten Top-Level-Domains nicht wie von einigen erhofft durchgesetzt hätten, liegt seiner Ansicht nach an den Verbrauchererwartungen. Internetnutzer seien beispielsweise daran gewöhnt, deutsche Unternehmen über eine .de-Domain und österreichische über eine .at-Domain zu erreichen. Auch die geplanten neue TLDs würden dies nicht fundamental ändern. Letztendlich waren sich Hoffmann und Schumacher einig, dass die Domain auch künftig ihren Stellenwert im Kommunikationsmix von Unternehmen verteidigen kann. Denn schließlich baue man sein Haus ja auch nicht auf einem Grundstück, das einem nicht gehöre, argumentierte Schumacher.

Registrarbranche wenig innovationsfreudig?

Neben technischen und juristischen Vorträgen zu Themen wie Internet-Traffic, Bot-Netzen, DNSSEC beziehungsweise zu aktuellen Fragen der Infrastruktur- und Inhaltsregulierung hielt insbesondere der Vortrag von Thomas Rickert vom Verband eco einige interessante Einblicke in den Domain-Markt bereit. So sehen 33 Prozent der Unternehmen, die an der Umfrage teilgenommen hatten, kein Marktpotenzial für Domainer-spezifische Dienstleistungen. 40 Prozent schlagen ihren Kunden keine Domains vor, die noch registriert werden könnten. Und nur die Hälfte der Unternehmen plant in den nächsten 12 Monaten, sich stärker mit dem Sekundärmarkt zu befassen. Die Registrarbranche sei also, so Rickert, nicht so innovationsfreudig wie man dies erwarten hätte können.

Domainpulse 2011 Palais Ferstel

Wie hell leuchtet das Licht über den neuen TLDs wirklich?

Neue TLDs – werden es weniger als erwartet?

Die Erfolgsaussichten neuer Top-Level-Domains werden sehr unterschiedlich bewertet. Die größte Zurückhaltung zeigten die Umfrageteilnehmer bei Firmen-TLDs. Im konkreten Einzelfall wie Community-TLDs bewerteten sie die Erfolgsaussichten deutlich positiver.

Die letzten Verzögerungen bei der Arbeit der ICANN Community am Applicant Guidebook zeichnete Dirk Krischenowski von Dotzon nach. Er gab einen Überblick über die derzeit bekannten Plänen hinsichtlich branchenspezifischer TLDs, geographischer TLDs, Marken-TLDs wie .facebook, .google, und anderer. Angesichts der zahlreichen und mitunter hohen Hürden wie finanziellen und technischen Anforderungen kam Krischenowski zu dem Schluss, dass es wohl weniger neue TLDs in die Rootzone eingetragen werden als erwartet.

Es bleibt also abzuwarten, ob beim nächsten Domain pulse, der am 13. und 14. Februar 2012 in Essen stattfinden wird, bereits über das laufende Bewerbungsverfahren gesprochen werden kann – oder ob auch dann darüber spekuliert werden muss, wann ICANN die endgültige Version des Applicant Guidebook vorlegen wird.

Bitte beachten Sie auch unseren Artikel: Impressionen von dem Domain pulse 2011

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Impressionen von dem Domain pulse 2011

Geschrieben am 21 Februar 2011 von von Christoph Grueneberg

Am 17. und 18. Februar 2011 fand der nun mittlerweile achte Domain pulse statt. Die Veranstaltung wird abwechselnd von den drei Registries DENIC, NIC.at und SWITCH organisiert.

Die diesjährige Veranstaltung setzte Maßstäbe was Teilnehmerzahl, Veranstaltungsort und Programm betrifft.

Teilnehmer: Unter den über 300 Teilnehmern waren auch wieder zahlreiche Domainer vertreten, wenn auch diesmal wegen der zahlreichen Erkrankungen nach dem Domainfest einige Kollegen absagen mussten. Dennoch ist der Domain pulse eine Veranstaltung, wo die Registries tatsächlich auf ihre wichtigsten Kunden treffen. Schon auf den vergangenen Tagungen gelang es so in persönlichen Gesprächen einige Aufklärungsarbeit aus Domainersicht zu leisten.

Domainpulse 2011 Palais Ferstel

Domain pulse 2011 Palais Ferstel

Veranstaltungsort: Das Palais Ferstel in Wien gab dem Domain pulse einen prachtvollen Rahmen. Aber nicht nur der Tagungsort begeisterte: Vor der eigentlichen Abendveranstaltung in der Orangerie des Schlosses Schönbrunn gab es ein Privatissimum in der Königlich Spanischen Hofreitschule.

