Tag Archive | "Tim Schumacher"

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Sedo-Gründer Tim Schumacher wechselt in den Aufsichtsrat, neuer CEO wird Tobias Flaitz

Geschrieben am 05 Dezember 2011 von von Christoph Grueneberg

In einer Ad-Hoc Meldung gibt der Sedo Gründer Tim Schumacher seinen Rückzug aus dem operativen Geschäft der Sedo-Holding bekannt. Tim Schumacher wechselt in den Aufsichtsrat.:

“Der Aufsichtsrat der Sedo Holding AG in Köln hat Tobias Flaitz (40), kommend von Hubert Burda Media, zum künftigen CEO/Vorstand von Sedo bestellt. Er folgt zum 01. Februar 2012 dem Sedo-Gründer und jetzigen Vorstandssprecher Tim Schumacher (35), der aus persönlichen Gründen zum 31. Dezember 2011 aus dem Vorstand ausscheidet. Bei der nächsten ordentlichen Hauptversammlung 2012 ist der Aufsichtsrat neu zu wählen. Auf Vorschlag der United Internet AG beabsichtigt der Aufsichtsrat, Tim Schumacher als neues Aufsichtsratsmitglied zur Wahl vorzuschlagen.

Tim Schumacher gründete 2001 gemeinsam mit Marius Würzner, Ulrich Essmann und Ulrich Priesner die Sedo GmbH, und führte das Unternehmen zum Weltmarktführer im Domain-Handel. 2007 wurde er von Ernst & Young Deutschland zum „Entrepreneur des Jahres“ gekürt. 2009 wurde er Vorstandsvorsitzender der Sedo Holding AG, die neben dem Geschäftsfeld Sedo auch ‚affilinet‘, einen der führenden europäischen Affiliate-Marketing-Anbieter, umfasst.
Tobias Flaitz verfügt über einen Abschluß als Diplom-Ingenieur und hält einen MBA der Universitäten St. Gallen, Schweiz, und Berkeley, USA. Er arbeitete viele Jahre erfolgreich als Consultant für Accenture sowie Booz & Co. in Europa, den USA und arabischen Ländern. Seit  2007 war Tobias Flaitz bei Hubert Burda Media in München in leitenden Positionen im Strategie- und Business Development tätig.
„Im Namen des Aufsichtsrats möchte ich mich sehr herzlich bei Tim Schumacher für die langjährige, sehr gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit, den hohen persönlichen Einsatz und die besonderen Leistungen für die Gesellschaft bedanken. Er gründete und führte Sedo vom Startup zum weltweit führenden Marktplatz für den Handel mit Domains und dem führenden Anbieter im Domain-Parking“, so Michael Scheeren, Aufsichtsratsvorsitzender der Sedo Holding AG. „Wir freuen uns, dass Tim Schumacher für eine weitere Zusammenarbeit im Aufsichtsrat zur Verfügung steht. Gleichzeitig freuen wir uns, Tobias Flaitz als erfahrenen Manager mit Kompetenz in digitalen Geschäftsmodellen und Beratungsexpertise in Strategieentwicklung und Prozessoptimierung gewonnen zu haben, der das Wachstum von Sedo in den nächsten Jahren vorantreiben wird.“  “

 

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Moniker und Dotster nun auch bei SedoMLS

Geschrieben am 20 Oktober 2011 von von Christoph Grueneberg

Sedo hat für sein Verkaufsnetzwerk SedoMLS (Sedo Multi-Listing-Service) zwei neue weitere wichtige Partner gewinnen können: Moniker und Dotster. Bemerkenswert an dieser Entwicklung:  Moniker ist eine Firma von Oversee.net. Zu Oversee.net gehört mit Domainsponsor auch ein direkter Sedo-Konkurrent im Bereich Domainparking.

Auch der Registrar Dotster konnte für das SedoMLS Netzwerk gewonnen werden und geht nun eine erneute Partnerschaft mit Sedo ein. Bereits in der Vergangenheit, bevor Sedo sein MLS-Program ins Leben gerufen hatte, kooperierten beide Unternehmen schon miteinander. Sedo integrierte damals die Dotster Verkaufslisten in seinem System. Darüber hinaus erwarb Sedo, im Jahr 2009 den Domain-Parking-Anbieter RevenueDirect von Dotster, für 825.000 $.

