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Verisign: Über 233 Millionen registrierte Domains & stabiles Wachstum

Geschrieben am 19 Juli 2012 von von Domainvermarkter02

Der Betreiber der Registries für .com- und .net-Domains, Verisign, hat jüngst seinen vierteljährlich erscheinenden Domain-Name-Industry-Bericht veröffentlicht, der stets einen aufschlussreichen Einblick über die aktuellen Bewegungen auf dem Domainmarkt gewährt. Auf Grundlage verschiedenster, statistischer und analytischer Methoden analysiert Verisign in seinem Domain-Name-Industry-Bericht die jüngsten Entwicklungen und Tendenzen in der Domain-Branche.

Der aktuell veröffentlichte Domain-Name-Industry-Bericht betrachtet das erste Quartal 2012 (Q1/2012) und wertet dieses, auch im Vergleich zu den zurückliegenden Quartalen, aus.

Der Bericht zeigt, dass sich der Domainmarkt weiterhin auf einem stetigen Wachstumskurs befindet. Mit Abschluss des ersten Quartals 2012 waren, alle Top-Level-Domains zusammengenommen, mehr als 233 Millionen Domainnamen registriert. So viele wie niemals zuvor. Dies entspricht im Vergleich zum vorausgegangen vierten Quartal 2011 einem Wachstum von 3,3 Prozent, was in absoluten Zahlen ausgedrückt einer Zunahme von 7,5 Millionen registrierter Domainnamen entspricht. Im Vergleich zum Vorjahr (Q1/2011) bedeutet dies ein Wachstum um 23 Millionen, beziehungsweise 11 Prozentpunkte.

stabiles Wachstum auf Niveau des Vorjahres

Mit Blick auf die Country Code Top-Level-Domains (ccTLDs) lässt sich sogar ein noch deutlicheres Wachstum attestieren. 94,9 Millionen ccTLDs waren bis Ende März registriert, was im Vergleich zu Q4/2011 einer Steigerung von 4,8 Prozent und im Jahresvergleich um 16,2 Prozent entspricht.

Auch .com- und .net-Domains konnten erneut zulegen, allerdings liegt ihre Wachstumsrate im Quartalsvergleich zu Q4/2011 sowie im Jahresvergleich zum vorangegangenen Jahr 2011, mit 2,5 und 13,2 Prozent unter der, der oben bezifferten ccTLDs. In absoluten Zahlen bedeutet dies, dass 116,7 Millionen Domains mit .com- und .net-Domains registriert waren.
Wobei die .com-Domains im Verlauf des vergangenen Quartals Q1/2012, die magische Marke von 100 Millionen registrierter .com-Domains brechen konnte.

Insgesamt wurden in dem betrachteten Zeitraum von Januar bis März diesen Jahres 8,9 Millionen .com- und .net-Domains neu registriert. Dies entspricht einer Steigerung von 7,7 % im Jahresvergleich und 13,2 % im Vergleich zu Q4/2011.

.de führt weiter die Top-Ten der ccTLDs an

Bei den ccTLDs machen weiterhin die zehn am häufigsten registrierten Domainendungen, der insgesamt mehr als 290 ccTLDs die zu einer Registrierung zur Verfügung stehen, rund 60 Prozent aller registrierten Domains dieser Gruppe aus.

Die deutsche ccTLD .de führt diese Rangfolge der am meist registrierten Länder-Code Domains nach Abschluss des ersten Quartals 2012 weiterhin, vor der ccTLD .uk (Großbritannien) und .tk, der Länder-Code Domain der zu Neuseeland gehörenden Zwergen-Insel im Pazifischen Ozean Tokelau, an. Da die hauptsächliche kostenlose Vergabe von .tk erklärt hier die Masse der Registrierungen. Auch auf den folgenden Plätzen der Top-Ten ccTLDs haben sich im Vergleich zum vierten Quartal 2011 nahezu keine Änderungen ergeben, außer das die Länderkennung Australiens (.au), die Italiens (.it) von Rang zehn der am häufigsten registrierten ccTLDs verdrängt hat.

