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Verisign: Preiserhöhung für .com und .net Domains

Geschrieben am 18 Juli 2011 von Christoph Grueneberg

Verisign kündigte jüngst eine erneute Preiserhöhung für die von ihrer Firma verwalteten .com und .net Domainnamen an.

Demnach steigen die Preise am 15. Januar 2012 wie folgt:

  • Für die Registrierung einer .com-Domain werden nun 7,85 US $, anstelle von den bisher veranschlagten 7,34 US $, fällig. Eine Preiserhöhung um 51 Cent.
  • Die Registrierungsgebühr einer .net-Domain steigt von 4,65 US $ um 46 Cent auf dann 5,11 US $.

Hinzu kommt dann noch die an die ICANN zu entrichtende Gebühr in Höhe von 18 Cent pro Jahr, welche noch nicht in den Verisign Preisen enthalten ist. Somit ergeben sich Gesamtpreise in Höhe von 8,03 US $ für eine .com, sowie 5,29 US $ für eine .net Domain. Dies sind die Resellerpreise der Registry, im Endkundenverkauf können hierzu noch einmal die Aufschläge der einzelnen Registrare kommen.

Verisign begründet diese Gebührenerhöhung mit der weltweit steigenden Nutzung des Internets. Nach eigenen Angaben hat sich in den vergangenen fünf Jahren, das Volumen der Domain Name System-Abfragen, innerhalb der globalen Verisign-Infrastruktur, mehr als verdoppelt. Demnach verarbeitet Verisign nun täglich durchschnittlich 57 Milliarden Abfragen. Diese riesige Menge an Abfragen stelle eine immense Belastung dar. Zusammen mit den stetig zunehmenden Distributed Denial of Service-Attacken, dem das System ausgesetzt wird, hätten sich die Anforderungen an Internet-Infrastruktur-Anbieter wie Verisign enorm erhöht.
Und um auch zukünftig, trotz des zu erwartenden noch schnelleren Wachstums der weltweiten Internet-Nutzung, 100 prozentige operative Sicherheit, Genauigkeit und Stabilität zu gewährleisten, seien weitere Investitionen und Innovationen nötig, die durch die angekündigten Gebührenerhöhungen getragen werden sollen.

Verisign ist unter anderem der Betreiber der Top-Level-Domains .com, .net, .cc, .name sowie .tv mit Sitz in MountainView, Kalifornien mit einem jährlichen Umsatz von über einer Milliarde US $.

Ein entsprechender Vertrag zwischen der ICANN, der weltweiten Netzverwaltungsorganisation mit Sitz in den USA, und Verisign erlaubt dies in § 7.3 wie folgt:

Ausgehend vom 31. Dezember 2006 beträgt die maximale Gebühr für die Registrierung einer Internetadresse 6 US $.

Mit jedem darauf folgenden Kalenderjahr kann diese Gebühr um den Faktor 1,07 steigen.

Eine solche Gebührenerhöhung ist in der Regel nur alle vier Jahre innerhalb einer sechsjährig laufenden Vereinbarung gültig.

Entscheidend ist allerdings, dass auch außerhalb dieser Vereinbarungszeit die Gebühren nach gleichem Muster erhöht werden können, wenn dem Betreiber der Top-Level-Domain außerordentliche Aufwendungen für eine Erhöhung der Sicherheitsstandards oder einer zusätzlichen Stabilisierung des Domain-Name-Servers entstehen.

Genau auf diese steigenden Aufwendungen in die Infrastruktur und Sicherheitsarchitektur, beruft sich Verisign in der Begründung zur Gebührenerhöhung (vgl. oben).

Merkwürdig:
Der DENIC gelingt es seit Jahren zu weit geringeren Kosten Domains zu verwalten, obwohl .de Domains sicherlich nicht weniger Betriebskosten verursachen als .com Domains.

In der Wirtschaft gibt es normalerweise “Economies of Scale” , den Skaleneffekt. Bei steigenden Stückzahlen sollten die aufzuwendenden Kosten je Stück eigentlich geringer werden.

Demnach müsste es, selbst unter Berücksichtigung von Sicherheitzuschlägen und einer angemessenen Gewinnmarge, möglich sein, .com Domains zu Preisen um die 2 US $ je Stück zu betreiben.

Bei Verisign scheint der Skaleneffekt genau andersherum zu funktionieren. Hier steigen die Kosten für .com und .net Domains von Jahr zu Jahr, während alle anderen Kosten in der IT-Welt drastisch sinken.

Die Original-Pressemitteilung von Verisign kann man hier nachlesen.

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3 Comments For This Post

  1. Juergen Kerner Says:

    das sind in meinen Augen illegale Preisabsprachen unter den gTLD Registries, mit Zeitverzögerung schöpfen die relevanten Registries den, von der Icann, abgesegneten Rahmen voll aus, kürzlich hatte PIR und Neulevel die Preisschraube nach oben gedreht und seit Juli 2011 hat Afilias die Einkaufspreise kräftig erhöht, die bisher eher für massive Ramschaktionen bei Neuregistrierungen bekannt ist!

    die Verantwortlichen, die die Einkaufspreise festlegen und es zu den relevanten TLD’s (ausser der .de und wenigen anderen ccTLD’s) eigentlich keine Alternative gibt, folgen der Tankstellen-Logik der Mineralölkonzerne und Gasversorger: wenn es die Nachfrage zulässt, drehen wir mal kräftig an der Preisschraube, die Registrare und deren Kunden werden sich wohl zähneknirschend damit abfinden müssen, wir diktieren die Preise, Basta! Wenigstens gibt sich Verisign noch Mühe, ihre Preispolitik zu rechtfertigen, die anderen “Mitbewerber” erhöhen die Grundpreise einfach ohne Begründungen.