Die beiden neuen Partner sind ein großer Gewinn für das SedoMLS Netzwerk. Der Registrar Dotster managed laut webhosting.info mehr als eine Million Domains und ist der weltweit 18. größte Domain-Registrar; Moniker liegt mit 2,2 Mio verwalteten Domains auf Platz 10.

“Ein ausschlaggebender Faktor für den Erfolg eines Unternehmens ist die Wirksamkeit des Domainnamens, um es Usern zu erlauben, ihn zu finden und sich an ihn zu erinnern. Es gibt keinen Grund für Unternehmer, sich mit weniger als dem idealen Domainnamen zufrieden zu geben”, so Craig Snyder, General Manager von Moniker. “Wir unterstützen Unternehmen dabei, ideale Domains zu finden und können auf Erfahrungen aus mehr als einem Jahrzehnt zurück blicken. Durch die Ausweitung unserer Partnerschaft mit SEDO können wir nun auch den Zugang zu Millionen von bereits registrierten und zum Verkauf stehenden Domains anbieten.”

“Genau wie Grundstücke sind Domains einzigartige Vermögenswerte, die im Wert steigen, wenn sie bei einem Registrar gekauft werden”, sagt Tim Schuhmacher, CEO bei SEDO. “Einen Namen direkt aus einer Registratur zu kaufen ist die beste Lösung, doch der perfekte Name wird nicht immer verfügbar sein. Durch unsere Partnerschaft mit Moniker sind wir in der Lage, den Leute die größte Anzahl an Domain-Möglichkeiten zu bieten. Auf diese Weise können sie eine geeignete und fundierte Wahl treffen, wenn sie eine Domain für ihr Unternehmen kaufen möchten.”

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SedoPro World Tour macht Station in Köln

Geschrieben am 01 März 2011 von von Christoph Grueneberg

Von Mittwoch, den 02.03., bis Freitag, den 04.03.2011, macht die SedoPro-World-Tour Station in Köln. Bisherige Veranstaltungsorte der Sedo-Kundenveranstaltung waren Boston (USA), Seoul (Korea), Toskana (Italien) und London (England). Continue Reading

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Domainpulse 2011 Palais Ferstel

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Domain pulse 2011 in Wien: Skepsis bei neuen TLDs

Geschrieben am 21 Februar 2011 von von Domainvermarkter

Von Matthias Maier

Am 17. Februar war es wieder soweit: Mit dem Domain pulse läuteten die drei Registrierungsstellen von Deutschland, Österreich und der Schweiz den Beginn des Domain-Jahres ein. In diesem Jahr lud nic.at in die österreichische Hauptstadt Wien ein – und fast 400 Teilnehmer ließen sich nicht lange bitten.

Wieviel Staat braucht das Internet?

Zum Auftakt stand zunächst das Thema Internet Governance auf dem Programm. In seiner engagiert vorgetragenen Key-Note setzte sich Professor Volker Mayer-Schönberger von der Universität Oxford mit dem aktuellen Stand der Internetselbstverwaltung auseinander und zeigte einige künftige Herausforderungen auf, denen die Stakeholder von ICANN vor allem angesichts der zunehmenden Begehrlichkeiten von Nationalstaaten wie beispielsweise China gegenüberstehen. Die anschließende Paneldiskussion unter Leitung von Professor Wolfgang Kleinwächter stellte die Frage ins Zentrum, wie viel Staat oder vielmehr wie viel Regulierung das Internet benötigt. Ein kontroverser Meinungsaustausch fand jedoch nicht statt, da sowohl die Repräsentanten von staatlichen Behörden aus Österreich, Deutschland und der Schweiz als auch die Vertreter der Unternehmen Verizon und Nokia Siemens Networks sich im Grunde einig waren, dass die Internet-Regulierung in der gegenwärtigen Form weitgehend zur Zufriedenheit aller Parteien funktioniert.

Domainpulse 2011 Palais Ferstel

Viel Interesse bei der Domain pulse 2011 im Palais Ferstel

Die Domain ist tot – Es lebe die Domain?