In der Rangfolge aller TLDs belegt die deutsche .de-TLD mit knapp unter 15 Millionen registrierter Domains (Q1/2012) weiterhin den zweiten Rang nach .com- und vor .net-Domains. Es folgen die TLD-Endungen .uk (Großbritannien), .org, .info, .tk (Tokelau), .nl (Niederlande), .ru (Russische Föderation) sowie .eu (Europäische Union).

Insgesamt bleibt der Domainmarkt also stabil und bietet dank der soliden und gesunden Wachstumsraten Investoren interessante Möglichkeiten und Chancen, außerhalb der zur Zeit extrem unsicheren Finanzmärkte und wenig lukrativen, aber sicheren oder aber gut verzinsten, weil extrem riskanten Staatsanleihen, zu investieren.

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Rangfolge der ccTLDs

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Über 225 Millionen registrierte Domains

Geschrieben am 13 März 2012 von von Domainvermarkter02

Versign, Betreiber der Registries für .com sowie .net, hat seinen vierteljährlich erscheinenden  Domain-Name-Industry-Bericht veröffentlicht. Verisign anlysiert die Entwicklung in der Domain-Branche auf Basis verschiedenster statistischer und analytischer Methoden.

Betrachtet und ausgewertet wird in dem aktuellen Domain-Name-Industry-Bericht das vierte Quartal 2011 (Q4/2011).Gesamtregistrierungen aller TLDs bis Ende 2011

Demnach heißt es, dass bis zum Ende des letzten Quartals in 2011, insgesamt mehr als 225 Millionen Domainnamen, bei allen Top-Level-Domains (TLDs) zusammengenommen, registriert waren. Im Vergleich zum dritten Quartal 2011 (Q3/2011) entspricht dies einem Wachstum von 2,7 Prozent. In absoluten Zahlen bedeutet dies eine Zunahme um 5,9 Millionen. Zieht man das Vorjahresquartal (Q3/2010) als Vergleichswert heran, so zeigt sich, dass die Zahl der registrierten Domains binnen eines Jahres um mehr als 20,4 Millionen angestiegen ist. – Ein Plus von gut zehn Prozent!

Insgesamt konnten im vergangen Jahr nahezu alle TLDs zulegen. So konnte die Zahl der länderbezogenen Top-Level-Domains (ccTLDs) die 90 Millionen-Marke knacken. Insgesamt 90,6 Millionen registrierte Domains können hier mit Ablauf von Q4/2011 gezählt werden. Dies bedeutet eine Steigerung von 4,2 Prozent gegenüber Q3/2011. Im Jahresvergleich ist dies ein Zuwachs von 13,2 Prozent.

.de bei ccTLDs weiter spitze!

Weiterhin machen die zehn wichtigsten der über 290 ccTLD-Endungen die es gibt rund 60 Prozent aller Registrierungen aus. Aus den Reihen der 20 größten ccTLDs konnten die ccTLDs von Polen (.pl), Schweden (.se), Tokelau (.tk) sowie der russischen Föderation (.ru) im Quartalsvergleich um jeweils mehr als vier ccTLDs Übersicht 2011Prozent zulegen, während .com- und .net-TLDs in Q4/2011 zwar weiter, auf eine Gesamtzahl von 113,8 Millionen Domainnamen, wachsen konnte, aber mit einem Wachstum von lediglich zwei Prozent bei der Gegenüberstellung von Q3/2011 und Q4/2011, unter dem allgemeinen Durchschnitt (4,2 %) liegt. Auch im Jahresvergleich blieben .com und .net mit einer Wachstumsrate von acht Prozent unter dem Gesamtdurchschnittswert aller TLDs (10 %).

In der Reihenfolge der wichtigsten ccTLDs hat sich im Vergleich zum Vorquartal Q3/2011 nichts verändert. Hier führt weiterhin .de (Deutschland) die Rangliste an. Auf den weiteren Plätzen folgen .uk (Großbritannien), .tk (Tokelau), .nl (Niederlande) sowie .ru (Russische Föderation).

Rangfolge der ccTLDsAuch in der Rangfolge aller TLDs (ccTLDs inklusive generische TLDs) hat sich gegenüber Q3/2011 keine Veränderung ergeben. Den Platz an der Sonne belegt weiterhin .com, gefolgt von.de, .net und .uk. Erst dahinter können sich .org sowie .info einreihen, aber immerhin noch vor den aufstrebenden .tk-, .nl- und .ru-Endungen.