    Besonders markant finde ich, dass allein schon durch die bisherige Flut an Registries die Selbstregulierung des Marktes trotzdem nicht vorhanden ist, zumindest müssten die Einkaufspreise stabil bleiben, daran wird auch die zu erwartende Invasion an New TLD’s kaum was ändern, je nach “Reggerwut” bezüglich der neuen “Verheissungen” kann es die klassischen Registries eher dazu verleiten, die Grundpreise, quasi als Mitnahme Effekte, für die kommenden Jahre weiter deutlich nach oben “anzupassen”, ich werde den Verdacht auch nicht mehr los, als wollen die Icann Lobbyisten doch indirekt am “boomenden” Domainhandel mitverdienen.

    Die grössten Verlierer werden im Endeffekt viele Registrare sein, deren Kunden sich mit Domainregistrierungen eher zurückhalten werden oder die den Verlust des ein oder anderen Kunden mehr zu beklagen haben! ich finde es beachtenswert, dass zumindest in Deutschland derzeit massive Kampfpreise den Webhosting Markt dominieren, im Weltmarkt befinden sich Preise für Hardware, Speicherkomponenten etc. aktuell auf sehr niedrigem Niveau, dagegen droht die Gefahr, dass die Haltungskosten für Domains exorbitant nach oben gehen können, mit verheerenden Folgen für den ein oder anderen Registrar!

    die umstrittene Preispolitik der relevanten Registries provoziert imho eine Kartellrechtsklage in den USA und die Chancen wären m.E. gar nicht mal so schlecht gegen die Vereinbarung oder sagen wir besser gegen die Willkür zwischen Icann und ihren “Partnern” erfolgreich zu klagen: es steht ausser Zweifel, dass der abhängige Wettbewerb (Registrar, Webhoster) schon jetzt, speziell im Hinblick seiner betrieblichen Planungssicherheit, stark beeinträchtigt und behindert wird, mit nicht nachvollziehbaren Preiserhöhungen ohne die entsprechenden Gegenleistungen macht sich Keiner langfristig Freunde, erst recht nicht, wenn ein “selbstverwaltendes” Kartell, wo sich die Initiatoren ihrer Sache einig sind, den Wettbewerb untereinander ausser Kraft setzt!

  2. Christoph Grueneberg Says:

    Juergen,

    die neuen TLDs werden eher höhere Preise als niedrigere Preise haben, da hier weniger aufs Massengeschäft gezielt wird. Wenn der Preis ein Argument für die Wahl des Domainnamens wäre, dann müsste .net wesentliche höhere Zuwachsraten haben.

    Die .com Preiserhöhungen sind sicher auch deswegen nur möglich, weil mit der Angst gespielt wird: Never change a running system.

    Eine Störung im .com Namensraum kann keiner riskieren, wenn also die Preiserhöhung mit “Sicherheit” begründet wird, möchte diese keiner aufs Spiel setzen.

    Gleichzeitig werden natürlich die Eintrittsbarrieren höher für einen neuen Betreiber.

    Eine genossenschaftliche Verwaltung wie bei der DENIC ist deshalb in solchen Monopolstrukturen sicherlich nicht die schlechteste Wahl.

  3. Juergen Kerner Says:

    Christoph,

    das ist mir schon klar, dass die new TLD’s nichts, sagen wir mal, für Schnäppchenkunden sind, dass die jetzige Euphorie in einen Mega Flop mit massiver Geldvernichtung münden kann, bleibt erst mal dahingestellt;)

    imho haben die relevanten Registries vom Webhosting als Massenmarkt bisher prima profitiert, für den Otto Normal Homepage Bastler und Kleingewerbetreibenden ist es allerdings nicht nachvollziehbar, wenn sein webhoster für die nächste Verlängerungszeit seiner .com auf einmal deutlich mehr verlangt, weil der Hoster, für den das Domaingeschäft nur Nebensache ist, die mehrmaligen Grundpreiserhöhungen bisher vor seinem Kunden “geschluckt” hat.

    ich bin mal gespannt, wie die grossen Registrare auf die jüngste Ankündigung Versign’s jetzt reagieren werden, ich kann mir schwer vorstellen, dass GoDaddy, Key-Systems, InternetX, sowie Dienstleister mit Schwerpunkt -webhosting- wie hosteurope und domainfactory z.B. die mehrfachen Preisdiktate mit Freude an ihre Kunden weitergeben wollen;)

    ein einzelner Registrar wird wohl alleine nicht gegen das Icann Kartell einen Aufstand proben, weil er seine Akkreditierung ungerne auf’s Spiel setzen will, aber mit vereinter Kraft sehe ich Chancen, dem bunten Treiben des Icann Kartells vielleicht doch einen Riegel vorzuschieben…

1 Trackbacks For This Post

  1. Kräftige Preiserhöhung für .com .net und .biz Domains erwartet! | muenchnermedien.de Says:

    […] betrachtet die Preiserhöhung sehr kritisch und verfasste einen sehr interessanten Artikel zur Preiserhöhung für .com und .net Domains. Darin zeigt er auf, dass die Gebührenerhöhung laut den zugrunde liegenden Rahmenbedingungen […]

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