Nach einem Ausblick auf die künftige Medienentwicklung stand am Nachmittag die speziell für Domainer spannende Panel-Diskussion mit dem Thema „Die Domain ist tot – Es lebe die Domain?“ an. Sabine Hoffmann, Inhaberin einer Kommunikationsagentur, Christian Kallenberg, Verlag Mitte Editionen, sowie Tim Schumacher, Gründer von SEDO, diskutierten die Frage, ob der große und zunehmende Erfolg von Social Media-Plattformen wie Facebook das Ende der Domains einläutet. Der Hintergrund: Der Verlag Mitte Editionen hatte beschlossen, die Website der Männer-Zeitschrift FHM zugunsten der Facebook-Fanseite des Magazins einzustellen. Wie in seinem Artikel „Albtraumadressen“ bereits ausgeführt sagte Schumacher, dass dies zu kurzfristig gedacht und mitunter gefährlich sein könne. Denn damit begebe sich das Magazin in eine große Abhängigkeit von einem profitorientierten Unternehmen und verliere so auch teilweise die Kontrolle über seine Inhalte. Irgendwann würden Social Media Anbieter wie Facebook Gewinne abschöpfen wollen, so die Warnung von Schumacher.

Tim Schumacher (SEDO) auf der Domainpulse 2011

Tim Schumacher (SEDO) auf der Domainpulse 2011

Agenturchefin Hoffmann betonte, dass Facebook ihrer Ansicht als „große Einkaufsstraße“ zu verstehen sei, die Unternehmen als Marketingtool nutzen sollten. Sie sieht die Herausforderung vor allem darin, Facebook und andere Social Media Kanäle intelligent mit bestehenden Kommunikationstools zu integrieren. Dass FHM auf seiner Facebook-Seite keine Leser-Posting zulasse, finde sie schade. Denn so werde viel Potenzial für Interaktion mit Lesern und Interessenten verschenkt.

Kallenberg betonte jedoch, dass dies eine bewusste Entscheidung gewesen sei, um den Ruf des Magazins besser schützen zu können.

Schumacher betonte im weiteren Verlauf der Diskussion, dass trotz spektakulärer Domainverkäufe die Durchschnittspreise weitgehend konstant blieben. Als Grund hierfür sieht er vor allem, dass Unternehmen nicht mehr bereit seien, große Summen für Domains auszugeben. Dass sich die in den vergangenen 10 Jahren eingeführten Top-Level-Domains nicht wie von einigen erhofft durchgesetzt hätten, liegt seiner Ansicht nach an den Verbrauchererwartungen. Internetnutzer seien beispielsweise daran gewöhnt, deutsche Unternehmen über eine .de-Domain und österreichische über eine .at-Domain zu erreichen. Auch die geplanten neue TLDs würden dies nicht fundamental ändern. Letztendlich waren sich Hoffmann und Schumacher einig, dass die Domain auch künftig ihren Stellenwert im Kommunikationsmix von Unternehmen verteidigen kann. Denn schließlich baue man sein Haus ja auch nicht auf einem Grundstück, das einem nicht gehöre, argumentierte Schumacher.

Registrarbranche wenig innovationsfreudig?

Neben technischen und juristischen Vorträgen zu Themen wie Internet-Traffic, Bot-Netzen, DNSSEC beziehungsweise zu aktuellen Fragen der Infrastruktur- und Inhaltsregulierung hielt insbesondere der Vortrag von Thomas Rickert vom Verband eco einige interessante Einblicke in den Domain-Markt bereit. So sehen 33 Prozent der Unternehmen, die an der Umfrage teilgenommen hatten, kein Marktpotenzial für Domainer-spezifische Dienstleistungen. 40 Prozent schlagen ihren Kunden keine Domains vor, die noch registriert werden könnten. Und nur die Hälfte der Unternehmen plant in den nächsten 12 Monaten, sich stärker mit dem Sekundärmarkt zu befassen. Die Registrarbranche sei also, so Rickert, nicht so innovationsfreudig wie man dies erwarten hätte können.

Domainpulse 2011 Palais Ferstel

Wie hell leuchtet das Licht über den neuen TLDs wirklich?

Neue TLDs – werden es weniger als erwartet?

Die Erfolgsaussichten neuer Top-Level-Domains werden sehr unterschiedlich bewertet. Die größte Zurückhaltung zeigten die Umfrageteilnehmer bei Firmen-TLDs. Im konkreten Einzelfall wie Community-TLDs bewerteten sie die Erfolgsaussichten deutlich positiver.

Die letzten Verzögerungen bei der Arbeit der ICANN Community am Applicant Guidebook zeichnete Dirk Krischenowski von Dotzon nach. Er gab einen Überblick über die derzeit bekannten Plänen hinsichtlich branchenspezifischer TLDs, geographischer TLDs, Marken-TLDs wie .facebook, .google, und anderer. Angesichts der zahlreichen und mitunter hohen Hürden wie finanziellen und technischen Anforderungen kam Krischenowski zu dem Schluss, dass es wohl weniger neue TLDs in die Rootzone eingetragen werden als erwartet.