Insgesamt zeigt der Bericht, dass die Domain-Branche, ungeachtet eines schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes, geprägt durch Wirtschafts-, Finanz- und Staatenkrisen, in seinem Wachstum unbeschädigt bleibt und sich als stabiler Wachstumsgarant präsentiert.

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Domainparking: Auslaufmodell oder Neustart? – Domainer in der Zange zwischen Registrierungsgebühren und Google

Geschrieben am 01 Dezember 2011 von von Domainvermarkter-Magazin

zuerst veröffentlicht im Domainvermarkter-Magazin 06

Über viele Jahre hinweg gab es für deutschsprachige Domains nur zwei Parkinganbieter, die ernsthaft für den deutschen Markt lokalisiert hatten und die volle Monetarisierung von .de / .at / .ch Domains anboten: Sedo und Namedrive. Nun kommt aber Bewegung in den Parkingmarkt. Im letzten Jahr eröffnete Domainsponsor ein Europabüro in Frankfurt und begab sich so nach jahrelangem Zögern auf den europäischen Markt. Wichtigster Anzeigenlieferant für diese Parkinganbieter war und bleibt Google. Nur wer einen “Googlefeed” anbietet, kann im deutschsprachigen Markt genügend gutbezahlte Anzeigen für Domains anbieten. Yahoo bietet zwar auch einen Anzeigenfeed an, hat sich aber bisher hierzulande nicht als wettbewerbsfähig im Bereich Domainparking herausgestellt. Yahoo führt deshalb im DACH Internetraum ein Nischendasein als Anzeigenlieferant.

Viele Domaininvestoren hatten in den vergangenen Jahren vergeblich versucht, von Google einen Parkingfeed zu bekommen, um ein eigenes Parking aufzubauen. Nun scheint Google seine Vergabepolitik gelockert zu haben. In den vergangenen Monaten gelang es nicht nur der Domainer-Legende Frank Schilling, zum eigenen Parkinganbieter zu werden (internettraffic.com ), auch die Münchner Firma Team Internet bietet nun mit Ihrem Produkt „Parkingcrew“ Domainparking auf Google-Basis an.

So kommt nach jahrelangem Stillstand im Domainparking plötzlich Bewegung in einen Markt, der seit 2008 rückläufig ist. Rückläufig, weil Domainparking von zwei Seiten in die Zange genommen wird: Zum einen schüttet Google merklich weniger Anteile aus den Anzeigenerlösen an die Parkingprogramme und Domaininhaber aus. Während Googles Gewinne in den letzten Jahren deutlich wuchsen, wurden gleichzeitig die Domainer mit steigenden Registrierungskosten u.a. bei .com Domains konfrontiert.

Jüngst wurde durch Verisign eine erneute Preiserhöhung für .com und .net Domains angekündigt: Demnach steigen die Preise zum 15. Januar 2012 wie folgt:

Für die Registrierung einer .com Domain werden nun 7,85 US $, anstelle von den bisher veranschlagten 7,34 US $, fällig. Das entspricht einer Preiserhöhung von 51 Cent.
Die Registrierungsgebühr einer .net Domain steigt von 4,65 US $ um 46 Cent auf dann 5,11 US $. Hinzu kommt noch die an die ICANN zu entrichtende Gebühr in Höhe von 18 Cent pro Jahr, die noch nicht in den Verisign Preisen enthalten ist. Somit ergeben sich Gesamtpreise in Höhe von 8,03 US $ für eine .com, sowie 5,29 US $ für eine .net Domain. Dies sind die Resellerpreise der Registry, im Endkundenverkauf können hierzu noch einmal die Aufschläge der einzelnen Registrare kommen.