Domainpulse 2011 Nils Müller TrendONE

Domain pulse 2011 Nils Müller TrendONE

Programm: Die Tagung war vollgepackt mit interessanten Vorträgen und Diskussionen zu Domainpolitik, -technik und Zukunftsszenarien. Für jeden Teilnehmer gab es hier genügend interessante Themen, so dass der Saal immer gut gefüllt war.

So gab Nils Müller von TrendONE  einen fundierten Ausblick in die technische und soziale Zukunft der nächsten Jahre. Nicht wenige Teilnehmer staunten, was mittlerweile schon alles “Fakt” und längst nicht mehr “Fiktion” ist. Dies war zudem ein interessanter Kontrast zum Zukunftsforscher Matthias Horx, der drei Jahre zuvor Gastredner auf dem Domainpulse Österreich war (Hier der Beitrag bei Youtube).

Domainpulse 2011 Abendveranstaltung Orangerie Schloß Schönbrunn

Mozartkugeln aus Salzburg gehören natürlich bei der nic.at dazu!

Aus Sicht der anwesenden Domainer war natürlich die Diskussion „Die Domain ist tot – es lebe die Domain?“ sehr spannend, die sich Thematisch auf den Artikel von Tim Schumacher (SEDO) „Albtraum-Adressen“: Welche Gefahren Facebook, Google, Twitter und Apple für Unternehmen bergen“ aus dem Domainvermarkter-Magazin Nr. 4 bezog. Hier stellte sich der ehemalige FHM-Chefredakteur Christian Kallenberg der in dem Artikel geäußerten Kritik von Tim Schumacher, dass FHM auf seinen Webauftritt verzichtet hatte und statt dessen auf eine Facebook-Seite umleitete (Das FHM-Magazin wurde ironischerweise in Deutschland mittlerweile eingestellt).

Auch außerhalb der Vorträge drehten sich viele Gespräche über die Auswirkungen von Facebook auf die Domain- und Internetwelt. Als Internetseite ist es geradezu ein MUSS über Facebook Beziehungen zu den eigenen Lesern und Kunden aufzubauen. Zu lange sollte man nicht warten, denn wer will schon bei Null Fans starten, wenn die Konkurrenz schon hunderte oder tausende Fans gesammelt hat? Die Anzahl der Fans ist schon jetzt ein wichtiges Kriterium für die Glaubwürdigkeit einer Webseite.

Domainpulse 2011 Abendveranstaltung Orangerie Schloß Schönbrunn

Domain pulse 2011 Abendveranstaltung Orangerie Schloß Schönbrunn

Wie wird sich die Suche in Zukunft verändern? Wenn wir Webseiten, Restaurants, Geschäfte, die uns von Freunden und Freundesfreunden vorgeschlagen werden, in den Suchergebnissen zuerst sehen?

Suchmaschinenoptimierung ohne echte Facebookfreunde und deren Empfehlungen dürfte in Zukunft schwer werden.

Der nächste Domain pulse wird am 13. und 14 Februar 2012 von der DENIC ausgetragen, vorgesehener Tagungsort ist Essen im Ruhrgebiet.

Weitere Informationen und Impressionen gibt es auf der Seite Domainpulse.org

Bitte beachten Sie auch unseren Bericht Domain pulse 2011 in Wien: Skepsis bei neuen TLDs

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Domainpulse 2011 in Wien

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Domainpulse 2011 in Wien

Geschrieben am 07 Januar 2011 von von Christoph Grueneberg

Jährlich wechseln sich DENIC, nic.at und der SWITCH mit der Organisation der Veranstaltung Domainpulse ab.

Dieses Jahr (2011) geht es nach Wien in Österreich. Die Teilnahme ist kostenlos, die Teilnehmerplätze sind allerdings begrenzt. In den vergangenen Jahren ist es nicht selten zu langen Wartelisten gekommen.

Neben den Registraren, den Partnern der Registries für .de, .at und .ch hat sich die Domainpulse in den vergangenen Jahren auch zu einem festen Treffpunkt für Domainer entwickelt. Mit meist mehr als 30 Teilnehmern zeigen die Domainer quasi stellvertretend für alle Domain-Endkunden Präsenz.  Aufklärungsarbeit wird dabei auch geleistet, konnten sich doch vor drei Jahren ein Vorstand eines der grössten deutschen DENIC-Mitglieder noch nicht vorstellen, wofür jemand mehrere tausend Domains registrieren sollte…

Veranstaltungsort
Der Domainpulse 2011 findet im Palais Ferstel, Herrengasse 14 in 1010 Wien statt
Termin: 17. und 18. Februar Palais Festel

Programm: Siehe hier

Weitere Informationen unter www.domainpulse.org

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