Es bleibt also abzuwarten, ob beim nächsten Domain pulse, der am 13. und 14. Februar 2012 in Essen stattfinden wird, bereits über das laufende Bewerbungsverfahren gesprochen werden kann – oder ob auch dann darüber spekuliert werden muss, wann ICANN die endgültige Version des Applicant Guidebook vorlegen wird.

Bitte beachten Sie auch unseren Artikel: Impressionen von dem Domain pulse 2011

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Impressionen von dem Domain pulse 2011

Geschrieben am 21 Februar 2011 von von Christoph Grueneberg

Am 17. und 18. Februar 2011 fand der nun mittlerweile achte Domain pulse statt. Die Veranstaltung wird abwechselnd von den drei Registries DENIC, NIC.at und SWITCH organisiert.

Die diesjährige Veranstaltung setzte Maßstäbe was Teilnehmerzahl, Veranstaltungsort und Programm betrifft.

Teilnehmer: Unter den über 300 Teilnehmern waren auch wieder zahlreiche Domainer vertreten, wenn auch diesmal wegen der zahlreichen Erkrankungen nach dem Domainfest einige Kollegen absagen mussten. Dennoch ist der Domain pulse eine Veranstaltung, wo die Registries tatsächlich auf ihre wichtigsten Kunden treffen. Schon auf den vergangenen Tagungen gelang es so in persönlichen Gesprächen einige Aufklärungsarbeit aus Domainersicht zu leisten.

Domainpulse 2011 Palais Ferstel

Domain pulse 2011 Palais Ferstel

Veranstaltungsort: Das Palais Ferstel in Wien gab dem Domain pulse einen prachtvollen Rahmen. Aber nicht nur der Tagungsort begeisterte: Vor der eigentlichen Abendveranstaltung in der Orangerie des Schlosses Schönbrunn gab es ein Privatissimum in der Königlich Spanischen Hofreitschule.

Domainpulse 2011 Nils Müller TrendONE

Domain pulse 2011 Nils Müller TrendONE

Programm: Die Tagung war vollgepackt mit interessanten Vorträgen und Diskussionen zu Domainpolitik, -technik und Zukunftsszenarien. Für jeden Teilnehmer gab es hier genügend interessante Themen, so dass der Saal immer gut gefüllt war.

So gab Nils Müller von TrendONE  einen fundierten Ausblick in die technische und soziale Zukunft der nächsten Jahre. Nicht wenige Teilnehmer staunten, was mittlerweile schon alles “Fakt” und längst nicht mehr “Fiktion” ist. Dies war zudem ein interessanter Kontrast zum Zukunftsforscher Matthias Horx, der drei Jahre zuvor Gastredner auf dem Domainpulse Österreich war (Hier der Beitrag bei Youtube).

Domainpulse 2011 Abendveranstaltung Orangerie Schloß Schönbrunn

Mozartkugeln aus Salzburg gehören natürlich bei der nic.at dazu!

Aus Sicht der anwesenden Domainer war natürlich die Diskussion „Die Domain ist tot – es lebe die Domain?“ sehr spannend, die sich Thematisch auf den Artikel von Tim Schumacher (SEDO) „Albtraum-Adressen“: Welche Gefahren Facebook, Google, Twitter und Apple für Unternehmen bergen“ aus dem Domainvermarkter-Magazin Nr. 4 bezog. Hier stellte sich der ehemalige FHM-Chefredakteur Christian Kallenberg der in dem Artikel geäußerten Kritik von Tim Schumacher, dass FHM auf seinen Webauftritt verzichtet hatte und statt dessen auf eine Facebook-Seite umleitete (Das FHM-Magazin wurde ironischerweise in Deutschland mittlerweile eingestellt).

Auch außerhalb der Vorträge drehten sich viele Gespräche über die Auswirkungen von Facebook auf die Domain- und Internetwelt. Als Internetseite ist es geradezu ein MUSS über Facebook Beziehungen zu den eigenen Lesern und Kunden aufzubauen. Zu lange sollte man nicht warten, denn wer will schon bei Null Fans starten, wenn die Konkurrenz schon hunderte oder tausende Fans gesammelt hat? Die Anzahl der Fans ist schon jetzt ein wichtiges Kriterium für die Glaubwürdigkeit einer Webseite.