Welche Anteile wovon?
Die Parkingprovider bekommen wohl zwischen 65% und 75% der Einnahmen von Google ausgezahlt. Leider sind hier keine genauen Zahlen in Erfahrung zu bringen, da Google mit allen Anbietern strenges Stillschweigen vereinbart hat. Der Auszahlungsanteil, der an die Webseitenbetreiber im Programm für „Adsense for Content Publishers“ geht, ist hingegen öffentlich bekannt: Hier werden 68% ausgezahlt. Wiederum unbekannt ist, welchen Anteil die Parkinganbieter ihrerseits an ihre Kunden ausschütten. Hier dürften es durchschnittlich mindestens 70% der von Google ausgezahlten Summe aller Einnahmen sein. Diese kann aber auch nur 60% betragen, da der Anteil der Ausschüttung an die Domainer bei jedem Parkingunternehmen Verhandlungssache ist. Für die Professional-Kunden bei Sedo (SedoPro) oder Namedrive (NDOverdrive) gibt es zudem spezielle Programme. Großkunden bekommen meist auch höhere Ausschüttungsanteile zugesichert. Das Problem ist nur, dass Niemand sicher sein kann, ob die Versprechungen über die Höhe des „Shares“ auch eingehalten werden. Die genauen Anteile, die von Googles Werbeumsatz durchgereicht werden, können ja nicht nachvollzogen werden. Die Frage nach dem Share, also den Anteil, den man als Kunde bekommt, wird somit aufgrund einer fehlenden Datenbasis irrelevant. Dem Kunden bleibt nur die Möglichkeit, durch ständiges Testen herauszufinden, wo seine Domains am Besten monetarisiert werden.

Google Smart Pricing
Verkompliziert wird die Problematik der Höhe des „Shares“ darüber hinaus noch dadurch, dass Google ein sogenanntes „Smart Pricing“ eingeführt hat. Hierbei werden die Ausschüttungsbeträge danach berechnet, wie gut die Klicks auf die von Google eingeblendeten Anzeigen am Ende wirklich konvertieren. Während bei Pay Per Sale (PPS) Programmen diese Konvertierung genau nachvollziehbar ist, ist dies bei Pay Per Click (PPC) nur schwer möglich. Dennoch betreibt Google Messungen, wie hoch die Qualität des Traffics angeblich sein soll. Mit Google Analytics hat Google für Webseitenbetreiber ein Instrument geschaffen, um die Anzeigenkonvertierung bei Google Adsense zu messen, indem man beide Programme verbindet und ggf. noch eigene zusätzliche Kriterien, wie erzielte Leads oder Verkäufe, einbindet. Google kann auf diesem Wege wiederum feststellen, welche Qualität ein Klick auf die Anzeige eines jeweiligen Publishers hat. Im Ergebnis führt dies beim Parking zu einer Qualitätseinstufung der Domains und verbunden damit zu variablen Auszahlungen. Unglücklicherweise ist nicht garantiert, dass jeder Domainer auch wirklich den Preis für seinen Traffic bekommt, den Google an den Parkinganbieter ausschüttet. Oft werden die Einnahmen gepoolt, sowohl in Kategorien als auch unter mehreren Kunden. Dies ist für den Domainer auch deshalb ärgerlich, weil er so den Wert einzelner Domains nicht mehr richtig einschätzen kann. Er kann nicht sicher sein, dass eine bestimmte Domain wirklich die Erlöse bekommt, die ihr zustehen.
Zudem ist unklar, wie beim Smart Pricing die Einnahmen aus den Werbeerlösen tatsächlich verteilt werden. So wundert es, dass man als Google Adwords-Kunde zwar saftige Anzeigenpreise für bestimmte Keywords sieht, diese Preise sich aber selten im Erlös einer geparkten Domain mit genau diesen Keywords wiederfinden lässt.
Google erklärt das System auf seiner Webseite so: *

Was ist Smart Pricing?
Die Smart Pricing-Funktion von Google senkt automatisch die maximalen CPC-Gebote (Cost-per-Click) für bestimmte Seiten im Google-Werbenetzwerk sowohl auf Desktop-PCs als auch auf Mobilgeräten mit vollwertigem Internetbrowser.
Alle Daten im Google-Werbenetzwerk werden ständig analysiert. Wenn aus unseren Daten hervorgeht, dass ein Klick auf einer Seite im Google-Werbenetzwerk nur mit geringer Wahrscheinlichkeit zu einem konkreten Geschäftsergebnis (Online-Verkauf, Registrierung, Anruf oder Newsletter-Abonnement) führt, wird das Gebot für diese Website gegebenenfalls reduziert.
Bei der Analyse berücksichtigen wir zahlreiche Faktoren, etwa die Keyword-Listen oder Begriffe, die eine Anzeigenschaltung auslösten, oder den Typ der Website, auf der die Anzeige geschaltet wurde. Nehmen wir beispielsweise an, Sie schalten Anzeigen für Digitalkameras. Ihre Anzeige erscheint auf zwei verschiedenen Seiten – einer Suchergebnisseite der Google Websuche für das Keyword „Digitalkameras“ sowie einer Seite über Digitalkameras im Google- Werbenetzwerk. Falls Google feststellt, dass Ihre Anzeigen auf der Seite im Google-Werbenetzwerk wahrscheinlich weniger gute Leistungen erzielen als bei der Google Websuche, senkt das AdWords-System möglicherweise das maximale CPC-Gebot für diese Website. Durch fortlaufende Abschätzung des Werts von Klicks und Anpassung der Gebote erspart Ihnen Google viel Zeit und Mühe. So wird durch die Google-Technologie ohne zusätzlichen Aufwand für Sie sichergestellt, dass Ihre Anzeigen bei Google und im Google-Werbenetzwerk einen möglichst gleichbleibenden Nutzwert erzielen.

Was diese Google-Prosa in der Praxis bedeutet, hat der Kollege Michael Gilmour von whizzbangsblog.com übersetzt: **
„Google möchte die guten Publisher nicht an die Konkurrenz verlieren, weil diese gutes Geld für Google verdienen. Damit das nicht passiert, „smart pricen“ sie diesen Traffic nach oben, so dass sie einem guten Publisher 2$ pro Klick bezahlen. Das ist doppelt so viel, wie Google selber erhält! Aber was Google für die guten Klicks zahlt ist fast irrelevant. Es sind die schlechten Klicks, durch die das Geld verdient wird.
Google möchte also die schlechten Klicks bestrafen (und davon gibt es aus- reichend), weshalb sie diese nach unten „smart pricen“ und nur 0,10$ pro Klick bezahlen.
Im Ergebnis bekommt Google 100 $ von den Anzeigenkunden, zahlt aber nur 20$ (in diesem Beispiel 10 clicks a 2$) an die guten Publisher aus und 9$ (90 Klicks x 0,10$ je Klick) an die schlechten Publisher. Google zahlt ins- gesamt 29$ aus und verdient 71$ … Aber beide, gute sowie schlechte Publisher, sind zufrieden, da sie in dem Glauben sind, sie bekommen, was ihnen zusteht. Der Advertiser hingegen zahlt $1 je Klick und dies ist in seinen Augen genau das, was es ihm auch wert ist. Das Beste daran ist, dass es Google so möglich ist, guten und schlechten Traffic zu mischen. Während alle das gleiche zahlen müssen, kann Google bei der Auszahlung diskriminieren. Dies ist ein großartiges Geschäftsmodell!“

Grundsätzlich ist natürlich nichts dagegen einzuwenden, dass Google den Traffic hinsichtlich seiner Qualität bezahlen möchte. Denn Betrug ist ein ernsthaftes Problem für alle seriösen Domainer und Publisher. Jede Domain, die schlechten Traffic liefert, also wo die geklickten Anzeigen beim Advertiser relativ schlecht konvertieren, kann prinzipiell die guten Parkingdomains mit in den Abgrund ziehen. Da aber das Smart-Pricing System für den Domainer absolut nicht nachvollziehbar ist, stellt sich durchaus die Frage, ob Google hier nicht auch zugunsten seiner eigenen Anzeigen auf der Google-Suchseite manipuliert.

Sippenhaft bei Google?
Viele Webseiten-Betreiber haben berichtet, dass sich Smart-Pricing massiv auswirkt, wenn man nur ein schlechtes Projekt unter seinen sonst guten Webseiten hat. Eine hinzugekaufte Webseite mit „schlechtem“ Traffic, so wird berichtet, ziehe den gesamten Account des Publishers bei dem Google Adsense-Programm herunter. Dieser Effekt geht nach Beobachtungen so weit, dass sich die Gesamtausschüttung deutlich verbessert, wenn man guten und schlechten Traffic innerhalb verschiedener Accounts (was Google eigentlich nicht erlaubt) splittet. Dies legt den Verdacht nahe, dass Google hier eine Art Sippenhaft vornimmt. Dieser Verdacht verstärkt sich, wenn man weiß, dass Google im Konfliktfall auch gerne mehrere Accounts von unabhängigen juristischen Personen mitsperrt, einzig und alleine deswegen, weil diese unter der gleichen Adresse geführt werden. Begründungen oder Mahnungen werden zuvor nicht versendet. Wer also sein Einnahmemodell auf Google Adsense als Publisher stützt, kann von einem auf den anderen Tag willkürlich seine Einnahmen verlieren! Bereits verdiente Einnahmen werden einfach nicht ausgezahlt. Dies geht soweit, dass man noch nicht einmal mehr an seine Belege kommt, die ggf. für das Finanzamt wichtig wären. Google verhält sich eben wie ein typischer Monopolist, der sich rücksichtslos gegenüber seinen Geschäftspartnern verhalten kann, da diese wenig Alternativen haben.