Domainpulse 2011 Abendveranstaltung Orangerie Schloß Schönbrunn

Domain pulse 2011 Abendveranstaltung Orangerie Schloß Schönbrunn

Wie wird sich die Suche in Zukunft verändern? Wenn wir Webseiten, Restaurants, Geschäfte, die uns von Freunden und Freundesfreunden vorgeschlagen werden, in den Suchergebnissen zuerst sehen?

Suchmaschinenoptimierung ohne echte Facebookfreunde und deren Empfehlungen dürfte in Zukunft schwer werden.

Der nächste Domain pulse wird am 13. und 14 Februar 2012 von der DENIC ausgetragen, vorgesehener Tagungsort ist Essen im Ruhrgebiet.

Weitere Informationen und Impressionen gibt es auf der Seite Domainpulse.org

Bitte beachten Sie auch unseren Bericht Domain pulse 2011 in Wien: Skepsis bei neuen TLDs

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„Albtraum-Adressen“: Welche Gefahren Facebook, Google, Twitter und Apple für Unternehmen bergen

Geschrieben am 21 Februar 2011 von von Domainvermarkter-Magazin

Zuerst veröffentlicht im Domainvermarkter-Magazin Ausgabe 04

Von Tim Schumacher, CEO der Sedo GmbH und Vorstand der Sedo Holding AG

Der Einsatz einer einprägsamen Internetadresse ist einer der wichtigs­ten Erfolgsfaktoren für Unternehmen im Online-Business. In fast jeder Wer­bung findet man den Domainnamen des Unternehmens oder eines unter­nehmenseigenen Produktes aufge­führt. Entweder in Verbindung mit .de oder, je nach globaler Ausrichtung und Herkunft, auch unter .com.

Doch seit wenigen Monaten kann man weltweit eine beunruhigen­de Entwicklung beobachten. Immer häufiger rückt der Domain-Name in der Werbung in den Hintergrund. Insbesondere Domainnamen von Un­ternehmen, die sich als Trendsetter verstehen und auf den „Social Media“- Zug aufspringen wollen. Da werden Facebook- und Twitteradressen so­wie iPhone-Applikationen beworben. Teilweise wird man sogar dazu ange­leitet, wie der Suchbegriff bei einer Suchmaschine wie z. B. Google ausse­hen muss, damit man ans Ziel kommt. Auch vorhandene Webseiten und be­reits bestehende, klassische Kommu­nikationswege werden dazu genutzt, diese neuen Kanäle zu bewerben.

Ich habe mich selbst dabei erwischt, dass ich dieses Verhalten in meiner Firma Sedo gefördert habe, beseelt von dem Gefühl, dadurch ein Trend­setter zu sein. Daher promoten wir nicht nur unseren eigenen Firmen­namen Sedo.de (respektive Sedo. com, für dessen Domainkauf wir 2003 etwa 80.000 USD investierten), sondern auch unseren Twitter-Ac­count (twitter.com/SedoDE) und un­ser Facebook-Profil (facebook.com/Sedo). Wir schalten darüber hinaus für das Keyword “Sedo” Werbung auf Google, Yahoo und Bing. Unsere ei­gens entwickelte iPhone-Applikation wird in Kürze erscheinen. Wir haben uns so sehr auf diese Bemühungen versteift, dass wir, wie so viele andere Unternehmen auch, die Gefahren aus den Augen verloren haben.

Wir machen uns abhängig

Das Problem ist Folgendes: Es ist schick und modern, all diese bereits erwähnten Kanäle zusätzlich für Werbezwecke und Kunden-Interakti­on zu nutzen. Doch schaut man hin­ter die Fassade von Web 2.0/Social Media, ist es schlichtweg falsch und gefährlich, hauptsächlich diese Ka­näle als Zulieferer von Usern zu ver­wenden. Was folgt ist Kontrollverlust, Abhängigkeit, hohe Kosten, die auf einen zukommen und im Extrem­fall sämtliche Gewinne eines Unter­nehmens auffressen können. Unter­nehmen, die ihr Marketing-Gebaren komplett nach den Web-Giganten wie Facebook, Google oder Apple richten, legen das eigene Schicksal in die Hände dieser Provider.