Domainparking-Rechenbeispiel
Da Google keine genauen Zahlen offenlegt, lässt sich nur spekulieren, woher die starken Rückgänge beim Domainparking wirklich kommen. Fest steht: Höhere Kosten und weniger Erlöse brachten so manchen Domainer-Businessplan in den vergangenen Jahren durcheinander. Ein Rechenbeispiel: Wer 100.000 Domains zu 7 Euro registriert und je Domain 7,50 Euro Parkingerlöse erzielt, kann ein sattes Plus von 50.000 Euro im Jahr erzielen. Steigen die Registrierungsgebühren nur um 5 Prozent auf 7,35 Euro, bei gleichzeitig 5% weniger Parkingeinnahmen, gerät man bereits mit 22.500 Euro ins Minus.
Natürlich ist dies lediglich ein Rechenbeispiel, aber generell gibt es einige Domainer, die tatsächlich jede Domain löschen, wenn diese sich nicht mehr rentiert und gleichzeitig nicht zu Verkaufszwecken gehalten wird (z.B. Domains mit expired Traffic). Durch die nächsten Preiserhöhungen wird es sich bei einigen .com Domains nicht lohnen, die Registrierung zu verlängern.

Hohe Preiselastizität beim Parking
Für den Domainer geht es, da er die Kosten der Domainregistrierung übernimmt, um relativ wenig Gewinn, der ihm verloren geht. Für Google oder die Parkingfirmen geht es aber um mehr:
Wenn Google 70 Prozent des Anzeigenerlöses an die Parkingfirmen ausschüttet und diese wiederum davon 70% an die Domainparker, gehen sowohl Google als auch den Parkingfirmen erhebliche Umsätze und Gewinne verloren, wenn Domainnamen nicht mehr registriert und geparkt werden, weil die Kosten die Erlöse übersteigen. Im obigen Beispiel sähe die Verteilung wie folgt aus: Von jedem Euro, den Google einnimmt, behält Google 30 Cent ein, die Parkingfirma erhält 21 Cent und der Domainer bekommt 49 Cent. Da der Domainer aber die Kosten für die Registrierung der Domains übernimmt, bekommt dieser lediglich 3,5 Cent als Gewinn für seine Arbeit. Die Preisfrage ist: Wie hoch ist hingegen der Gewinn bei Google und dem Parkinganbieter? Schon kleinste Änderungen an den Stellschrauben führen zu erheblichen Umsatz- und damit auch Gewinnverlusten. Jeder Prozentpunkt weniger Ausschüttung an einen Domainer bedeutet einen überproportionalen Umsatzverlust – insbesondere für Google. Die Preiselastizität im Geschäft Domainparking ist äußerst hoch.

Mehr Wettbewerb beim Parking?
So macht es für Google aktuell durchaus Sinn, durch größeren Wettbewerb unter den Parkinganbietern, auf die Margen der etablierten Parkinganbieter Einfluss zu nehmen. Konkret:
Durch die Vergabe neuer Parkingfeeds erhöht man den Konkurrenzdruck. Die bisherigen Anbieter wie Sedo, Namedrive oder Domainsponsor haben lange Zeit Pionierarbeit geleistet und betreuen viele supportaufwendige Kleinkunden. Anbieter wie Frank Schilling oder Parkingcrew können sich auf wenige Großkunden konzentrieren und bei einem geringen Kundenbetreuungsaufwand auch mit geringeren Margen arbeiten. Dies setzt die etablierten Anbieter unter Druck, denen die umsatzstärksten Kunden oft zuerst abwandern. Es sind zudem gerade diese Großkunden, die jährlich Millionen Domains im Parking testen und jede Domain nach Jahresfrist wieder löschen, die sich nicht trägt, selbst wenn diese 99% der Registrierungsgebühren einspielen sollte.