Dabei können folgende drei Szenarien eintreten:

  1. Die Provider können jedes Unternehmen eigenmächtig ausschließen, mit oder ohne Begründung. Ich möchte an dieser Stelle an die Vorgehensweise von Apple erinnern, bei der sämtliche Apps mit erotischem Inhalt entfernt wurden. Auch wenn sich über das Für und Wider von Erotikinhalten streiten lässt, zeigt dieses Vorgehen, wie abhängig ein gesamter Wirtschaftszweig vom Verhalten eines Branchenriesen ist.
  2. Die Provider können pleitegehen, und es gibt keine ordnungspolitische Regelung für „den Tag danach“. Sie halten das für unwahrscheinlich? Erinnern Sie sich an FortuneCity oder GeoCities? Das waren einst sehr gehypte Vorgänger der Social Communities kombiniert mit einem einfachen Webseiten-Hosting. Stellen Sie sich einfach Facebook ohne das Jeder-kennt-Jeden-Prinzip und in einer Zeit mit weitaus niedrigerer Internet-Nutzung vor. Nichtsdestotrotz wurde GeoCities im Jahr 2009 von Yahoo eingestampft – nachdem sie es 10 Jahre zuvor für den Riesenbetrag von 2,87 Milliarden USD erworben hatten.
  3. Die größte Gefahr: Die Provider können und werden ihre Profite maximieren, sobald eine kritische Masse erreicht ist! Wechselhürden (sog. „Switching costs“) entstehen und Profit-Ziele werden den Wachstums-zielen folgen. Wenn Ihr Unternehmen 1 Million Facebook Fans oder Follower bei Twitter hat, wie wird Ihre Ausgangslage bei Verhandlungen sein, wenn der Provider auf einmal hohe Gebühren verlangen wird? Wenn Sie eine hohe Nutzeranzahl für Ihre iPhone App haben, wie sieht Ihre Verhandlungsposition aus, wenn Apple auf einmal eine höhere Gewinnbeteiligung verlangt? Wenn Sie Ihre Geschäfte hauptsächlich über Google machen, wie wird Ihre Verhandlungsposition aussehen, wenn Sie auf einmal nicht mehr in der organischen Suche gelistet werden, Google Ihnen aber anbietet, dass Sie für eine bestimmte Gebühr in der bezahlten Werbung erscheinen könnten?

Alle oben erwähnten Bedrohungen sind realistisch, und trotzdem scheinen sie bei all dem Hype unterzugehen.

Vermeiden Sie geschlossene Systeme

Wer sein Online-Business hauptsäch­lich auf dem Rücken von Facebook, Twitter, Google oder Apple aufbaut, baut sein Eigentum auf einem gemie­teten Grundstück auf, dessen Kontrol­le der Grundstücksbesitzer hat. Eines Tages könnten Sie zu hören bekom­men: „Vielen Dank, dass Sie dieses prächtige Hotel auf meinem Grund­stück aufgebaut haben, Ihre Mie­te erhöht sich nun von 1 US-Dollar monatlich auf 100.000 US-Dollar pro Jahr.“

Die Zeitschrift FHM kündigte erst kürzlich an, die eigene Domain fhm-magazin.de aufzugeben. Geht man heute auf fhm-magazin.de, landet man tatsächlich auf der bei Facebook eingerichteten Profilseite. (Anmerkung: zum Zeitpunkt der Drucklegung stimmte dies, derzeit ist eine Überarbeitungs-Seite geschaltet) Kurzfristig eine gute PR für FHM, aber langfristig gedacht der falsche Schritt, denn Face­book hat viele Einschränkungen: Erst kürzlich wurde entschieden, dass man von seinem Profil aus nicht mehr auf andere Institutionen (Schulen, Univer­sitäten, Firmen) verlinken kann, son­dern nur auf das jeweilige Facebook- Profil der Institution, falls vorhanden. Prinzipiell versucht man hier, das pro­prietäre (geschlossene) System beizu­behalten. Sorgen Sie dafür, dass Ihnen das nicht passiert.

Wenn Sie ein Profil auf Facebook und einen Twitteraccount mit dem richtigen Namen haben, haben Sie zumindest vorgesorgt, dass Ihnen kein Konkurrent den Begriff streitig machen kann. Setzen Sie diese Kanäle entsprechend sinnvoll ein, zeigen Sie damit, dass Sie für neue und innovative Kommunikationswege offen sind. Doch Ihr Domainname ist der wichtigste Baustein für Ihr Online- Business. Und das sollten Sie den Usern durch Ihre Marken- und Marketing- Kommunikation zeigen.

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