Google setzt auf das altbekannte Motto: Konkurrenz belebt das Geschäft – solange man die Konkurrenz mehr bei seinen Verkäufern ansiedelt als bei sich selbst. Denn es gibt bisher keine Anzeichen dafür, dass Google wieder höhere Anteile aus den eigenen erzielten Erlösen an die Domainparker auszahlen würde. Google hat mit seinem Produkt Adwords/Adsense eine derzeit fast konkurrenzlose Marktstellung erreicht. Nur in Nischen wie bei Erotikwebseiten oder bei Portalen, die Google aus welchen
Gründen auch immer nicht weiter monetarisieren will, bleibt Platz für andere Anbieter.

Domainparking nur noch über Nameserver
Wer bisher eine Domain mit Domainparking monetarisieren wollte, hatte zwei Möglichkeiten:
Entweder man richtete die Nameserver des Parkinganbieters direkt auf der Domain ein oder man leitete die Domain mittels URL-Forwarding auf eine Seite nach dem Muster www.Parkinganbieter.de/Domainname.xx um.
Mit letzterer Möglichkeit soll nun, zumindest bei Anbietern, die Google Anzeigen nutzen, zum 30. September 2011 Schluss sein. Angekündigt wurde diese Umstellung bereits im August 2010 u.a. von der Firma SEDO. Nun scheint es aber erstmals einen konkreten Termin für die Umstellung zu geben.
Betroffen sind nicht nur alle Domainbesitzer, denen es in ihren Domainpaketen verwehrt ist, eigene Nameserver zu betreiben. Viel härter trifft es all Diejenigen, die ein Anbieter-Switching betreiben. Bei Diensten wie above.com oder Parklogic.com wird der Traffic einer Domain zu unterschiedlichen Parkinganbietern geschickt, um festzustellen, welcher Anbieter eine Domain am Besten monetarisiert. Aufgrund unterschiedlicher Auszahlungsstrategien hat es sich lange Zeit gelohnt, den zweiten Aufruf einer Domain vom gleichen Nutzer (gleiche IP-Adresse) auf einen anderen Parkinganbieter zu leiten, um so bis zu 20% mehr gezahlte Klicks zu generieren.
Offensichtlich ist Google genau dieses Anbieter-Switching ein Dorn im Auge. So ist es für Google schwieriger, die Qualität einer Domain und die Performance eines Anbieters zu verfolgen. Theoretisch kann aber die Kontrolle der Nameserver dazu führen, dass so die Herkunft eines Besuchers bzw. des Traffics genau bestimmt werden kann. Bei einem URL-Forwarding kann man den Traffic auch zuerst auf die Parkingdomain schicken, um die Herkunft der Besucher zu tarnen. Wer den Nameserver kontrolliert, kann hingegen genau loggen, woher der Traffic einer Domain stammt. Ob diese Möglichkeit dann von Google genutzt wird, d.h., ob die Parkinganbieter Daten weitergeben müssen, ist bisher nicht bekannt.

Der Zwang zum Nameserverparking scheint auf den ersten Blick für die Domainer von Nachteil zu sein, ist doch so das beliebte Trafficsplitting nicht mehr möglich. Es könnte aber auch ein Mittel sein, um Domains mit schlechtem Traffic besser filtern zu können. Wenn hierdurch betrügerischer Traffic ausgefiltert werden kann, würde diese Umstellung allen ehrlichen Domainern zugute kommen.

Christoph Grüneberg

*  = http://adwords.google.com/support/aw/bin/answer.py?hl=de&answer=134761
**= http://whizzbangsblog.com/index.php/article-archive-mainmenu-150/domain-analytics/427-part-3-smartpricing-traffic

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Verisign: Preiserhöhung für .com und .net Domains

Geschrieben am 18 Juli 2011 von von Christoph Grueneberg

Verisign kündigte jüngst eine erneute Preiserhöhung für die von ihrer Firma verwalteten .com und .net Domainnamen an.

Demnach steigen die Preise am 15. Januar 2012 wie folgt:

  • Für die Registrierung einer .com-Domain werden nun 7,85 US $, anstelle von den bisher veranschlagten 7,34 US $, fällig. Eine Preiserhöhung um 51 Cent.
  • Die Registrierungsgebühr einer .net-Domain steigt von 4,65 US $ um 46 Cent auf dann 5,11 US $.

Hinzu kommt dann noch die an die ICANN zu entrichtende Gebühr in Höhe von 18 Cent pro Jahr, welche noch nicht in den Verisign Preisen enthalten ist. Somit ergeben sich Gesamtpreise in Höhe von 8,03 US $ für eine .com, sowie 5,29 US $ für eine .net Domain. Dies sind die Resellerpreise der Registry, im Endkundenverkauf können hierzu noch einmal die Aufschläge der einzelnen Registrare kommen.

Verisign begründet diese Gebührenerhöhung mit der weltweit steigenden Nutzung des Internets. Nach eigenen Angaben hat sich in den vergangenen fünf Jahren, das Volumen der Domain Name System-Abfragen, innerhalb der globalen Verisign-Infrastruktur, mehr als verdoppelt. Demnach verarbeitet Verisign nun täglich durchschnittlich 57 Milliarden Abfragen. Diese riesige Menge an Abfragen stelle eine immense Belastung dar. Zusammen mit den stetig zunehmenden Distributed Denial of Service-Attacken, dem das System ausgesetzt wird, hätten sich die Anforderungen an Internet-Infrastruktur-Anbieter wie Verisign enorm erhöht.
Und um auch zukünftig, trotz des zu erwartenden noch schnelleren Wachstums der weltweiten Internet-Nutzung, 100 prozentige operative Sicherheit, Genauigkeit und Stabilität zu gewährleisten, seien weitere Investitionen und Innovationen nötig, die durch die angekündigten Gebührenerhöhungen getragen werden sollen.

Verisign ist unter anderem der Betreiber der Top-Level-Domains .com, .net, .cc, .name sowie .tv mit Sitz in MountainView, Kalifornien mit einem jährlichen Umsatz von über einer Milliarde US $.

Ein entsprechender Vertrag zwischen der ICANN, der weltweiten Netzverwaltungsorganisation mit Sitz in den USA, und Verisign erlaubt dies in § 7.3 wie folgt:

Ausgehend vom 31. Dezember 2006 beträgt die maximale Gebühr für die Registrierung einer Internetadresse 6 US $.

Mit jedem darauf folgenden Kalenderjahr kann diese Gebühr um den Faktor 1,07 steigen.

Eine solche Gebührenerhöhung ist in der Regel nur alle vier Jahre innerhalb einer sechsjährig laufenden Vereinbarung gültig.

Entscheidend ist allerdings, dass auch außerhalb dieser Vereinbarungszeit die Gebühren nach gleichem Muster erhöht werden können, wenn dem Betreiber der Top-Level-Domain außerordentliche Aufwendungen für eine Erhöhung der Sicherheitsstandards oder einer zusätzlichen Stabilisierung des Domain-Name-Servers entstehen.

Genau auf diese steigenden Aufwendungen in die Infrastruktur und Sicherheitsarchitektur, beruft sich Verisign in der Begründung zur Gebührenerhöhung (vgl. oben).

Merkwürdig:
Der DENIC gelingt es seit Jahren zu weit geringeren Kosten Domains zu verwalten, obwohl .de Domains sicherlich nicht weniger Betriebskosten verursachen als .com Domains.

In der Wirtschaft gibt es normalerweise “Economies of Scale” , den Skaleneffekt. Bei steigenden Stückzahlen sollten die aufzuwendenden Kosten je Stück eigentlich geringer werden.

Demnach müsste es, selbst unter Berücksichtigung von Sicherheitzuschlägen und einer angemessenen Gewinnmarge, möglich sein, .com Domains zu Preisen um die 2 US $ je Stück zu betreiben.

Bei Verisign scheint der Skaleneffekt genau andersherum zu funktionieren. Hier steigen die Kosten für .com und .net Domains von Jahr zu Jahr, während alle anderen Kosten in der IT-Welt drastisch sinken.

Die Original-Pressemitteilung von Verisign kann man hier nachlesen.

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